Deutschland gegen den Rest der Welt: Spielkritiken im Vergleich
Die deutsche Fachpresse ist sich einig: Anno 1602 (zum Klassik-Test) gehört trotz des hohen Alters zum Besten, was das Aufbau-Strategie-Genre zu bieten hat. Die internationalen Kritiker schaudert es derweil vor Unmut, gamerankings.com listet das Spiel mit einer Durchschnittswertung von 74 Prozent. Wodurch begründet sich der immense Wertungsunterschied? Heimvorteil? PCGames.de geht der Sache auf den Grund und vergleicht deutsche mit internationalen Kritiken.
Anno 1602
Tempo, Tempo!
In Sachen Anno 1602 deutet der Testbericht unserer Kollegen von gamespot.com auf einen Mentalitätsunterschied hin: "[...] Anno 1602 mixt die bewährte Aufbau-Strategie-Formel mit etwas europäischer Empfindsamkeit. Das Spiel ist langsamer, weniger brutal und sehr freundlich. [...] Sogar bei schnellster Spielgeschwindigkeit dümpelt das Spiel streckenweise ereignislos vor sich hin. Anhand dieses gemäßigten Tempos entscheiden Sie, ob Ihnen das Spiel gefällt oder nicht."
Indes erachten die Kollegen von IGN.com die hierzulande hochgelobte Komplexität und Spieltiefe als K.O.-Kriterium: "Das Wirtschaftssystem von Anno 1602 benötigt viel Geduld und Einarbeitungszeit. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich ohne Geld und Einnahmequellen dastand", so der verantwortliche Redakteur in seinem Artikel.
Anno 1701
Auch die beiden Nachfolger des in Deutschland sehr erfolgreichen Aufbau-Strategiespiels konnten in den Vereinigten Staaten keine überragenden Wertungen verzeichnen. Laut gamerankings.com liegt die Durchschnittsbeurteilung von Anno 1503 bei 72%, die von Anno 1701 bei 79%. Allen gemeinsam und vermutlich ein Grund für die unbefriedigenden Wertungen: die "deutsche Optik", hart, dunkel, gedeckt. Das könnte den internationalen Augen nicht gefallen.
Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs
Untersuchen wir mal ein anderes deutsches Produkt: Die Siedler. Wer auf pcgamesdatabase.de nach "Siedler" sucht, wird fast ausschließlich im Über-80-Prozent-Bereich fündig. Wer auf gamerankings.com nach "Settlers" sucht, muss die Messlatte tiefer legen. Lediglich der zweite Teil konnte die internationale Fachpresse vollends überzeugen, alle anderen dümpeln mit Wertungen zwischen 60 und 75 Prozent in tieferen Gewässern. K.O.-Kriterium laut diverser Testberichte: Es gibt nichts zu tun im Siedler-Universum, über lange Strecken schaue man den fleißigen Männlein einfach nur bei der Arbeit zu.


1. Frage: Stammt der ganze Bericht von Thomas Wilke (Online…