Wenig Spiel, aber ein tolles Star-Trek-Flair.
Auch für einen Kreuzer der Sovereign-Klasse ist so eine Cardassianische Raumstation ein hartes Stück Arbeit.
Wenn sie nicht gerade die Familienprobleme ihrer Crew lösen, erforschen Star Trek-Captains die Weiten des Alls und verteidigen die Föderation gegen Romulaner, Cardassianer und andere Fieslinge. Auf Letzteres konzentrieren Sie sich, wenn Sie im Kapitänssessel von Bridge Commander Platz nehmen. Anders als in Genrevettern wie Starlancer steuern Sie Ihr Schiff nicht selbst, sondern indem Sie Ihren Offizieren Befehle erteilen. Wenn Sie Ihren Blick per Maus über die Brücke schweifen lassen, können Sie auf die fünf Stationen zugreifen. Die Wissenschaftssektion spürt im Weltraum nach unbekannten Objekten, der Ingenieur verteilt die Energie auf Waffen, Schilde, Sensoren und Antrieb, über Fähnrich LoMar an der Navigationskonsole geben Sie den Kurs vor und aktivieren den Warpantrieb.
In einem typischen Arbeitstag in Bridge Commander bekommen Sie zunächst von Admiral Liu in einer Zwischensequenz Ihre Einsatzorder. Drei Mausklicks später warpt Ihr Schiff ins Zielgebiet, wo Sie prompt von drei Cardassianer-Zerstörern in Empfang genommen werden. Der abgespulte Dialog mit dem gegnerischen Captain endet unweigerlich im Scharmützel. Blick nach rechts, Alarmstufe rot, Blick nach vorn zum Waffenoffizier, Feuer frei! Der Rest läuft automatisch. Nur selten haben Sie Gelegenheit, tiefer in den Spielverlauf einzugreifen. Etwa wenn Sie vor der Wahl stehen, einem verbündeten Klingonen-Captain zu Hilfe zu eilen oder den Romulanern einen Vertrauensbeweis zu liefern, indem Sie die Schilde senken. Zwar können Sie Ihr Schiff auch eigenhändig ins Gefecht führen und den schwerfälligen Koloss per Tastatur durchs All steuern. Wirklich aufregend ist das aber nicht, da - dank automatischer Zielerfassung - die ganze Herausforderung darin besteht, Ihrem Kontrahenten möglichst immer die stärkste Seite zuzuwenden und selbst immer auf seine schwächste zu feuern. Eben das ist auch der Knackpunkt in den ansonsten abwechslungsreichen Mehrspielerschlachten, in denen Sie mit bis zu sieben anderen Captains zum Beispiel um eine Raumstation kämpfen oder in Teams gegeneinander antreten.
So eingeschränkt Ihre Aktionsmöglichkeiten sind, so gelungen ist Bridge Commander an anderer Stelle. Das fängt bei der wunderschönen Grafik an, die nicht nur die Raumschiffe der Sternenflotte und Alien-Völker perfekt in Szene setzt, sondern auch das All mit allerhand Planeten, Sternen und Nebeln aufwertet. Die Story von einer intergalaktischen Verschwörung verleitet immer wieder dazu, noch einen weiteren Einsatz zu spielen, auch die Missionen selbst halten viele Überraschungen bereit - wenn diese auch oft auf Raumschlachten hinauslaufen. Star Trek-Fans werden auf jeden Fall blendend unterhalten.


Nein, muß man nicht. Was viele einfach nicht begreifen ist, daß BC einfach nicht vorrangig ein Action-Spiel ist und es somit auch nicht als solches bewertet werden kann und darf. Vielmehr ist es ein Spiel, das sich nicht so einfach in eine Kategorie pressen läßt.
Was ich grausam finde sind Aussagen wie "Böh, da is nix los!". Es geht bei Spielen doch um Spaß, und wenn die Grafik nicht so toll ist oder es nicht an jeder Ecke rummst und kracht, dann bedeutet das noch lang nicht, daß das Spiel langweilig sein muß.