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Von Blade Runner bis Transformers: Lizenz-Spiele - (K)ein rotes Tuch für Spieler? - Update vom Januar 2010

21.01.2010 15:22 Uhr
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Bei dem folgenden Artikel handelt es sich um einen Report vom Mai 2008, den wir ausführlich überarbeitet haben. Thema: Spiele, Filme, Umsetzungen.

Transformers, Avatar, Iron Man: Was im Kino toppt, toppt auch auf dem PC. Nicht qualitativ, aber immerhin mit soliden Verkaufszahlen. Seien wir ehrlich: Eine Vielzahl der Filmumsetzungen sind lieblos dahin geklatschte Produkte, die dem Kinogänger ein paar Euros aus der Tasche ziehen. Natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regeln. Im Folgenden beleuchten wir das Thema Spiele auf Basis von Filmen, schreiben über misslungene und gelungene Adaptionen.

Gegenteil - Glänzt der Film noch mit herausragenden Special-Effects, lässt das Spiel grafisch zu wünschen übrig. Gegenteil - Glänzt der Film noch mit herausragenden Special-Effects, lässt das Spiel grafisch zu wünschen übrig. Tristesse am Bildschirm: Ein Beispiel
Betrachten wir als Beispiel die Umsetzung des Special-Effect-Feuerwerks Transformers. Im Film strotzen die riesigen Autobots nur so vor winzigen Details - im Spiel herrscht optische Tristesse. "Bitte parken Sie mich beim nächsten Schrottplatz", scheinen die Roboter zu grummeln, während sie lieblos animiert durch die Gegend stapfen. Kein Spieler ist zwangsläufig Grafikfetischist - ja, aber wo böte sich eine fantastische Grafik mehr an als bei Transformers, dem Vorreiter für HD-Filme? Gestochen scharfe Film-Aufnahmen, ein artefaktfreies Bild und brillante Klangqualität stehen im krassen Gegensatz zu verschwommenen Texturen, fehlender Kantenglättung und ödem Level-Design.

Woran liegt's? Die Indizien
Grafik ist freilich nicht alles. Gutes Gameplay, möglichst viel Handlungstreue und ein gesundes Maß an Abwechslung - all das gepresst in sieben bis zehn Stunden Spielzeit, die oftmals auf nicht mehr als 2 Stunden Film basieren. So sieht das ideale Ergebnis aus. Was also tun, um die Kernelemente guter Spiele mit der Lizenz zu mischen? Die Entwickler werden selbst kreativ, erfinden eigene Handlungsstränge, neue Abschnitte und mehr, immer mit der Vorgabe im Hinterkopf: Die Handlung entspringt einem Film. Mit anderen Worten: Entwicklerstudios wandern auf einem schmalen Grat zwischen Kreativität und Zwangsjacke, inklusive einem enormen Zeitdruck. Spiel und Film mögen schließlich zeitgleich im Kino anlaufen beziehungsweise im Handel stehen. Der Grund: Wer begeistert aus dem Kino kommt, der greift auch blind ins Spieleregal. So funktioniert Marketing.

Ohne Zeitdruck spielt sich's besser. Schlacht um Mittelerde wusste zu begeistern. Ohne Zeitdruck spielt sich's besser. Schlacht um Mittelerde wusste zu begeistern. Gut Ding will Weile haben: Schlacht um Mittelerde
Dass der Faktor Zeit eine tragende Rolle bei der Entwicklung von Lizenz-Spielen hat, beweist unter anderem Der Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde. Das Echtzeit-Strategiespiel von Electronic Arts erschien Ende 2004, rund zwei Jahre nach dem dritten Der Herr der Ringe-Kinofilm (und knapp vier Jahre nach dem ersten). In Ausgabe 01/2005 zückten wir eine Spielspaßwertung von 93 Prozent, Schlacht um Mittelerde 2 erreichte ein Jahr später 91 Prozent. Löblich auch die Bestrebung EAs, ein beziehungsweise zwei Strategiespiele auf Basis aller drei Filme zu publizieren. Und nicht zu jedem Film ein gesondertes Produkt.
2004 war ohnehin ein gutes Jahr für Film-Umsetzungen. Im Dezember erschien der Ego-Schleich-Shooter The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay, der die Vorgeschichte zu den Vin Diesel-Filmen Pitch Black: Planet der Finsternis und Riddick: Chroniken eines Kriegers erzählt. Als Qualitätsbeweis fungieren unter anderem die PC Games-Spielspaßwertung von 86 Prozent, die durchschnittliche Wertung der pcgames.de-Leser von 83 Prozent sowie die MTV-Auszeichnung "Bestes Computer-Spiel basierend auf einem Film 2004". Nichtsdestotrotz waren die Verkaufszahlen gering, unter anderem der fehlenden Promotion verschuldet.

Blick in die Gegenwart
James Cameron's Avatar, SAW, James Bond: Ein Quantum-Trost - ein Blick auf halbwegs aktuelle Film-Umsetzungen zeigt: es geht (langsam) aufwärts mit dem umstrittenen Sub-Genre. Die Highlights halten sich in Grenzen (Batman: Arkham Asylum klammern wir an dieser Stelle bewusst aus, weil es sich lediglich um ein Spiel auf Basis einer bestehenden Lizenz handelt), richtig, aber auch die Totalausfälle á la Iron Man machen sich zunehmend rar. "Ein Spiel, das auf einer Filmlizenz beruht, muss nicht zwangsläufig schlecht sein", sagt Nicholas Longano von Brash Entertainment (SAW), der unter anderem an Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay gearbeitet hat. Sein Studio hat sich 2007 der Spiel-Umsetzung von Filmen verschrieben, ohne Zeitdruck, mit Zwangsjacke. "Ich denke, die Wahrnehmung des Themas hat sich seit Escape from Butcher Bay merklich geändert", sagt er. Nein, meinen wir, noch nicht, aber der Weg zur besseren Wahrnehmung wird langsam aber sicher gepflastert.

Online-Redakteur
Moderation
21.01.2010 15:22 Uhr
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Dein Kommentar
Benutzer
Bewertung: 0
22.01.2010 07:59 Uhr
Zitat: (Original von Zubunapy;6680922)
Und HDRO? Wird immernoch gezoggt. Also kein rotes Tuch sondern immer einen Blick wert.

HdRO basiert auf der Buch-, nicht Filmlizenz.
Community Officer
Bewertung: 0
21.01.2010 19:32 Uhr
Zitat: (Original von Norrec78;6678360)
Die beste Filmumsetzung ist für mich "Blade Runner". Das kam von der Atmosphäre her am ehesten an den Film ran. Das hat nen Ehrenplatz in meiner Sammlung.

Dito.
Das ist nach wie vor mein Lieblingsadventure und ich spiel es immer wieder gerne durch. Atmosphärisch bis heute unerreicht. Hat ebenso wie der Film auch bei mir einen Ehrenplatz im Regal.
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
21.01.2010 15:44 Uhr
Ähm.. Hisweis für die PC-Games-Redaktion, Thema "King Kong":
Jack Driscoll war der Drehbuch- und Theaterautor. Der Name des erfolglosen Regisseurs war Carl Denham.

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