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  • Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick

    Vom reaktionären Romanautor zur weltweit erfolgreichen Computer- und Videospiele-Marke: Wir blicken zurück auf die bewegte Karriere des Tom Clancy, sein Entwicklerstudio Red Storm und Megaseller wie Rainbow Six, Ghost Recon oder Splinter Cell.

    Sean Connery und Alec Baldwin liefern sich ein episches Psychoduell an Bord zweier hochmoderner U-Boote - das Meer tost, die Luft knistert, ein dritter Weltkrieg droht! So packend kommt der Thriller Jagd auf Roter Oktober weltweit in die Kinos. Computerspieler müssen sich die maritime Spannung indes selbst denken: Denn die Software-Umsetzung von Grandslam Entertainment aus dem Jahr 1987 kommt optisch betont nüchtern daher. Als virtueller Kommandant blickt man durch das Periskop auf den Pixel-Ozean, dreht an Instrumenten herum und liest die als Textmeldungen dargestellten Rufe der Crew. Doch die sperrige Simulation kommt gut beim Publikum an und bleibt entsprechend nicht die letzte Versoftung eines Romans aus der Feder von Tom Clancy. Mit Red Storm Rising (1988) und SSN (1996) folgen zwei weitere Titel, die sich um das Führen eines Unterseeboots drehen - bis der Autor schließlich sein Software-Schicksal selbst in die Hand nimmt...

    17:32
    The Division: Ausführliche Hands-on-Vorschau im Video

    Von Stürmen und Regenbögen

          

    Ende der 80er: Erste Spiele zu Tom Clancys Büchern erscheinen. Jagd auf Roter Oktober (hier im Bild), SSN und Red Storm Rising sind U-Boot-Sims mit rudimentärer Grafik. Ende der 80er: Erste Spiele zu Tom Clancys Büchern erscheinen. Jagd auf Roter Oktober (hier im Bild), SSN und Red Storm Rising sind U-Boot-Sims mit rudimentärer Grafik. Quelle: Red Storm Nach der Gründung von Red Storm Entertainment (siehe Abschnitt "Red Storm Rising") ist das Studio exklusiv für die Entwicklung sämtlicher Computer- und Videospiele zu Clancy-Büchern zuständig. Den Anfang macht mit Politika (1997) eine Neuinterpretation des klassischen Brettspiels Risiko - dem Spiel liegt Clancys gleichnamiger Roman passenderweise bei. Die Flug-Action Aironauts markiert zwei Jahre später Red Storms ersten Versuch, einen exklusiven Konsolentitel als Marke zu etablieren - doch das mäßige Spiel floppt und erscheint nur in Europa. Weitaus erfolgreicher verläuft der Release eines anderen Titels, der 1998 für den PC, die erste Playstation und Nintendos N64 auf den Markt kommt: Rainbow Six. Dabei hat der Taktik-Shooter in seiner ersten Konzeptionsphase noch rein gar nichts mit irgendeiner Buchvorlage zu tun: Die Entwickler wollen den Kampf von Spezialeinheiten gegen Terroristen in den Mittelpunkt eines Shooters stellen - der Arbeitstitel des Projekts lautet Black Ops.

    Zu Rainbow Six wird das Spiel erst, als klar wird, dass Tom Clancy parallel an einem Buch schreibt, welches sich ebenfalls um die Antiterror-Thematik dreht. Red Storm verändert einzelne Missionen, um sie an die Handlung der gleichnamigen Lektüre anzupassen. Weil Letztere jedoch zum Release des Spiels noch nicht fertiggestellt ist, gibt es diverse Abweichungen in Sachen Story und Charaktere. Den Spielern ist das aber sowieso komplett egal: Rainbow Six wird aufgrund seiner kompromisslos-speziellen Elemente zum Kult. So legt man vor jeder Mission in der Planungsphase fest, welches Equipment ins Gefecht geführt wird und wie die Infiltration im Detail vonstattengehen soll. Der Schwierigkeitsgrad bringt nicht wenige Käufer zur Verzweiflung: Denn Rainbow Six will realistisch sein und seine Spieler zum taktischen Vorgehen zwingen - ein Schachzug, der voll aufgeht. Herrlicher Klischee-Unsinn am Rande: Einer der Operatoren genannten Superpolizisten heißt Lars Beckenbauer und kommt laut offizieller Biografie aus Chemnitz.

    Mit Teil 1 der Rainbow Six-Reihe landet Red Storm seinen ersten Hit. Die Taktik-Kämpfe zwischen Spezialeinheiten und Terroristen faszinieren im Single- und Multiplayer. Mit Teil 1 der Rainbow Six-Reihe landet Red Storm seinen ersten Hit. Die Taktik-Kämpfe zwischen Spezialeinheiten und Terroristen faszinieren im Single- und Multiplayer. Quelle: Red Storm Gerade mal zwölf Monate und ein Add-on (Eagle Watch) später bringt Red Storm bereits die erste Fortsetzung seiner Erfolgsreihe heraus: Deren Titel Rainbow Six: Rogue Spear spielt auf einen Begriff an, den Tom Clancy in seinen Büchern für Atombomben verwendet, die sich in der Hand von Nichtregierungsorganisationen befinden. Spielerisch wie technisch halten sich die Verbesserungen zwar in Grenzen, der Taktik-Shooter ist aber vor allem dank seiner optionsreichen Mehrspieler-Komponente ein durchaus würdiges Sequel. Die im April 2000 veröffentlichte Erweiterung Urban Operations entpuppt sich dann als kleiner Meilenstein: Denn das eingebaute Mod-System samt Plugins für Photoshop & Co. sorgt dafür, dass die internationalen Rainbow Six-Fans zahlreiche Eigenbau-Verbesserungen und -Elemente basteln. Deutlich trockener kommen die Covert Ops Essentials daher: Der Serien-Ableger (Release: September 2000) gibt sich als Trainingsprogramm für den Antiterrorkampf mit passenden Lernvideos und Multiple-Choice-Tests.

    Noch obskurer: Rainbow Six: Take-Down wird von Kama Digital entwickelt und erscheint nur in Südkorea! Tatsächlich liegen die Geschicke der Serie nun nicht mehr alleine in der Hand von Red Storm, denn das Studio gehört inzwischen zu Ubisoft. Und der Publisher orientiert sich an damaligen Hits wie Counter-Strike und verändert entsprechend auch die Ausrichtung der Rainbow Six-Spiele: Raven Shield (2003) enthält beispielsweise nur auf dem PC eine Planungsphase, Konsoleros schießen ohne vorheriges Taktieren. Das Add-on Athena Sword fügt wenig später acht neue Missionen hinzu. Mit Rainbow Six: Lockdown (2005) wird die einst so originelle Action-Serie dann endgültig zum Mainstream-Shooter - die früheren Fans sind empört.

    Der erste Teil des Vegas-Ablegers erfreut sich großer Beliebtheit, was man vom vergeigten Nachfolger leider nicht behaupten kann. Der erste Teil des Vegas-Ablegers erfreut sich großer Beliebtheit, was man vom vergeigten Nachfolger leider nicht behaupten kann. Quelle: Ubisoft Doch Ubisoft lässt sich nicht von seinem Weg abbringen und setzt mit Rainbow Six: Vegas noch einen drauf: Regenerierende Lebensenergie und Third-Person-Elemente machen die Gefechte im Glücksspielparadies zum ordinären Action-Spektakel - wenngleich das Spiel natürlich extrem unterhaltsam ist. Der direkte Nachfolger entpuppt sich jedoch als riesige Enttäuschung und bis auf einen Handy-Ableger wird es jahrelang ruhig um Red Storms Spezialeinheit. Bis man Ende 2011 dann Rainbow 6: Patriots (ja, hier wird die Zahl plötzlich nicht mehr ausgeschrieben) ankündigt: Doch die Story um amerikanische Faschisten, die ihre eigenen Landsleute terrorisieren, ist offenbar zu heikel. Das Spiel wird eingestellt und schließlich durch Rainbow Six: Siege ersetzt - einen Taktik-Shooter, der sich an den Ursprüngen der Serie orientiert.

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    Rainbow Six Siege Testvideo: Online-Shooter für Experten

    Geistererscheinungen

          

    Der Erfolg von Rainbow Six ermutigt Red Storm, eine weitere Taktik-Shooter-Reihe zu entwickeln. Die geht 2001 unter dem Namen Ghost Recon an den Start - ausnahmsweise mal ohne passende Romanveröffentlichung von Tom Clancy. Der Bedeutung des Spiels tut dies jedoch keinen Abbruch: Die knallharte Militär-Simulation nimmt vorweg, was später Genre-Vertreter wie Arma oder Operation Flashpoint perfektionieren sollten. Als Spieler kommandiert man eine Spezialeinheit, bestehend aus sechs Soldaten, die ohne offizielles Mandat und strikt geheim agieren - daher auch die Bezeichnung als Geister. Auf einer Karte des Missionsgebietes plant man sein weiteres Vorgehen und verteilt rudimentäre Marschbefehle, kann aber natürlich auch in den Kampfanzug eines jeden Teammitglieds schlüpfen.

    Ghost Recon Advanced Warfighter (im Bild Teil 2) setzt auf den Einsatz moderner Waffen. Red Storm arbeitet bei der Entwicklung mit Ubisoft Paris und GRIN zusammen. Ghost Recon Advanced Warfighter (im Bild Teil 2) setzt auf den Einsatz moderner Waffen. Red Storm arbeitet bei der Entwicklung mit Ubisoft Paris und GRIN zusammen. Quelle: Ubisoft Aber Vorsicht: Der Schwierigkeitsgrad ist wie schon bei Rainbow Six nichts für Weicheier - schon ein einziger Treffer kann den virtuellen Tod bedeuten, einmal gefallene Söldner sind für den Rest der Kampagne verloren. Doch der Erfolg gibt Red Storm wieder einmal Recht: Das amerikanische Fachmagazin PC Gamer kürt den Titel zum "Spiel des Jahres" - und zwei Add-ons bauen die Fanbasis noch weiter aus. Während Desert Siege eine Ostafrika-Kampagne hinzufügt, spielt Island Thunder auf Kuba. Erst Ende 2004 erscheint mit Ghost Recon 2 die offizielle Fortsetzung - und PC-Spieler weltweit sind empört. Denn Publisher Ubisoft bringt den Taktik-Shooter nur für Konsolen heraus! Noch obskurer: Während die Xbox-Version im Nordkorea des Jahres 2011 spielt, erzählen die Fassungen für PS2 sowie Gamecube eine Art Vorgeschichte. Vor allem in technischer Hinsicht ist das Sequel seinem Vorgänger weit voraus: Eine neue Grafik-Engine und Havok-Physik lassen die Scharmützel noch realistischer wirken. Hinzu kommen Sprachkommandos, mit denen man seine KI-Kollegen via Mikrofon befehligen kann - was aber nur mäßig funktioniert.

    Knapp zwei Jahre später geht der Kampf gegen den internationalen Terrorismus dann ziemlich bizarr weiter: Denn Ghost Recon: Advanced Warfighter wird von insgesamt sechs Entwicklerstudios für vier Systeme parallel produziert, jede Version hat dabei ihre spezifischen Eigenheiten. Das größte Los haben die Besitzer der damals brandneuen Xbox 360 gezogen: Moderne Grafikroutinen (genannt YETI), eine optionale Verfolgerperspektive und zahlreiche Hightech-Gadgets machen das Spiel zum Action-Knaller mit taktischer Note. Hingegen müssen PS2- und Gamecube-Nutzer mit einer deutlich abgespeckten Fassung leben. Die PC-Umsetzung ist schließlich gut gelungen, hat aber einige seltsame Macken und lässt sich nur aus der Ego-Ansicht spielen. Ubisoft-typisch wird der Goldesel schnell erneut gemolken: Bereits 2007 stürmt Advanced Warfighter 2 die weltweiten Charts - enthält jedoch kaum relevante Verbesserungen und kommt bei Fans und Kritikern insgesamt sogar schlechter weg als der Vorgänger.

    Und so geht es 2016 weiter: Ghost Recon Wildlands soll mit offener Spielwelt und Bolivien-Setting für neue Impulse sorgen - Koop-Modus inklusive. Und so geht es 2016 weiter: Ghost Recon Wildlands soll mit offener Spielwelt und Bolivien-Setting für neue Impulse sorgen - Koop-Modus inklusive. Quelle: Ubisoft Absurderweise beschwert sich sogar ein mexikanischer Bürgermeister darüber, dass die virtuellen Kampfhandlungen im Spiel Touristen davor abschrecken würden, nach Mittelamerika zu reisen. Bis 2012 befindet sich die Ghost Recon-Reihe dann in einer Art Findungsphase: Für PSP, Wii und schließlich 3DS erscheinen eigenständige Exklusiv-Ableger. Mit Future Soldier geht der Geistertanz dann aber wieder multiformatig weiter: Gemäß dem Titel geht es nunmehr um den Soldaten der Zukunft und seine Science-Fiction-artigen Spielzeuge wie etwa einen computerisierten Tarnanzug. Spielerisch geht man den actionlastigen Weg von Advanced Warfighter weiter - mit den einstigen Taktik-Shooter-Wurzeln hat das Geballer nur noch wenig zu tun. Der Erfolg von Future Soldier hält sich in Grenzen, weshalb Ubisoft Ghost Recon im Jahr 2014 gar auf eine Free2Play-Diät setzt: Phantoms darf zwar kostenlos gespielt werden, kann im Markt der Online-Shooter aber keine eigenen Impulse setzen. Hoffen wir also, dass Wildlands die Reihe endlich wieder zu alter Stärke zurückführen kann: Der Open-World-Shooter entsteht aktuell bei Ubisoft Paris und wird wohl irgendwann Ende 2016 erscheinen.

    Der Held aus dem Schatten

          

    Wie ikonisch ein Spagat sein kann, das wissen wir spätestens seit Jean-Claude Van Damme und seinen akrobatischen Höchstleistungen in grobschlächtigen Actionfilmen. Für Computer- und Videospieler wird der schmerzhaft aussehende Spreizschritt indes im Jahr 2002 zum Kult: Denn in Tom Clancy's Splinter Cell klemmt sich die Einmannarmee Sam Fisher auf Knopfdruck breitbeinig zwischen zwei Wände und bleibt so unentdeckt. Generell ist das von Ubisoft Montreal erdachte Spiel ein Gegenentwurf zu gängigen Genre-Vertretern: Denn hier geht es nicht vorrangig um das rabiate Erledigen von Gegnern, sondern um das clevere Vermeiden jedweder Konfrontationen.

    Die drei grünen Punkte am Nachtsichtgerät von Sam Fisher sind das Markenzeichen der Splinter Cell-Reihe. Dank sagenhafter Schatteneffekte und klugen Schleich-Spielansatzes wird Teil 1 zum Hit. Die drei grünen Punkte am Nachtsichtgerät von Sam Fisher sind das Markenzeichen der Splinter Cell-Reihe. Dank sagenhafter Schatteneffekte und klugen Schleich-Spielansatzes wird Teil 1 zum Hit. Sam Fisher schleicht sich von einem Schatten zum nächsten, nutzt pfiffige Werkzeuge wie etwa diverse Minikameras und infiltriert Missionsgebiete, ohne dabei überhaupt gesehen zu werden. Weil Sams Gesicht oft im Dunkeln verborgen ist, verpassen die Entwickler ihrem Helden ein Nachtsichtgerät mit drei grün leuchtenden, im Dreieck angeordneten Lampen - und schaffen so ein geradezu geniales Splinter Cell-Erkennungsmerkmal. Dass die KI-Wächter ebendiese Lichtershow komplett ignorieren, ist zwar albern, aber unter Spielspaß-Gesichtspunkten verschmerzbar. Die zeitlich exklusive Xbox-Version des Spiels wird dank großartiger Nutzung der Unreal Engine 2 zum Super-Hit, Umsetzungen für den PC, die PS2 und den Gamecube folgen Monate später. Mit Pandora Tomorrow erscheint dann folgerichtig bereits zwei Jahre später eine direkte Fortsetzung: Das von Ubisoft Shanghai inszenierte Stealth-Spektakel schraubt nur geringfügig an den Grundelementen, fügt aber einen famosen Mehrspielermodus hinzu.

    Die erste, extrem mutige Fassung von Splinter Cell: Conviction wird zwar öffentlich gezeigt, aber nie fertiggestellt... Die erste, extrem mutige Fassung von Splinter Cell: Conviction wird zwar öffentlich gezeigt, aber nie fertiggestellt... Quelle: Ubisoft Letzterer dreht sich um zwei Spione, die gegen ein Söldner-Duo antreten. Beide Mannschaften spielen dabei aus unterschiedlicher Perspektive (Spione: Verfolger, Söldner: Ego) und verfügen über individuelle Ausrüstung. Dieser asymmetrische Ansatz macht die Gefechte zum Knüller. Teil 3 der Reihe hört 2005 dann auf den Namen Chaos Theory und perfektioniert sämtliche Splinter Cell-Stärken: Ob Grafik, Steuerung oder Gadgets - Sam Fishers Ausflug nach Ostasien ist bis heute für viele Fans der Höhepunkt der Serie. Ganz im Gegensatz zu Double Agent: Das 2006 erschienene Werk setzt voll auf Innovationen und macht Sam Fisher zum glatzköpfigen Doppelagenten, der eine terroristische Vereinigung unterwandern soll. Diverse moralische Entscheidungen gipfeln schließlich in einem von drei möglichen Enden - doch die Splinter Cell-Anhänger können mit dem konfusen Mix aus linearem Schleichen und Pseudo-Freiheit wenig anfangen.

    ... Stattdessen bringt Ubisoft schließlich eine zwar großartige, aber eben nicht so revolutionäre Interpretation auf den Markt. ... Stattdessen bringt Ubisoft schließlich eine zwar großartige, aber eben nicht so revolutionäre Interpretation auf den Markt. Nichtsdestotrotz ist Ubisoft fest entschlossen, die Grenzen der Reihe weiter auszuloten, und zeigt im Rahmen der Ubidays 2007 einen ersten Gameplay-Trailer zu Splinter Cell: Conviction. Dieser zeigt Sam Fisher als bärtigen Zausel, der von Polizisten durch den New Yorker Central Park gehetzt wird. Statt Hightech-Wummen nutzt der gefallene Held nun Alltagsgegenstände wie Stuhlbeine, um sich seine Widersacher vom Leib zu halten. Nach dieser initialen Präsentation verschwindet Conviction wieder von der Bildfläche und erscheint schließlich erst 2010 in komplett veränderter Form. Zentrales Spielelement ist nun das Mark&Execute-Feature, mit dem man gleich mehrere Gegner blitzschnell parallel ausschalten kann. Und während ruppige Folterszenen einen bitteren Beigeschmack hinterlassen, kommen die elegant ins Spiel projizierten Missionsanweisungen deutlich besser beim Publikum an. Der bislang letzte Splinter Cell-Teil orientiert sich dann überraschenderweise wieder mehr am eigentlichen Schleichprinzip: Blacklist kommt 2013 auf den Markt und verfügt über eine offenere Missionsstruktur - schöpft sein Potenzial aber nicht mal ansatzweise aus. Ob und wann die Reihe um den Spagatmeister endlich weitergeht, das weiß aktuell nur Ubisoft.

    Mündliche Prüfung für Jet-Piloten

          

    Die Flugzeug-Action HAWX entsteht in Ubisofts Rumänien-Studio - der Mix aus sanften Sim-Elementen und Hollywood-Action bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Flugzeug-Action HAWX entsteht in Ubisofts Rumänien-Studio - der Mix aus sanften Sim-Elementen und Hollywood-Action bleibt hinter den Erwartungen zurück. Quelle: Ubisoft Neben den drei großen Marken Rainbow Six, Ghost Recon und Splinter Cell besteht das Tom-Clancy-Spiele-Universum noch aus einigen weniger erfolgreichen Titeln. So versucht sich Ubisoft Shanghai mit Endwar (2008) beispielsweise an einem Strategiespiel mit neuartiger Sprachsteuerung und einem Online-Modus, der sämtliche internationalen Spieler eine Art virtuellen Weltkrieg austragen lässt. Der Erfolg hält sich jedoch in Grenzen. Ebenso bei der Flugzeug-Action HAWX (2009), produziert vom Ubisoft-Studio in Rumänien. Die Düsenjets heben zwar ein Jahr später noch zu einem zweiten Teil ab, verschwinden dann aber wieder in der Versenkung. Ein Schicksal, das The Division wohl nicht teilen wird: Der Mix aus Action-Rollenspiel und Online-Shooter soll im März 2016 erscheinen und vor allem in grafischer Hinsicht neue Maßstäbe setzen. Und Technik, die ist wirklich wichtig, das wusste schon der gute, alte Tom Clancy: "Es gab da mal ein Land namens Sowjetunion, aber nun ist es weg. Denn unsere Technologie war einfach besser."

    Das Echo des Autors

          

    Die getönte Brille (mit sagenhafter Dioptrien-Zahl) wird zu einem Markenzeichen von Tom Clancy. Im Garten seines Anwesens steht ein Sherman-Panzer, den ihm seine Frau zu Weihnachten geschenkt hat. Und eine Schießanlage hat der Waffennarr natürlich auch im Keller ... Die getönte Brille (mit sagenhafter Dioptrien-Zahl) wird zu einem Markenzeichen von Tom Clancy. Im Garten seines Anwesens steht ein Sherman-Panzer, den ihm seine Frau zu Weihnachten geschenkt hat. Und eine Schießanlage hat der Waffennarr natürlich auch im Keller ... "Kriege werden von verängstigten Männern begonnen": Dieser Satz stammt von Tom Clancy, dem bis heute vielleicht berühmtesten Politthriller-Schreiberling der Welt. Erstaunlicherweise entsteht auch die Karriere des 1947 als Thomas Leo Clancy Junior in Baltimore geborenen Mannes aus einer Schwäche heraus: Denn Clancy ist bereits als Student derart kurzsichtig, dass die US-Armee den militärisch interessierten Jungspund schnell wieder nach Hause schickt - untauglich für den Dienst an der Waffe. Aber dafür umso talentierter im Umgang mit der Schreibmaschine: In seiner Freizeit tippt Clancy den Roman Jagd auf Roter Oktober zusammen. Dem zuständigen Verlag ist der Schinken jedoch zu lang, besonders die technischen Details seien keinem Leser zuzumuten. Um 100 Seiten gekürzt kommt das Buch dann schließlich auf den Markt und wird dank Ronald Reagan zum Megaerfolg - der Präsident hatte Jagd auf Roter Oktober öffentlich als seine Lieblingslektüre bezeichnet.

    Die beiden Romane Die Stunde der Patrioten (oben) und Jagd auf Roter Oktober (unten) werden mit Hollywood-Prominenz verfilmt und machen Tom Clancy auch unter Film-Fans berühmt. 2014 schlüpft Chris Pine (Star Trek) in Shadow Recruit in die Rolle des Clancy-Helden Jack Ryan. Die beiden Romane Die Stunde der Patrioten (oben) und Jagd auf Roter Oktober (unten) werden mit Hollywood-Prominenz verfilmt und machen Tom Clancy auch unter Film-Fans berühmt. 2014 schlüpft Chris Pine (Star Trek) in Shadow Recruit in die Rolle des Clancy-Helden Jack Ryan. Quelle: Paramount Pictures In der Folge bringt Clancy einen Hit nach dem anderen auf den Markt: von Die Stunde der Patrioten über Das Echo aller Furcht bis hin zu Der Kardinal im Kreml. Thematisch drehen sich quasi alle Werke um Terroristen, den Kalten Krieg oder gleich beides. Das ideale Futter also, um daraus spektakuläre Hollywood-Streifen zu drehen: Zahlreiche Clancy-Thriller werden verfilmt - darunter Jagd auf Roter Oktober mit Sean Connery und Die Stunde der Patrioten mit Harrison Ford. Apropos Patrioten: Tom Clancy galt Zeit seines Lebens als erzkonservativer US-Bürger mit teils fragwürdiger Gesinnung. So machte der Autor beispielsweise die linkspolitischen Parteien mitverantwortlich für den Anschlag am 11. September, weil sie die Macht der Geheimdienste untergraben hätten. Bereits 1978 trat Clancy zudem in die National Rifle Association ein und unterstützte damit fortan die Waffen-Lobby. Am 1. Oktober 2013 verstarb Tom Clancy im Alter von 66 Jahren an einer bis heute nicht öffentlich genannten Krankheit. Sein Vermächtnis lebt jedoch weiter: Denn Ubisoft sicherte sich bereits 2008 sämtliche Namensrechte an Tom-Clancy-Spielen, und Autoren wie Mark Greaney schreiben weiterhin Romane, die im Clancy-Universum angesiedelt sind. Und zum Schluss dieses biografischen Kastens noch der Beweis, dass der alte Tom trotz allem auch Humor hatte. Denn auf eine Frage nach Sex antwortete er: "Was soll ich darüber wissen? Ich bin ein verheirateter Mann!"

    Red Storm Rising

          

    Das erste Red-Storm-Werk ist 1997 Tom Clancy's Politika. Dem Risiko-ähnlichen Strategiespiel liegt der gleichnamige Roman bei. Das erste Red-Storm-Werk ist 1997 Tom Clancy's Politika. Dem Risiko-ähnlichen Strategiespiel liegt der gleichnamige Roman bei. Quelle: Red Storm Mitte der 1980er-Jahre trifft Tom Clancy bei einem Abendessen der US Navy auf den U-Boot-Kommandanten Doug Littlejohns. Die beiden Männer verstehen sich prächtig und bleiben auch in den folgenden Jahren weiter in Kontakt. Als Clancy dann 1996 auf die Idee kommt, ein eigenes Entwicklungsstudio für Video- und Computerspiele zu gründen, wird Littlejohns zum Chef der neuen Firma. Der führt Red Storm Entertainment (so der an einen Roman von Clancy angelehnte Name des Studios) tatsächlich wie eines seiner U-Boote und lässt sich mit dem Titel "Commodore" anreden: Die insgesamt 14 Mitarbeiter werden in einzelne Spezialisten-Teams aufgeteilt, detaillierte Arbeitspläne sorgen für klare Strukturen und wöchentliche Freibier-Runden halten das Personal bei Laune.

    Die Hauptarbeiten am Shooter Far Cry 4 wurden vom Ubisoft Studio in Montreal übernommen, Red Storm beteiligt sich als Co-Entwickler an der Produktion des Mehrspielermodus. Die Hauptarbeiten am Shooter Far Cry 4 wurden vom Ubisoft Studio in Montreal übernommen, Red Storm beteiligt sich als Co-Entwickler an der Produktion des Mehrspielermodus. Quelle: Ubisoft Neben ersten Software-Umsetzungen von Clancy-Romanen produziert Red Storm auch zahlreiche weitere Titel: Dominant Species (1998) ist beispielsweise ein Echtzeitstrategie-Spiel mit Science-Fiction-Setting und erstaunlicher 3D-Grafik. Bei Freedom: First Resistance (2000) handelt es sich hingegen um ein Action-Adventure, das sich um eine Alien-Invasion auf der postapokalyptischen Erde dreht. Der grandiose Erfolg von Rainbow Six sorgt schließlich dafür, dass Ubisoft Red Storm noch im Jahr 2000 übernimmt und fortan eine Tom-Clancy-Fortsetzung nach der anderen entwickeln lässt. Ab 2008 wird das Studio dann schließlich zu einer Art Erfüllungsgehilfe für andere Ubisoft-Dependancen: Bei Far Cry 3 und 4 kümmert sich Red Storm beispielsweise vorwiegend um die Mehrspieler-Aspekte der Open-World-Shooter. Aktuell schrauben die Damen und Herren aus North Carolina gemeinsam mit Massive Entertainment an dem potenziellen Mega-Hit The Division - ein Spiel, das natürlich wieder den Namen Tom Clancy im Titel trägt.

    Jagd auf die typischen Zutaten

          

    Diese Elemente machen einen Tom-Clancy-Titel aus.

    Böse Buben

          

    Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick Die Schurken in einem typischen Clancy-Spektakel sind zumeist sofort als solche zu erkennen. Denn sie bemühen sich stets, möglichst fies und unfreundlich auszusehen. Wichtige optische Accessoires sind dabei Sonnenbrillen, seltsame Hüte, Narben oder eine schmierige Haarpracht. Und wenn noch irgendwelche Zweifel an der Unmenschlichkeit des jeweiligen Halunken bestehen, reicht ein Blick in seinen Pass: Wer Suhadi Sadono, Hugo Lacerda oder Samed Vezirzade heißt, der kann einfach kein netter Mensch sein!

    Moderne Maschinen

          

    Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick Quelle: Ubisoft Die Protagonisten von Rainbow Six, Splinter Cell & Co. ballern nicht mit lahmen Pistölchen in der Gegend he¬rum, sondern nutzen stets topmodernes Militärspiel¬zeug. Egal ob Drohnen, Tarnanzüge, Minikameras oder tragbare Schutzschilde: Das Werkzeug-Repertoire der Clancy-Einheiten orientiert sich zwar stets an dem, was die Armeen dieser Welt ins Feld führen, kommt aber stets mit einer Science-Fiction-Schlagseite daher. Zu dumm, dass auch die virtuellen Terroristen zumeist ein Faible für Hightech haben.

    Kooperative Kämpfe

          

    Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick Neben einer zünftigen Solo-Kampagne muss ein Titel, der den Namen Tom Clancy trägt, auch umfangreiche Mehrspieler-Optionen bieten. Extrem wichtig dabei: Um der Spezialeinheiten-Thematik Rechnung zu tragen, sollten eben auch die Online-Scharmützel Teamwork fördern sowie bestenfalls unterschiedliche Söldnerklassen enthalten. Und die klassischen Gadgets sind natürlich ebenfalls Pflicht: Wo bei der Multiplayer-Konkurrenz mit typischen Waffen hantiert wird, nutzen die Clancy-Truppen Sci-Fi-Spielzeug.

    Internationales Inferno

          

    Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick Ein Einkaufszentrum in Bielefeld ist einfach nicht so sexy wie der Pariser Eiffelturm: Und so suchen sich die Bösewichter der Tom-Clancy-Spiele zumeist möglichst berühmte Ziele für ihre Attacken aus. Mit Kleinigkeiten halten sich die kriminellen Knilche generell nur selten auf: Mal sollen Atombomben gezündet, mal das komplette Internet lahmgelegt, mal der US-Präsident ermordet werden - wer die Kampagne eines durchschnittlichen Tom-Clancy-Titels bewältigt, der hat am Ende zumeist die ganze Welt gerettet.

    Exotische Expeditionen

          

    Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick Ihr habt keine Kohle für Fernreisen? Dann investiert doch einfach ein paar Euro in eine Ghost Recon- oder Rainbow Six-Episode! Ob Las Vegas, Mexiko, Tokio oder Kuba - die Spezialeinheiten kommen ganz schön rum, und das auch noch völlig kostenlos und zumeist im Privatjet. Allerdings lässt das Empfangskomitee oft zu wünschen übrig: Statt süffiger Cocktails werden wel¬che der Marke Molotow serviert. Aber hey, dafür gibt's kein nerviges Animationsprogramm mit irgendwelchen Möchtegern-Musical-Sängern.

    Verfluchte Vorgesetzte

          

    Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick Wie gemein und despotisch Chefs sein können, das wissen nicht nur PCG-Redakteure (Sorry, Wolfgang!). Aber die Führungsriege aus den Tom-Clancy-Spielen hat geradezu einen Hang zum Wahnsinn: Meist schi¬cken die Geheimdienst-Bosse ihre Untergebenen gera¬dewegs ins Verderben und wollen im Nachhinein dann nichts von der jeweiligen Operation gewusst haben. Noch schlimmer wird's, wenn sich der vermeintliche Vorgesetzte auch noch als Doppelagent entpuppt, der für die andere Seite arbeitet.

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Tom Clancy: Die Spiele des Patrioten - Highlights im Rückblick
Vom reaktionären Romanautor zur weltweit erfolgreichen Computer- und Videospiele-Marke: Wir blicken zurück auf die bewegte Karriere des Tom Clancy, sein Entwicklerstudio Red Storm und Megaseller wie Rainbow Six, Ghost Recon oder Splinter Cell.
http://www.pcgames.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Tom-Clancy-Die-Spiele-des-Patrioten-1183485/
18.01.2016
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