Die Zukunft der PC-Spiele: #1 Internationalisierung
Games globalize - ein paar Fallbeispiele
Eine Serie, an der sich der Trend "Lasst uns internationaler werden!" gut ablesen lässt: Die Siedler. Bereits für den dritten Teil, erzählt Volker Wertich, fasste Bluebyte die USA als Absatzmarkt stärker ins Visier. Der Einstieg ins Spiel sollte leichter, Erfolgserlebnisse häufiger werden. Das gelang zunächst nicht wirklich - nach Teil 4 gingen die Entwickler (inzwischen von Ubisoft gekauft) noch einmal an die Schreibtische. Das Resultat Die Siedler: Das Erbe der Könige, verkaufte sich zwar solide, ging jedoch von der ursprünglichen Serie ein ganzes Stück weg.
Bemerkenswert: Obwohl besonders gegenüber der deutschen Presse immer wieder von einem "Zurück zu den Wurzeln" gesprochen wurde, prangert an der Packung der US-Version trotzdem ein grimmiger Ritter.
Die Siedler sind vielleicht die bekanntesten, bei weitem aber nicht die einzigen Beispiele (wer hat da "Globalisierungsopfer" gesagt?) für Internationalisierung. Gerade Strategiespiele scheinen ein sehr typisch deutsches Phänomen, man denke nur an Die Völker oder auch Die Gilde. Gothic 4 wird, glaubt man Brancheninsidern, auch einen Schritt weg von der schroffen Welt, hin zu mehr Disney-Mittelalter gehen.
Es ist angesichts des wirtschaftlichen Drucks und der Ausrichtung der Publisher wahrscheinlich, dass der Trend sich hier weiter fortsetzt. Gerade im MMO-Bereich wird auch immer wieder der Versuch unternommen, Spiele in Deutschland zu etablieren, man denke nur an den Marketingaufwand für Bounty Bay Online - wobei Internationalisierung nicht wirklich heißt, dass Budget für bessere deutsche Sprachausgabe verwendet wird.
Wer sich die "deutschen" Marken anschaut, stellt fest, dass die Mannschaft kleiner geworden ist: Siedler und Gothic gehen ihren Weg, bei Anno 4 wird sich alsbald zeigen, wohin die Galeere segelt. Darüber hinaus? Jack Keane, Ankh und Geheimakte haben wohl allesamt bereits ihren Nachfolger in Aussicht, ohne dass eine große Veränderung ansteht. Phenomic (Spellforce, mittlerweile von EA gekauft) werkelt derzeit an einem Strategie-MMO. Sacred 2 hingegen hat aus Sicht der deutschen Spieler das Glück, dass bereits der Vorgänger international erfolgreich war.
Was heißt das für mich als Spieler? In Teilen gilt der oft gehörte Leitsatz: Globaler denken und die Macht als Konsument begreifen. Wobei gerade Gothic 3 die Kaufentscheidung pro deutsches Rollenspiel nicht eben leicht machte.


leider muss man in letzter Zeit öfters die Rechtschreibung bemängeln.
Deutschland macht sehr schöne Spiele.