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  • State of Mind in der Vorschau: Deus Ex als Telltale-Adventure
    Quelle: Daedalic Entertainment

    State of Mind-Preview: Deus Ex als Telltale-Adventure - düsterer Cyberpunk aus deutschen Landen

    Daedalic Entertainment will mit State of Mind weg vom Ruf als deutscher Point&Click-Lieferant. Cineastisch wie die Telltale-Adventures von The Walking Dead bis Batman soll das neue Spiel der Hamburger sein. Wir haben uns den Cyberpunk-Thriller um Gehirn-Uploads und virtuelle Realitäten aus der Nähe angeschaut.

    Berlin im Jahre 2048: knappe Ressourcen, Übervölkerung und Kriege, totale Überwachung sowie die Entwicklung von Robotern und Cybertechnologien - eine globale Katastrophe scheint unumgänglich. State of Mind, das neue Adventure aus der Feder von Autor Martin Ganteföhr (Overclocked, 15 Days), ist ein futuristischer Thriller mit einer düsteren Zukunftsvision, wie sie genauso gut in Blade Runner oder Deus Ex vorkommen könnte. Es ist das bislang film­ähnlichste Spiel von Hersteller Daedalic Entertainment mit Third-Person-Perspektive, weitläufigen 3D-Umgebungen und einem starken Story-Fokus.

    Hintersinnige Dialoge mit Personen und Robotern nehmen einen wesentlichen Teil der Spielzeit ein. Hintersinnige Dialoge mit Personen und Robotern nehmen einen wesentlichen Teil der Spielzeit ein. Quelle: Daedalic Entertainment Komplexe Rätsel und Humor, zwei Aushängeschilder bisheriger Daedalic-Produktionen, sind zwar auch vorhanden, aber insgesamt geht es etwas ernster und zielgerichteter zu als etwa in Silence aus demselben Haus. Entscheidungen für oder gegen eine von mehreren Fraktionen im Spiel beeinflussen, welche Endsequenz am Schluss abgespielt wird. Am ehesten zu vergleichen ist State of Mind mit den Spielen von Telltale Games wie The Walking Dead; allerdings gibt es beim Daedalic-Adventure abseits von Dialogen und Zwischensequenzen deutlich mehr zu tun als bei Telltales interaktiven Filmen.

    Der Spieler schlüpft in State of Mind abwechselnd in die Rolle von fünf Charakteren, die entweder in der düsteren Realität oder einer utopischen Virtual Reality namens City 5 existieren. Darunter ist Journalist Richard, dessen Gedächtnislücken nach einer Bombenexplosion für Ratlosigkeit sorgen. Bei Richards Persönlichkeits-Upload in City 5 ist etwas schief gelaufen; je eine Version seiner selbst existiert fortan parallel in Berlin und City 5.
    Der Spieler bereist rund 40 Locations im futuristischen Berlin des Jahres 2048. Der Spieler bereist rund 40 Locations im futuristischen Berlin des Jahres 2048. Quelle: Daedalic Entertainment

    Die wendungsreiche Geschichte dreht sich um existenzielle Fragen der Menschheit und schreckt nicht vor Themen wie künstliche Intelligenz, Menschenrechte für Roboter oder Transhumanismus zurück, also die Verbesserung der menschlichen Möglichkeiten durch technische Augmentationen wie kybernetische Prothesen oder Mikrochips im Kopf. Popularität erlangte diese Denkschule etwa durch die Veröffentlichungen des Autors Raymond Kurzweil, seines Zeichens Director of Engineering beim Technologie-Riesen Google. Auch State of Mind nimmt Bezug auf dessen Werke.

    Im Spiel äußert sich Technik-Muffel Richard kritisch gegenüber derartigen Bestrebungen von Konzernen und Gesellschaft; der Spieler entscheidet darüber, wie bissig der Journalist seine Artikel verfasst. Um in anderen Adventures störende Laufwege auf ein Minimum zu reduzieren, können Richard und die übrigen Protagonisten mit Menschen aus ihrem Umkreis per Hologramm-Telefonkonferenz reden, statt für jeden Dialog ins Haus des anderen latschen zu müssen. Dennoch wird State of Mind rund

    40 detailliert gestaltete Locations besitzen und Spieler zwischen 15 und 20 Stunden lang beschäftigen. Mit einer sehr realistischen Optik zeichnet State of Mind ein sehr stimmungsvolles Bild der fiktiven Zukunft. Gewöhnungsbedürftig: Vor der düsteren Skyline Berlins agieren agewollt kantige Charaktere, deren Äußeres ihr fragmentiertes Seelenleben widerspiegeln soll. Dahinter steht die Unreal Engine 4, die für schicke Neonlichter und hochwertige Spiegelungen sowie aufwändige und Partikeleffekte sorgt.

    02:00
    State of Mind: Dystopisches Adventure im Berlin der Zukunft - Trailer

    Interview mit State of Mind-Autor Martin Ganteföhr

    Computec: Mit deinen eigenen Worten: Was ist State of Mind?
    Martin Ganteföhr: State of Mind handelt vom Transhumanismus, der Veränderung der Menschen durch Technologie. Der geplante Gehirn-Upload des Protagonisten Richard Nolan geht schief und teilt ihn in zwei parallel existierende Personen: Richard, der im dystopischen Berlin lebt, und Adam aus der utopischen City 5. Nun ergründen beide die Umstände, wie dieser Vorfall vonstattengegangen ist, um sich selbst wieder zusammenzubringen.

    Martin Ganteföhr ist Autor bei Daedalic Entertainment. Martin Ganteföhr ist Autor bei Daedalic Entertainment. Quelle: Daedalic Entertainment Computec: Wie bist du auf die Idee zu State of Mind gekommen?
    Martin Ganteföhr: Ich verfolge seit Langem die Ideen Ray Kurzweils. Er ist Director of Engineering bei Google und vertritt die Idee der Transhumanisten. Er geht davon aus, dass die Entwicklung von Technologien wie Gehirn-Uploads durch eine gesetzmäßige exponentielle Beschleunigung des technologischen Fortschritts bis Mitte 2040 möglich ist. Diese ernst gemeinte Prognose einer Verschmelzung von Mensch und Maschine fasziniert mich und ich stelle mir dazu viele Fragen: Was bedeutet das für die Menschen, wenn diese Gehirn-Uploads möglich sind? Wer sind wir dann und was für Folgen könnte es haben, wenn wir uns ein künstliches Utopia erstellen können? Was passiert vor allem, wenn es schiefgeht? Genau das hat mich zu State of Mind bewegt.

    Roboter (rechts) streben in State of Mind nach der Anerkennung als fühlende Wesen Roboter (rechts) streben in State of Mind nach der Anerkennung als fühlende Wesen Quelle: Daedalic Entertainment Computec: Richard Nolan ist kein angenehmer Geselle: Er betrügt seine Ehefrau, behandelt seine Geliebte respektlos und hasst nicht nur seinen Job, sondern auch die technologisierte Welt. Er wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich sympathisch ...
    Martin Ganteföhr: Genau diese Frage wird sich auch Adam aus der virtuellen Realität stellen. Richard und Adam sind im Prinzip dieselbe Person. Allerdings fehlen Adam Erinnerungen, um dies nachvollziehen zu können. Doch je näher Adam Richard kennenlernt, desto mehr wird ihm bewusst, was für ein gebrochener Mann er ist. Warum sollte Adam diesen Menschen als sein Ebenbild akzeptieren? Was bedeutet das für Richard, wenn sein virtueller Avatar ihn selbst nicht wiedererkennen will? Könnte Adam Richard helfen, seine Zerrissenheit zu überwinden? Spannende Fragen, die sich im Laufe der Geschichte noch weiterentwickeln werden.

    Computec: State of Mind spielt in der dystopischen Welt in Berlin im Jahre 2048. Was hat dich dazu bewegt, die Hauptstadt Deutschlands auszuwählen?
    Martin Ganteföhr: Wir zeigen ein fiktionales Berlin, das technisch hochgerüstet ist, aber auch düster und bedrohlich wirkt. Der Alexanderplatz wird etwa von Hochhäusern umgeben, die Stadt ist stark von der Polizei bewacht, robotisiert und von einem anarchistischen Untergrund heimgesucht. Aber Berlin soll nicht als realistischer Schauplatz, sondern vielmehr als Symbol dienen: In einer ehemals geteilten Stadt entdeckt ein gebrochener Mann seine eigene Zerrissenheit, aber auch die der gesamten Welt.

    Computec: In State of Mind hast du dich für zwei Erzählebenen entschieden, die reale Dystopie und die fiktive Utopie. Wie verbindest du diese Ebenen miteinander?
    Martin Ganteföhr: Zwischen der utopischen und der dystopischen Welt findet Protagonist Richard einen Weg, Kontakt zu Adam aufzubauen. Die Spieler können frei zwischen dem dystopischen Berlin und der utopischen City 5 wechseln. Mit dieser Kontaktmöglichkeit lädt Richard zusätzlich Mementos, spielbare Erinnerungsfragmente, aus seinem Leben hoch, mit denen Adam Richards Lebenslauf komplementieren und sich somit an die Vergangenheit erinnern kann.
    Fragwürdige Experimente und virtuelle Realitäten sind Schlüsselthemen von State of Mind. Fragwürdige Experimente und virtuelle Realitäten sind Schlüsselthemen von State of Mind. Quelle: Daedalic Entertainment

    Computec: Wie passt State of Mind zu deinen bisherigen Titeln wie The Moment of Silence, Overclocked und 15 Days?
    Martin Ganteföhr: Wie auch schon bei meinen vorherigen Titeln ist es mir wichtig, eine Geschichte zu erzählen, mit denen sich die Spieler gedanklich auseinandersetzen. Daher finden sich sicherlich auch Ähnlichkeiten zu meinen vorherigen Spielen in State of Mind wieder. Mich interessiert es, spannende Handlungen zu den Charakteren zu entwickeln und das Konfliktpotenzial des Menschlichen zu zeigen. Was bedeutet es überhaupt, ein Mensch zu sein und was für Auswirkungen hat dies?

    Computec: State of Mind hebt sich aber nicht nur aufgrund seiner ungewöhnlichen Geschichte, sondern auch durch seinen eigenwilligen Grafikstil ab. Wieso hast du nicht auf eine realistische Optik gesetzt?
    Martin Ganteföhr: Gemeinsam mit Stefan Wacker, Art Director bei State of Mind, haben wir einen Grafikstil definiert, der die Charaktere wie auch die Geschichte unterstützt. Die Charaktere haben Ecken und Kanten, ihr Seelenleben ist fragmentiert und ihre Welt zerbrochen. Uns hat der Gedanke gereizt, diese Umstände auch auf grafischer Seite darzustellen. Dafür eignet sich der düstere, erwachsene Low-Poly-Look aus State of Mind perfekt. Zusätzlich haben wir uns gegen eine realistische Grafik entschieden, da diese Spiele sehr schlecht altern. Alles, was ich vor fünf Jahren als realistisch bezeichnet habe, würde ich heute niemals mehr so betiteln. Mit unserem "Edgee-Low-Poly"-Look setzen wir auf einen zeitlosen Stil.

    State of Mind erscheint im Frühjahr 2017 für PC (inklusive Mac- und Linux-Versionen) sowie Playstation 4 und Xbox One.

    02:00
    State of Mind: Dystopisches Adventure im Berlin der Zukunft - Trailer
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von TheSinner Erfahrener Benutzer
        Was für ein selten bescheidener Clickbait-Titel. Weder Deus Ex, noch Telltale. Als ob Daedalic es nötig hätte, wenn man das Portfolio betrachtet, als eine minderwertige Kopie von Telltale angepriesen zu werden - und für Deus Ex Fans ist es dann doppelt enttäuschend hier zu landen weil es eben gerade nicht…
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State of Mind
State of Mind-Preview: Deus Ex als Telltale-Adventure - düsterer Cyberpunk aus deutschen Landen
Daedalic Entertainment will mit State of Mind weg vom Ruf als deutscher Point&Click-Lieferant. Cineastisch wie die Telltale-Adventures von The Walking Dead bis Batman soll das neue Spiel der Hamburger sein. Wir haben uns den Cyberpunk-Thriller um Gehirn-Uploads und virtuelle Realitäten aus der Nähe angeschaut.
http://www.pcgames.de/State-of-Mind-Spiel-57362/Specials/Vorschau-Preview-Deus-Ex-als-Telltale-Adventure-1211085/
28.10.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/10/State-of-Mind-PC-Screenshots-01-pc-games_b2teaser_169.jpg
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