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  • Brachiale Borg, tolle Terraner

    Brachiale Borg, tolle Terraner Hurra, hurra, ich flieg mit Picard - falsches Lied. Diesmal geht's mit Kollegin Janeway auf die Reise. Dass sich die gesamte Crew so hölzern bewegt wie der Captain der TV-Serie Voyager, muss Zufall sein. An der Q3-Engine kann's ja nicht liegen ...
    Sternzeit 48315,6. Captain Stangl und die Crew der PC Games befinden sich auf gefährlichem Gebiet. Allein in den Weiten einer CD-ROM begeben sie sich in herausfordernde Einsätze, schlagen sich mit Fehlern im System herum und müssen sich schließlich den Fragen stellen, die nie ein Mensch zuvor beantwortet hat: Hilft die Q3A-Technik den Rundungen von Seven of Nine? Sind die Borg wirklich so böse? Und gibt es endlich ein Star-Trek-Spiel, das wirklich Spaß macht? Die Lösung naht: Wir haben mit Maus, Tastatur und Tricorder Ravens Star Trek: Voyager - Elite Force durchgespielt, um einerseits die Welt zu retten, andererseits die vollmundigen Versprechungen der Entwickler zu überprüfen.
    Der Einstieg ins Spiel erfolgt etwas lieblos: Nach einem kurzen Intro finden Sie sich in einem Borg-Würfel wieder und müssen Ihre gefangenen Kameraden retten. Das grantige Kollektiv lässt sich dank der präzisen Einsatzbeschreibungen mit Tutorial-Charakter schnell überlisten, doch am Ende der Befreiungsaktion überschlagen sich die Ereignisse. Ihr Alter Ego, entweder die männliche oder die weibliche Variante von Fähnrich Munro, ballert etwas übermotiviert auf eine Schaltkonsole, um die Kumpels aus dem Borg-Knast zu holen. Das Teil explodiert, Munro stirbt und der Spieler reibt sich verwundert die Augen. Hä? Was soll denn das? Die Aufklärung folgt nach einer kurzen Ladepause: Das Ganze war nur eine Holodeck-Simulation und Sicherheitschef Tuvok staucht den Fähnrich erst mal nach allen Regeln vulkanischer Kunst zusammen. Schluck, das hat gesessen. Der Sinn all dessen bleibt unklar. Soll man nun vorsichtiger sein oder soll man das Wohl aller über das Wohl des Einzelnen stellen? Raten Sie ruhig mit, denn Tuvok wird uns im Lauf des Spiels noch öfter die Leviten lesen.
    Wenigstens hat der Spieler nach dem moralischen Tiefschlag zum Auftakt Zeit, sich mit der Voyager und den Kameraden vertraut zu machen, bevor das Raumschiff urplötzlich von Unbekannten ins Nirgendwo katapultiert wird. Dann folgen endlich die richtigen Einsätze, auf die wir alle gewartet haben: Aliens stürmen das Föderationsschiff und müssen mit vereinten Kräften abgewehrt werden. Schon hier fällt auf, wie viel Wert die Entwickler auf so genannte scripted events gelegt haben. Dabei handelt es sich um Ereignisse, die durch Ihre Handlungen ausgelöst werden - beispielsweise, indem Sie einen bestimmten Bereich des Levels betreten, einen ausgewiesenen Gegner beseitigen oder einer Ihrer Kameraden eine Konsole manipuliert. Oft nimmt eine Mission dadurch eine völlig andere Wendung, was für viel Atmosphäre und Spannung sorgt. Gleichzeitig gehört eine gewisse Portion Geduld seitens des Spielers dazu, denn gerade auf der Voyager ziehen sich die Zwiegespräche der Kameraden oft minutenlang - weiter geht es erst, wenn sich alle über ihre Sorgen und Nöte ausgesprochen haben. Das ist beim ersten Mal gewiss spannend und unterhaltsam, doch wenn man einen Auftrag das zweite Mal spielen muss, dann wird es nervig. Schließlich lässt sich das Ganze nicht abbrechen oder beschleunigen.
    Wie es sich für ein waschechtes Star-Trek-Spiel gehört, trifft die aus der TV-Serie bekannte Besatzung samt der Elite Force auf verschiedene bekannte und unbekannte Aliens, von denen einige friedlich sind, andere dagegen arg grantig auf den Spieler reagieren. Manchmal - und das wirkt sich besonders motivierend aus - beharkt man sich gerade noch mit Photonenwerfer, Scavengerwaffe oder Riesen-Schweißgerät, bevor eine gut synchronisierte Videosequenz mithilfe der Spielgrafik einen neuen Handlungsstrang einläutet. Wie unter anderem in Unreal gibt es auch in Elite Force zwei verschiedene Feuermodi für einige Waffen, beispielsweise für den Granatwerfer. Der verschießt zum einen normale Granaten, auf Wunsch aber auch klebende Minen. Das lässt sich taktisch geschickt einsetzen. Ebenfalls positiv fiel auf, dass der Grundgedanke von Gene Roddenberry nicht völlig außen vor blieb: Nicht immer ist dumpfes Ballern die beste Lösung. Selbst im einfachsten Schwierigkeitsgrad lohnt es sich gelegentlich, einfach auf Zehenspitzen an schlafenden Gegnern vorbeizulaufen. Ganz anders dagegen der überraschende Kampf gegen den so genannten Jäger. Der taucht plötzlich mitten in einer Mission auf, hat mit der Handlung nix zu tun, hinterlässt nach seinem Verschwinden aber eine spaßige Waffe. Nette Idee, die friedliche Star-Trek-Puristen nicht stören dürfte.
    Apropos stören: Das Verhalten der Gegner ist alles andere als überzeugend. Vor allem jene unglücklichen Aliens und Kampfroboter, die nicht schießen können, lassen sich erschreckend simpel austricksen. Steigen Sie einfach auf eine erhöhte Position, dann erreichen Sie die Klauen oder Zangen der Gegner nicht mehr - jetzt lassen sich alle Widersacher bequem abballern, da sie auch zu doof sind, Ihre Kameraden anzugreifen. Im höchsten Schwierigkeitsgrad wird das nicht anders; der einzige Unterschied ist, dass Sie weniger Lebenspunkte haben. Schade. Auch die Optik ist sicher nicht das geworden, was mithilfe der Quake 3-Engine möglich gewesen wäre. Im direkten Vergleich mit Heavy Metal F.A.K.K. 2 hinkt Voyager ein Stück hinterher. Schön dagegen der Sound: Activision engagierte alle deutschen Synchronsprecher der TV-Serie, was zusammen mit der ordentlichen Übersetzung ein dickes Atmosphäre-Plus bringt.

    Star Trek: Voyager - Elite Force (PC)

    Spielspaß
    85 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Star Trek: Voyager - Elite Force
    Star Trek: Voyager - Elite Force
    Developer
    Raven Software
    Release
    01.09.2000
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von Rising-Evil Erfahrener Benutzer
        Auch wenn das Spiel mittlerweile schon mehr als ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat, ist es trotzdem noch ein toller Ego-Shooter :)
        Vor allem Kenner und Fans von Star Trek Voyager werden dieses Spiel lieben, da man fast das gesamte Schiff im Verlauf des Spiels erkunden kann unnd sämtliche Charaktere von den Original-Synchronsprechern gesprochen werden
        Zudem treten diverse aus der Serie bekannte Spezies auf (z.b Spezies 8472 )
    • Aktuelle Star Trek: Voyager - Elite Force Forum-Diskussionen

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4907
Star Trek: Voyager - Elite Force
Brachiale Borg, tolle Terraner
http://www.pcgames.de/Star-Trek-Voyager-Elite-Force-Spiel-34922/Tests/Brachiale-Borg-tolle-Terraner-4907/
07.03.2001
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2001/11/3065original[7].jpg
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