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  • Augen auf beim Spielekauf - die Marketing-Tricks der Publisher

    Nicht selten greifen namhafte Publisher zu sogenannten Marketing-Tricks, um ihre Spiele besser an den Mann zu bringen. In unserem Artikel beleuchten wir die gängigsten Methoden und zeigen euch die bekanntesten Beispiele der fiesen Tricks.

    Der Videospielmarkt ist ein beinhartes Geschäft. Bei der großen Fülle an Publishern und Spielen greift so manche Firma in die üble Kiste der Marketing-Tricks, um ein eher durchschnittliches Produkt schöner und besser erscheinen zu lassen, als es in Wirklichkeit ist. Neben geschönten Screenshots – den sogenannten Bullshots – preisen Spielehersteller und -entwickler auch manchmal Features vor dem Erscheinen eines Titels an, die es nicht in die Verkaufsversion schaffen oder zeigen Videos von Abschnitten, die so im Spiel nicht auftauchen. In unserem Artikel wollen wir euch anhand von Beispielen vorführen, wann bei euch die Alarmglocken klingen sollten.

    Lizenzspiele

    Rambo: The Video Game ist eine klassische Lizenzgurke. Rambo: The Video Game ist eine klassische Lizenzgurke. Wer kennt das Gefühl nicht? Nach einem Kinobesuch hat man mächtig viel Lust darauf, den grandiosen Film noch einmal nachzuerleben und am liebsten selbst den Superman oder Batman zu mimen. Die Spielepublisher haben diesen Wunsch der Videospieler schon in den Anfangstagen der Industrie erkannt und entsprechend Lizenzspiele seit den frühen 80ern herausgebracht. Während Spiele wie etwa die Ableger der Batman Arkham-Reihe von WB Games aufgrund ihrer spielerischen Qualitäten auch locker ohne die titelgebenden Helden auskommen könnten, fragt man sich dagegen bei E.T. (1982, Atari 2600) oder Asterix und Obelix gegen Cäsar (1999, PC, PS1 und Gameboy Color) - um nur zwei Titel aus der Liste aus der langen Liste der Lizenzgurken zu nennen - was sie zum einen überhaupt mit der Vorlage gemein haben und zum anderen, worin der Spielspaß bestehen soll.

    Fast alle großen Publisher setzen noch heute auf solche Filmversoftungen, die nur den Namen nach etwas mit dem Original zu tun haben oder als eigenständige Spiele kaum eine Chance auf dem hartumkämpften Videospielmarkt hätten. Das vielleicht bekannteste Beispiel aus jüngster Zeit ist Rambo: The Video Game (2014, PC, Xbox 360 und PS3), das von Koch Media in Deutschland vertrieben wird. Der deutsche Hersteller bezeichnet das Spiel als einen First-Person-Shooter, in dem man "zum ersten Mal die Höhepunkte der drei Rambo-Filme selbst spielt". In Wahrheit handelt es sich bei Rambo jedoch um einen ziemlich flachen und altbackenen Rail-Shooter, dessen Szenen nicht immer mit den Filmen etwas zu tun haben. Wer also nach einem Kinobesuch das Gefühl hat, unbedingt das Spiel zum Film kaufen zu müssen, sollte lieber vorher überprüfen, was die Fachmedien über den Titel zu sagen haben.

    Fehlende Features

    Einige der von Peter Molyneux angekündigten Features für Fable 1 fand man in der endgültigen Fassung entweder gar nicht wieder oder in veränderter Form. Einige der von Peter Molyneux angekündigten Features für Fable 1 fand man in der endgültigen Fassung entweder gar nicht wieder oder in veränderter Form. Quelle: news.xbox.com Die Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und so beschäftigen sich Tausende Gamer ausgiebig mit bereits angekündigten Titeln, die aber erst viele Monate später erscheinen. Einige Entwickler haben jedoch die Angewohnheit, vorab Features in ihren Spielen anzupreisen, die aufgrund der technischen Möglichkeiten am Ende nicht umsetzbar sind oder aus anderen Gründen im Daten-Nirvana landen. Leider werden solche Streichungen nicht immer explizit bekanntgemacht und so hat zum Beispiel Peter Molyneux den Ruf, tolle Ideen zu haben und sie anzupreisen, aber sie nicht alle komplett umzusetzen. Gute Beispiele hierfür sind die beiden bekanntesten Spiele der Entwicklerlegende, die Göttersimulation Black & White (2001, PC) und das Rollenspiel Fable (2004, Xbox und PC).

    Zu Black & White gab es vor dem Erscheinen des Spiels eine ausführliche Tagebuchreihe der Entwickler und als Leser bekam man zum Beispiel das Gefühl, dass die Kreatur, die man im Laufe des Spiels erziehen soll, ein sehr wichtiger Faktor in Black & White werden würde. Doch nachdem man die erste Mission des tatsächlichen Spiels absolviert hatte, konnte man die nachfolgenden Levels auch fast ohne den eigenen Zögling erledigen. Für Fable hingegen versprach Molyneux, dass die Spieler je nach dem wie sie mit ihrem Helden handeln, ein ganz anderes Spiel und eine ganz andere Geschichte erleben würden. Am Ende gab es zwar unterschiedliche Enden für die guten und bösen Spieler, aber schlussendlich machte das sonst kaum etwas aus. Auch andere, kleinere Features, hatte Molyneux für Fable angekündigt, die es aber nicht in die endgültige Version schafften. Ob aber zum Beispiel die nicht verwirklichten, wachsenden Bäume einen echten Kaufgrund für das Rollenspiel dargestellt hätten, wagen wir zu bezweifeln.

    06:23
    So ein "Bullshot"! Wie Publisher bei Screenshots und Trailern schummeln

    Authentizität

    Medal of Honor wollte mit mehr Realismus sich gegen Call of Duty: Modern Warfare behaupten. Dabei unterscheiden sich die Spiele in Sachen Authentizität kaum voneinander. Medal of Honor wollte mit mehr Realismus sich gegen Call of Duty: Modern Warfare behaupten. Dabei unterscheiden sich die Spiele in Sachen Authentizität kaum voneinander. Quelle: Electronic Arts Wenn man sich schon auf virtuellen Schlachtfeldern herumtobt, dann sollten sie bitte sehr so realistisch wie möglich wirken. Das dachte sich zumindest Electronic Arts, als der Publisher seine erfolgreiche Ego-Shooter-Reihe Medal of Honor vor vier Jahren wiederbeleben und ein echtes Verkaufsargument gegen Activisions Call of Duty-Reihe parat haben wollte. Das für die Entwicklung zuständige Studio Danger Close gab in Pressemitteilungen bekannt, dass man echte Kriegsveteranen als Berater für die Produktion angeheuert hätte und so eine Einzelspielerkampagne abliefern würde, die eine authentische Sichtweise – sprich die eines Kriegsveteranen – wiederspiegeln würde.

    Auch beim Nachfolger Medal of Honor: Warfighter griff EA übrigens auf eine sehr ähnliche Werbekampagne zurück. Was die beiden Titeln jedoch in Sachen Authentizität von einem Call of Duty unterscheiden soll, bleibt bis heute ein Rätsel. Denn wie in Activisions Shooter-Reihe ballert man sich in beiden Medal of Honor-Spielen durch schlauchartige Levels, tötet mehr als dumme KI-Gegner und hält dabei mehrere Treffer ohne Probleme aus. Komisch, dass die Arma-Reihe, die als die realistischste Kriegssimulation bis Dato gilt, nie mit der Beteiligung von echten Kriegsveteranen Werbung gemacht hat …

    Geschönte Screenshots

    Ob The Crew von Ubisoft am Ende tatsächlich so schön aussieht wie auf den bisher veröffentlichten Screenshots, lässt sich noch nicht sagen. Ob The Crew von Ubisoft am Ende tatsächlich so schön aussieht wie auf den bisher veröffentlichten Screenshots, lässt sich noch nicht sagen. Quelle: Ubisoft Ein sehr gutes Spiel braucht keine sehr gute Grafik. Diese Tatsache dürfte den meisten Gamern bekannt sein. Doch trotzdem freuen wir uns darüber, wenn zum Beispiel ein Crysis eine solche Grafikpracht auf den Bildschirm zaubert, dass gar ein High-End-PC aufgrund von Überbelastung fast abzurauchen droht. Die Publisher wissen sehr genau, dass man leicht Interesse wecken kann, wenn man Monate vor dem Erscheinen des Spiels Screenshots online stellt, die eine unglaublich hohe Detailfülle oder einen riesigen Grafiksprung im Vergleich zum Vorgänger aufweisen – auch wenn die besonderen Grafikeffekte nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm hinzugefügt werden.

    Insbesondere Ubisoft hat mithilfe dieser sogenannten Bullshots des Öfteren geschummelt, etwa im Falle des Wii-exklusiven Ego-Shooters Red Steel (2006, Wii). Die ersten veröffentlichten Screenshots wirkten wie aus einem sehr hübschen Manga-Comic entnommen, die gespielte Realität war dann am Ende aber allerhöchstens Wii-Standard. Das gleiche Spiel betrieb der französische Publisher auch bei Far Cry: Vengeance (2007, Wii) oder gar beim eh schon wunderhübschen Assassin's Creed 4: Black Flag (2013, PC, Xbox und PS). Auch bei den kommenden Veröffentlichungen wie The Crew (2014, PC, Xbox One und PS4) und Watch Dogs (2014, PC, Xbox und PS) bekommt man leicht das Gefühl, dass die Franzosen wieder einmal kräftig mit Photoshop nachgeholfen haben. Doch hier sollte man noch so lange abwarten, bis die finalen Versionen der Spiele auf den Markt kommen; erst dann wird es Zeit, die Spielerschaft zum kolossalen Shitstorm aufrufen.

    Ubisoft nun als die einzige Inkarnation des Bösen abzustempeln, wäre ebenfalls falsch. Denn auch die anderen Publisher wie etwa Bandai Namco haben jüngst durch Bullshots traurige Berühmtheit erlangt. So unterscheidet sich das Material aus der Gameplay-Demo von Dark Souls 2 (2014, PS3, Xbox 360 und PC) stark von der endgültigen PS3-Fassung des Rollenspiel-Schnetzlers und trotzdem fand man zum Beispiel auf der Verkaufsplattform Steam Screenshots, die offensichtlich aus der grafisch hübscheren Demo stammen.

  • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
    Von zeugma
    Ein Bericht über DLCs wäre auch nicht schlecht.
    Von Sanador
    Bei dem Beispiel Clash of Clans frage ich mich, weshalb das Spiel so populär ist. Denn Pay2Win-Systeme schrecken doch…
    Von leckmuschel
    the last of us war europäisch uncut, wo im multiplayer animationen gefehlt haben, gegenüber der us uncut. und man hat…
    • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel

      • Von zeugma Neuer Benutzer
        Ein Bericht über DLCs wäre auch nicht schlecht.
      • Von Sanador Erfahrener Benutzer
        Bei dem Beispiel Clash of Clans frage ich mich, weshalb das Spiel so populär ist. Denn Pay2Win-Systeme schrecken doch meist die potenziellen Kunden ab. Tja, scheinbar doch nicht immer.

        Noch als kleiner Hinweis: Aliens: Colonial Marines wurde 2013 veröffentlicht, nicht wie im Text 2012.  
      • Von leckmuschel Erfahrener Benutzer
        Zitat von Monalye
        Ich finde das Wort "Marketing-Tricks" im Titel dieses Threads teilweise recht irreführend.

        Zum Beispiel zum Punkt "unfertige Spiele". Klar hat noch kein Publisher auf die Packung geschrieben, das ein Spiel eventuell unfertig wäre und deshalb Patches nachgeschoben…
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Augen auf beim Spielekauf - die Marketing-Tricks der Publisher
Nicht selten greifen namhafte Publisher zu sogenannten Marketing-Tricks, um ihre Spiele besser an den Mann zu bringen. In unserem Artikel beleuchten wir die gängigsten Methoden und zeigen euch die bekanntesten Beispiele der fiesen Tricks.
http://www.pcgames.de/Spielemarkt-Thema-117280/Specials/Augen-auf-beim-Spielekauf-die-Marketing-Tricks-der-Publisher-1116272/
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http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/03/Watch_Dogs_S_VIP_MOTORCYCLE_STEAMPIPE_1920x1080-pc-games_b2teaser_169.jpg
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