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Debatte über Spiele-Tests: PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich antwortet auf Christian Schmidts Essay - jetzt mit Video

24.09.2011 09:00 Uhr
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Wie geht ein richtiger Spiele-Test? Diese Frage wird derzeit emsig debattiert und hat es sogar auf das große Nachrichtenportal Spiegel Online geschafft. Den Auslöser gab ein Essay des ehemaligen stellvertretenden Chefredakteurs der Gamestar, Christian Schmidt, der sich mehr intelligente Reflexion und Einordnung der Spiele in den gesellschaftlichen Kontext wünscht als bloße Funktionsbeschreibung und -bewertung. PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich antwortete nun auf die Debatte. Wie ist eure Meinung?

Petra Fröhlich antwortet Christian Schmidt zur Debatte über Game-Tests: 'Nicht die Kritiken sind platt, aber viele Spiele.' Petra Fröhlich antwortet Christian Schmidt zur Debatte über Game-Tests: "Nicht die Kritiken sind platt, aber viele Spiele." Es ist, als hätte Christian Schmidt, zuletzt stellvertretender Chefredakteur des Spielemagazins Gamestar, in ein Wespennest gestochen. Schmidts bei Spiegel Online veröffentlichter Essay, in dem er "mehr Geist" von den Games-Testern fordert, verbreitete sich in Windeseile in der Spielebranche, zu der Schmidt 13 Jahre lang gehörte, und wird dort derzeit in nahezu jeder Redaktion kontrovers diskutiert. PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich setzt sich nun mit Schmidts Thesen in einem Artikel auseinander, der heute ebenfalls auf Spiegel Online veröffentlicht wurde.

In seinem Aufsatz fordert Schmidt von den Spiele-Redakteuren ein Umdenken beim Anfertigen von Rezensionen. Schmidt wirft den etablierten Spielezeitschriften vor, dass "die althergebrachte Berichterstattung für immer weniger Leser Relevanz" besäße. Der heute gepflegte Spielejournalimus sei "verknöchert, selbstzweckhaft und in vielerlei Hinsicht anachronistisch." Spiele-Tester würden sich darauf versteifen, die Funktionsweise eines Spiels zu beschreiben und es detailliert in seine einzelnen Bestandteile zu zerlegen. Dabei wäre das journalistische Niveau nicht ausreichend genug, und die Praktikanten-Dichte würde laufend zunehmen.

Sie würden sich an Hardcore-Gamer richten und missachten, dass Spiele sich bereits auf dem Weg "in die Mitte der Gesellschaft" befänden und somit andere Zielgruppen ignorieren. Schmidt verlangt, dass eine gute Kritik die Spiele in den gesellschaftlichen Gesamtkontext setzt, sich nicht auf Details versteift, "Geschichten über Spiele erzählt" und nicht "Geschichten aus Spielen". Dass sie aufhört, detailliert "Spiele in ihre funktionalen Bestandteile zu zergliedern, deren Wechselwirkung zu beschreiben und das Ergebnis in detaillierten Prüfprotokollen niederzulegen, samt Endnote mit Nachkommastellen." Das sei nicht mehr ihre Aufgabe und sinkende Auflagenzahlen würden mangelndes Interesse an der bisherigen Vorgehensweise bestätigen.

PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich griff Christian Schmidts Thesen nun auf und konterte mit zum einen mit der Feststellung, dass das Informationsbedürfnis der Spieler zum einen nach wie vor "gewaltig" sei, gerade bei Nischenthemen wie etwa den Online-Rollenspielen. "Will man im Online-Rollenspiel-Segment reüssieren, ist ein nie gekannter Spezialisierungsgrad vonnöten. An der Redaktionskaffeemaschine treffe ich jeden Morgen angestellte Vollzeit-Hexenmeister, -Paladine und -Schamanen mit Firmenparkplatz und Lohnsteuerkarte." Computec Media beschäftige mehr Autoren und überweise mehr Honorare als je zuvor.

PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich über die Test-Debatte. PC Games-Chefredakteurin Petra Fröhlich über die Test-Debatte. Zum anderen würden die meisten Spiele gar nicht dafür taugen, um sie "ökonomisch, ethisch, künstlerisch oder gesellschaftlich" zu besprechen. Es gebe zwar Ausnahmetitel, zu denen dann auch entsprechende Reportagen erscheinen. Jedoch sei zu bedenken: "Zu glauben, man würde alleine damit ein Publikum signifikanter Größe erreichen, ist mindestens mutig." Die meisten potenziellen Käufer von Computer- und Videospielen hätten nämlich ganz konkrete Fragen und Erwartungen an Spieletests: Was kann man in dem Spiel tun? Wo liegt der Unterschied zum Vorgänger, wie funktionieren einzelne Features? Denn Features seien es, die eine Spielerezension etwa von einer Buchrezension unterscheiden würden.

Grafik, Sound, Bedienung, Multiplayer und dergleichen müssen analysiert und abgewogen werden, um dem Spiel ein Qualitätsmerkmal zu verpassen. Bei Spielepreisen ab 50 Euro aufwärts erwarten potenzielle Käufer eine präzise Analyse.
Außerdem verwechsle Schmidt die beiden Gruppen Spielenutzer und Spielefans. "Einem begeisterten Angry-Birds-Spieler ein Fachmagazin für 5,50 Euro verkaufen zu wollen, ist nicht weit entfernt von dem kühnen Ansinnen, einen Flachgewässer-Urlaubsschnorchler von der Notwendigkeit eines Tauchsportmagazins zu überzeugen."

Bei Spielefans hingegen, die sich über ihr Spiel möglichst genau informieren wollen, sehe das allerdings anders aus. Zum Artikel von Petra Fröhlich über die Spiele-Test-Debatte gelangt ihr über den Link, Christian Schmidts Essay dazu findet sich unter Link Nummer Zwei. Und jetzt seid ihr dran, schließlich geht es hier um Euch: Wie ist Eure Meinung zu der Debatte? Nutzt unsere Kommentarfunktion und beteiligt Euch!

Leitender Online-Redakteur
Moderation
24.09.2011 09:00 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
06.12.2011 09:28 Uhr
Weil ich ein anderes Klientel erreichen wollte. Wenn sowas schonmal auf in "der Öffentlichkeit" diskutiert wird, dachte ich mir. Ich geh ja auch nicht zum Bauern und erklär ihm seine Kartoffeln.
Klugscheißer
Bewertung: 0
05.12.2011 09:06 Uhr
... warum postest du den Beitrag nicht hier? 
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
05.12.2011 08:59 Uhr
Mein Beitrag zum Thema kurz nach Veröffentlichung am 30. hat es leider nicht durch die interne Spiegel Zensur geschafft. Vermutlich weil ich nicht die Meinung des TE vertreten habe. Es war ein umfangreicher und sachlicher Beitrag der zeigte wie gut das bestehende System funktioniert.

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