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  • "Ich bin ein Cheater-Schwein!" Peter Bathges Kolumne über den Spaß am Mogeln

    Cheat-Tools in Online-Spielen zerstören den Spielspaß für alle Beteiligten. Quelle: PC Games

    PC Games-Redakteur Peter Bathge ist ein Betrüger - zumindest in PC-Spielen. Warum er Spaß am Cheaten hat, wie er sich durch die Spiele seiner Jugend gemogelt hat und warum er in jüngster Zeit immer seltener mogelt, lest ihr in seiner Kolumne.

    Ich war der Junge, der in Knights of the Old Republic den God-Modus aktiviert hat, weil ihm die Kämpfe zu schwer waren. Ich war der elende Wurm, der in Medieval 2: Total War Europa erobert hat - und dabei sein Staatsäckel mit dem Geld-Cheat aufgefüllt hat. Der Gangster-Trainer, der seine Star-Mannschaft im Football Manager 2006 mit Spielern gespickt hat, deren potenzielle Fähigkeiten zuvor vorher mit einem externen Tool ausgespäht wurden? Das war ich.

    sv_cheats 1 (aktiviert Cheats in der Half-Life-Konsole) Ich bin der verachtungswürdige Hänfling, der seine Spielfigur in Far Cry mittels eines Tricks unsterblich gemacht hat. Ich bin die Eiterpustel, die so unverfroren war, sich in Age of Empires 2 Rohstoffe herbei zu cheaten. Ich bin der Schleimbeutel, der bei Grand Theft Auto 4 die ganze Zeit am virtuellen Handy gehangen hat, um meiner Spielfigur volle Gesundheit, Panzerung und einen Helikopter auf magische Weise herbeizuzaubern.

    Kurz gesagt: Ich war, bin und werde es immer sein - ein Cheater-Schwein!

    Entspannt spielen

    359-555-0100 - das war der Cheat-Code, um einen Helikopter in GTA 4 herbeizurufen. 359-555-0100 - das war der Cheat-Code, um einen Helikopter in GTA 4 herbeizurufen. Quelle: PC Games Doch warum bin ich so ein betrügerisches Ferkel? Warum sehne ich mich nicht wie so viele andere Zocker in die Zeiten zurück, als Spiele bockschwer waren und die Entwickler den Einbau einer Speicherfunktion für schlechten Stil hielten? Das ist einfach: Ich spiele, um mich zu entspannen. Ich will beim Zocken nicht immer gefordert werden. Ich muss keine 100% bei Grand Theft Auto erreichen. Ich kriege keine Erektion, wenn ich durch geschicktes Taktieren einen Bossgegner in Dragon Age: Origins gerade noch so besiege, nachdem meine Helden ihren letzten Heiltrank eingeworfen haben. Ich will die Geschichte eines Spiels genießen, mich an der stimmigen Atmosphäre erfreuen, coole Waffen ausprobieren und mächtige Explosionen verursachen - ohne die ganze Zeit über zu fürchten, dass mein Held im nächsten Kampf abkratzt und ich minutenlang einen älteren Spielstand laden oder gar bereits geschaffte Stellen von neuem in Angriff nehmen muss, unglücklich gesetzter Speicherpunkte sei Dank.

    Macht mich das zu einem Weichei? Ohne Zweifel. Bin ich deshalb kein Hardcore-Gamer? Natürlich. Aber ist es nicht absolut meine Sache, ob ich cheate oder nicht? Darf ich nicht betrügen soviel ich will, solange ich keine Cheats in Mehrspieler-Partien verwende? Denn Wallhacks und Aimbots waren meine Sache noch nie; wenn ich jemanden betrüge, dann nur mich selbst. Aber das liegt wohl vor allem daran, dass mich Multiplayer-Spiele schnell langweilen.

    How do you turn this on (Erschafft einen Sportwagen mit MG in Age of Empires 2) Meine aktive Cheater-Zeit neigt sich ohnehin dem Ende entgegen. Es ist schon lange her, dass ich meinem Verlangen nach unerlaubten Ferkeleien in Spielen gefröhnt habe. Das liegt zum einen wohl an den Entwicklern, die den Anspruch ihrer Produktionen immer niedriger ansetzen, und zum anderen an meinem Beruf: Wenn ich ein Spiel teste oder eine Komplettlösung dazu schreibe, kann ich keine Cheats verwenden, welche das Balancing zerstören oder die Missionen zu einfach machen. Ich muss objektiv bleiben, fair spielen, den mittleren Schwierigkeitsgrad auswählen, mich durchbeißen.

    Der richtige Mix aus Spaß und Herausforderung

    Cheat-Tools in Online-Spielen zerstören den Spielspaß für alle Beteiligten. Cheat-Tools in Online-Spielen zerstören den Spielspaß für alle Beteiligten. Quelle: PC Games Das kann Spaß machen. Selbst jemanden wie mir, der sich sonst vor Herausforderungen scheut wie ein Star Wars-Nerd vorm Kinobesuch des neuen Star Trek-Films. Bei XCOM: Enemy Unknown käme es mir etwa nie in den Sinn, Cheats zu benutzen. Woran das liegt? Am exzellenten Spieldesign, ohne Zweifel. Viele Spiele bieten mittlerweile die richtige Mischung aus Herausforderung und Fairness oder bieten unterschiedlich harte Schwierigkeitsgrade zur Auswahl an. Selbst das von vielen als frustig empfundene Alien: Isolation hat mich nicht in die Versuchung geführt, das Tête-à-tête mit dem Alien durch den God-Modus aller Brisanz zu berauben. Seltsamerweise haben mich hier die Speicherpunkte nicht gestört und die häufigen Tode meiner Spielfigur mich nur noch mehr angespornt. Dark Souls dagegen? Das würde ich nicht mal MIT Cheats anfassen!

    giveusatank (Panzer-Cheat in Grand Theft Auto 3) Manch ein Spiel weckt in mir auch heute noch den Reiz des Verbotenen und die Suche nach dem schnellen, frustfreien Erfolgserlebnis durch Cheats. Und wenn dadurch auch nur störende Details ausgebessert werden. Die Rate, in der meine Helden in Rogue Legacy Gold verdienen, war mir etwa viel zu gering - ein Trainer aus dem Internet schaffte Abhilfe und bewahrte meinen Geduldsfaden vor dem Abriss. Die vielen schönen Waffen in Skyrim waren so teuer - ein Geld-Cheat stockte mein Konto auf, ohne dass ich vorher stundenlang Truhen durchstöbern musste.

    Wandel im Cheat-Sektor

    Ein Klassiker der schrägen Cheats: Große Köpfe, Monster oder Waffen. Ein Klassiker der schrägen Cheats: Große Köpfe, Monster oder Waffen. Quelle: PC Games Wenn ich auf meine lange Geschichte als Cheater zurückblicke (das erste Mal: Baldur's Gate 2, Ende 2000), bemerke ich Veränderungen. Sowohl an mir als auch der Natur der Cheats. Hatte ich früher besonders in den GTA-Spielen viel Spaß damit, kuriose Situationen mittels Cheats auszuprobieren (im Panzer durch die Innenstadt brausen) oder mir in Rollenspielen die beste Ausrüstung zu kaufen, nutze ich Cheats heutzutage nur noch vereinzelt, wenn es gar nicht mehr anders geht und der Schwierigkeitsgrad ansonsten zu erdrückend ausfällt. Ein im Grunde spannendes Spiel vorzeitig beenden, weil ich nicht weiterkomme? Undenkbar. Lieber sehe ich das Ende unter Zuhilfenahme von Cheats als gar nicht.

    Der Gebrauch dieser Cheats hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Wo früher, zu Zeiten der PC-fokussierten Entwicklung von Spielen, der Aufruf der Entwickler-Konsole nur einen Tastendruck (meistens auf die ^-Taste) entfernt war, ist heutzutage die manuelle Eingabe von Mogelbefehlen eine Seltenheit. Externe Programme, sogenannte Trainer, bestimmen die Cheater-Szene. Konsolenbefehle sind eine Seltenheit und kommen fast nur noch in PC-exklusiven Spielen vor wie etwa zuletzt Age of Wonders 3. Rühmliche Ausnahme des Jahres 2014: The Evil Within mit seinem God-Mode. Noch mehr Beispiele gefällig? Dann schaut euch mal unsere Aufzählung der coolsten Cheats in Videospielen an!

    noclip (durch die Wände schweben in zahlreichen frühen 3D-Spielen) Die Popularität von Cheats ist ungebrochen und der Gebrauch dank der Verbreitung des Internets nur eine Suchmaschinen-Anfrage entfernt. Wer cheatet, muss sich dafür nicht schämen - zumindest solange er sich wie ich auf Einzelspielerspiele beschränkt und nicht im Online-Modus anderen Menschen den Spaß verdirbt. Selbsternannte Hardcore-Zocker sprechen Nutznießern der erwähnten Tricksereien ja gerne mal den Status als "echter" Spieler ab. In Zeiten der oftmals lamentierten "Vercasualisierung" unseres Lieblings-Hobbys wird mit der Bewältigung eines besonders schweren Spiels (Dark Souls) angegeben wie früher mit einer Ehrenurkunde bei den Bundesjugendspielen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Solange Cheater nicht zu Spaßverderbern im Mehrspieler-Modus werden, sondern sich mit ihrem virtuellen Betrug auf ihr eigenes Solo-Erlebnis beschränken, braucht sich auch niemand über sie aufzuregen, oder?

    Eure Meinung?

    Was denkt ihr? Habt ihr schon mal Cheats benutzt und wenn ja, weswegen? War euch ein Spiel einfach nur zu schwer oder wart ihr einfach nur neugierig? Wolltet ihr mal etwas Anderes ausprobieren oder habt ihr einfach nur den Zeitaufwand für den von den Entwicklern vorgesehenen XP-Grind gescheut? Und was denkt ihr über Online-Cheater? Schreibt mir in den Kommentaren!

  • Es gibt 96 Kommentare zum Artikel
    Von Berserx
    Im Singleplayer kann jeder Cheaten oder Tricksen. Das Problem ist der Multiplayer. Ich selbst habe das letzte mal bei…
    Von BloodyMcHaggis
    Wer im Single Player cheaten möchte - bitte. Gerade beim genannten GTA kann man einige witzige Sachen anstellen. Oder…
    Von Kwengie
    In Singleplayerspielen stört das doch keinen, aber in Multiplayerspielen sieht das wieder anders aus und hier sollte…
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"Ich bin ein Cheater-Schwein!" Peter Bathges Kolumne über den Spaß am Mogeln
PC Games-Redakteur Peter Bathge ist ein Betrüger - zumindest in PC-Spielen. Warum er Spaß am Cheaten hat, wie er sich durch die Spiele seiner Jugend gemogelt hat und warum er in jüngster Zeit immer seltener mogelt, lest ihr in seiner Kolumne.
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26.10.2014
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