Split/Second-Vorschau: Explosionen, Autos, Zerstörung und der pure Arcade-Spaß
Der Rennwagen dürfte gleich unter dem noch fliegenden Gebäudeteil begraben werden.
Fernsehsendungen in Split/Second sind ein ganzes Stück actionreicher als in der Realität. In diesem Rennspiel vermüllen weder Supernannys noch Dieter Bohlens die Prime-Time. Stattdessen treibt ein adrenalingeladenes und richtig männliches Format die Einschaltquoten nach oben: eine Automobil-Show, bei der die Teilnehmer ganze Straßennetze verwüsten und mehrstöckige Gebäude in sich zusammenkrachen lassen. Alles nur, um die Konkurrenten auszuschalten, die Ziellinie als Erster zu überqueren und das Preisgeld abzusahnen. Wer sich an den Rennen beteiligt, muss sein Auto verdammt gut steuern können und ... völlig verrückt sein! Viel Realitätsnähe dürfen Sie bei diesem Szenario trotz der Reality-Show als Hintergrundgeschichte nicht erwarten. Zumindest konnten wir bei unseren Proberunden auch nach schwersten Unfällen unbeschadet weiterfahren.
Der Entwickler Black Rock Studio (Pure, 2008) betont, Split/Second sei keine trocken-ernste Simulation, sondern ein actionlastiges Arcade-Rennspiel, das einfach Spaß machen soll. Sämtliche Wagen sind daher frei erfunden. Optisch tut das den Karossen keinen Abbruch - die Autos sehen sehr imposant aus. Außerdem ersparen sich die Macher dadurch die oft schwierigen Verhandlungen um Lizenzen und Schadensmodell. Dieses war in der von uns gespielten Fassung noch nicht implementiert, in der finalen Version soll der Spieler seinen Wagen jedoch schrottreif fahren können.
Eine Explosion zerstörte in der vergangenen Runde die Leitplanke, sodass der Spieler bei diesem Durchlauf eine Route abseits der Straße nehmen kann.
Das Schadensmodell der Rennstrecken war aber drin. Rennspiel-Gurus unter Ihnen erinnern sich vielleicht an die Flatout-Serie des finnischen Entwicklers Bugbear. Ihr virtueller Fahrer konnte dort zum Beispiel einen Stapel schwerer Baumstämme umstoßen und somit die Strecke verändern (da er diese Stelle für die nächste Runde schwer passierbar machte). Split/Second treibt das Konzept der Streckenzerstörung konsequent voran. Die gesamte Stadt, in der die Rennen stattfinden, existiert nur für den Zweck der Reality-Show.
An einer bestimmten Stelle in dem von uns gespielten Flughafen-Level ragte ein gigantischer Fernsehturm in den Himmel. Er stand mehrere Dutzend Meter von der eigentlichen Strecke entfernt. Ein Teilnehmer sprengte das Gebäude im Vorbeifahren in die Luft. Zunächst sackte es ein Stückchen nach unten, um gleich danach mit einem ohrenbetäubenden Krach zur Seite zu kippen - und zwar auf die Straße vor unserem Wagen, der mit über 200 Sachen direkt unter den fallenden Turm raste! Wir traten gerade noch rechtzeitig auf die Bremse. Der überdimensionale Klotz zerbröselte wenige Meter vor unserer Stoßstange den Asphalt der Straße in Stücke und wirbelte eine dichte Staubwolke auf. Erst einige Sekunden später erkannten wir - immer noch mit recht hohem Tempo rasend -, dass der Turm bei seinem Fall in zwei Teile zerbrochen war und wir soeben per Zufall in einen schmalen Schlitz zwischen den beiden Teilen gepasst hatten. Zwei computergesteuerte Fahrer hinter uns hatten weniger Glück: Sie bretterten frontal in den am Boden liegenden Turm. Metall vermischte sich augenblicklich mit Stein und ein nervenzerreißendes Klirren begleitete die beiden bei ihren Überschlägen auf der Straße.
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