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  • Rollenspiele ohne Drachen, Magie und sonstige Fantastereien - Herrlich erfrischend oder völlig daneben?

    Rollenspieler lieben es, fantastische Mittelalter-Welten zu erkunden und mit Rüstung, Schwert und Feuerball finsteren Unholden, Monstern und Bestien Mores zu lehren. Das tschechische Entwicklerteam Warhorse Studios ist da anderer Meinung und arbeitet mit Kingdom Come: Deliverance an einem Mittelalter-Rollenspiel, das ganz ohne Drachen und Magie auskommt. Doch was macht überhaupt den Reiz an einem guten Rollenspiel aus? PC Games-Redakteur Stefan Weiß hat sich so seine Gedanken gemacht.

    Wenn Fantasy-Rollenspieler ins Schwärmen über ihr Lieblings-Genre geraten, erzählen sie meist von ihren ruhmreichen Taten, die sie erlebt haben. Etwa, wie sie in Skyrim den mächtigen Drachen Alduin, den Weltenfresser erschlugen, oder gemeinsam mit anderen Spielern ein Bildschirm füllendes Magiefeuerwerk in World of Warcraft entfachten, um einen schweren Bossgegner zu legen. Sie schlüpfen in die Rolle eines Blutsaugers, um in Vampires: Bloodlines als Kreatur der Nacht aufzutreten oder steigen in die Tiefen der schlimmsten Höllen hinab, um Beelzebub Diablo den sprichwörtlichen Teufel auszutreiben und mit Taschen voller Gold und Ausrüstung zurückzukehren.

    RPGs brauchen magische Momente

    Rollenspieler erinnern sich an ihre Begegnungen mit Untoten, Mutanten, Orks, und all den anderen Kreaturen, welche die Bestiarien in Spielen wie The Witcher, Baldur's Gate, Gothic und Co eben aufbieten. Es geht ihnen um das Heldendasein, die Rettung bedrohter Welten, das Abtauchen in fantastische Rollen und Welten. Egal, ob als Solist in Risen, als Party-Manager in Drakensang oder im Raid-Verbund eines MMORPGs - es sind die magischen Momente, die "magic moments", die sich uns Rollenspielern förmlich ins Gedächtnis brennen. Gerade (Fantasy)-Rollenspiele üben genau diese "magische" Faszination auf die Spieler aus, dabei ist es unerheblich, ob dies am heimischen Tisch in Form eines Pen&Paper- oder Brettspiels geschieht, am PC oder auf der Konsole, oder gar in kostümierter Form bei einem Live-Rollenspiel (LARP). In einer fast einstündigen Dokumentation zum Thema Rollenspiele widmet sich Hobby-Regisseur und Filmemacher Michael Schilhansl ganz dieser Thematik und versucht, die Formeln dieser Faszination aufzuzeigen.

    Gothic 2: Für Fans von mittelalterlich geprägten Rollenspielen immer noch einer der beliebtesten Klassiker. Gothic 2: Für Fans von mittelalterlich geprägten Rollenspielen immer noch einer der beliebtesten Klassiker. Man möchte fast meinen, dass es im Fantasy-Gefilde der Rollenspiele ohne magische und monströse Zutaten gar nicht geht. Die Best of- und Top-10/20/100-Listen im RPG-Genre sind randvoll mit Spielen, in denen ihr Universen rettet, Mutanten und Monster vermöbelt, zum Superhelden mutiert. Hauptsache, es geht "fantastisch" im wahrsten Sinne des Wortes zu. Doch ist das wirklich die ultimative Formel für ein erfolgreiches Rollenspiel und gibt es da keine Alternativen? Müssen es immer Orks, Aliens, Goblins, Riesenratten, -spinnen, Golems und dergleichen in einer Welt voller Magie und Zauber sein, damit unser Heldengefühl in der Brust befriedigt werden kann?

    "Nein, natürlich spielt auch eine authentische Umgebung eine wichtige Rolle", geben befragte Spieler gerne zu Protokoll. Und ja, für Fantasy-RPGs schlägt sich das das oft in mittelalterlich angehauchten Szenarien nieder. Je detailreicher und glaubwürdiger sie inszeniert sind, um so besser gelingt die Illusion, Teil einer fantastischen Welt zu sein. Wir denken dabei etwa an das Burgenlager in Gothic 1 oder die überzeugenden Ortschaften in The Witcher, die Städte und Dörfer Tamriels in Oblivion und Skyrim. Orte, in denen man Schmiede bei ihrem Handwerk arbeiten und Stadtwachen patrouillieren sieht oder dem Gesang von Barden lauschen kann. Eine gut designte Rollenspielwelt vermittelt dem Spieler Glaubhaftigkeit und Authentizität, dann fühlt er sich am wohlsten. Wenn es ein deutsches Rollenspielsystem gibt, das mit seiner Mittelalterszenerie seit zig Jahren präsent und beliebt ist, dann ist natürlich die Rede von Das Schwarze Auge und dessen Welt Aventurien. Hier wacht die Community und DSA-Redaktion gleichermaßen darüber, dass alles in der Fantasy-Welt den Regeln und dem Kodex entspricht, der im Laufe der Jahre gewachsen ist.

    Gehts auch ohne den ganzen übernatürlichen Kram?

    Eine stimmige Rollenspielumgebung ist gut und schön, doch wagt sich keines der zuvor genannten RPGs, allein auf die pure Authentizität oder Realität seiner Welt zu setzen. Magie und Monster sind stets gesetzter Bestandteil, mal mehr mal weniger fokussiert. Und wenn es eben keine Fantasy ist, bedienen sich die Rollenspiele an anderen übernatürlichen Themen wie etwa Science-Fiction, Horror, Steampunk oder Mysterien. Sind diese "irrealen" Elemente also doch ein absolutes Muss fürs Genre? Ist es einfach nicht vorstellbar, ganz ohne Heilmagie, Buff-Zauberei, Feuerbällen und bizarrer Monsterparade für spannende Rollenspielunterhaltung zu sorgen?

    Abseits der digitalen Monsterschnetzel- und Charakterlevelei finden sich dazu gemischte Meinungen - und das schon in der Vergangenheit der Rollenspiele. In einer Studie aus den frühen Neunzigern zum Thema "Fantasy-Rollenspiele" bei Jugendlichen ergibt eine Befragung darüber, was die Faszination eines Rollenspiels ausmacht, ein interessantes Ergebnis: An der Spitze der Faszinations-Säule nennen die Befragten: "die eigene Figur darzustellen, die erlebte Geschichte, Rätsel zu lösen" aber ebenso wichtig ist ihnen der "fantastische Hintergrund". Logisch, schließlich waren die Befragten ja allesamt Fantasy-Rollenspieler.

    Eine gar schon 1986 erstellte und in Verlies-Ebenen statt Kapiteln unterteilte Untersuchung zur Struktur von Pen&Paper-Fantasy-Rollenspielen stellte unter anderem die Frage: "Was macht dir als Spieler am meisten Spaß?" Die Antworten ergeben in der prozentualen Verteilung, dass mit 10,3 % Interaktion, Gespräche zwischen den Teilnehmern und Geselligkeit am wichtigsten sind, gefolgt vom Lösen schwerer Aufgaben und Überleben (9,5%). Der Punkt Magie macht für den Spielspaß gerade mal 3,2 % aus. Aber auch hier bewegte sich die Befragung rein im Fantasy-Milieu.
    Im Pen&Paper-Bereich finden sich auch Rollenspiele mit 'realen' Settings, wie etwa das Detektiv-Spiel Private Eye. Im Pen&Paper-Bereich finden sich auch Rollenspiele mit "realen" Settings, wie etwa das Detektiv-Spiel Private Eye.
    Doch gibt es im Pen&Paper-Bereich der Rollenspiele abseits von Fantasy, Science-Fiction, Horror und Co auch "reale" Settings. In Dogs in the Vineyard etwa dreht sich alles um den Wilden Westen im Jahre 1875. Oder wie wäre es mit einer Runde Private Eye – einem deutschen Detektiv-Rollenspiel, das im spätviktorianischen London angesiedelt ist. Scheinbar lässt sich zumindest für Papier-und-Bleistift-Helden auch ohne Magie- und Monster-Zutaten ein schmackhaftes Rollenspiel erschaffen. Aber sind solch historische Szenarien und Zeitabschnitte auch Garant für ein gutes Video-Rollenspiel, wenn man sich rein auf authentische Inhalte konzentriert? Neben dem beliebten Mittelalter-Szenario wären sicher auch andere Epochen durchaus interessant: Japan zur Zeit der Samurai, das alte Ägypten, Griechenland oder die Ära der Römer. An Letzterem versucht sich ansatzweise das Team Irontowerstudio mit seinem Rollenspiel The Age of Decadence, von dem es inzwischen eine Early-Access-Version gibt. Doch auch hier verlassen sich die Entwickler nicht auf pure Historie, sondern transportieren das Römer-Setting in eine postapokalyptische Fantasy-Welt, Magie inklusive.

    Böhmischer Aufstand

    Das tschechische Entwicklerteam Warhorse Studios will nun in seinem Rollenspielprojekt Kingdom Come: Deliverance gänzlich ohne Magie, Drachen und anderweitiger Fantasy-Kost überzeugen. Was genau sich das Team darunter vorstellt, lest ihr übrigens in der Ausgabe 05/2014 von PC Games. Das Thema Mittelalter und die Geschichte eines einfachen Schmiedesohns vor den historischen Ereignissen eines böhmischen Thronstreits im Jahre 1403 soll treibende Motivation des Singleplayer-Spiels sein. Ein mutiges oder eher närrisches Unterfangen?

    Kingdom Come: Deliverance - das Singleplayer-Rollenspiel des tschechischen Teams Warhorse Studios will dem Spieler ein Mittelalter bieten, das ganz ohne Drachen, Magie und Fantasy auskommt. Kingdom Come: Deliverance - das Singleplayer-Rollenspiel des tschechischen Teams Warhorse Studios will dem Spieler ein Mittelalter bieten, das ganz ohne Drachen, Magie und Fantasy auskommt. Quelle: Warhorse Immerhin zeugen alljährlich gut besuchte und wiederkehrende Mittelalter-Spektakel, Ritterturniere, LARP-Events sowie nachgestellte Schlachten von Mittelalter-Gruppen vom grundsätzlichen Interesse der Menschen an der Zeit von Rittern, Schwertern und Minnegesang. Mittelalter zieht irgendwie immer und übt einfach einen besonderen Reiz auf Groß und Klein aus. Als Kind baut man Burgen im Sandkasten, fechtet mit Freunden und Holzschwertern Ritterduelle aus oder schlüpft als Erwachsener am Wochenende in seine Gewänder, um am Lagerleben eines Mittelalterspectaculums nicht mehr Frau Meier und Herr Müller von nebenan zu sein, sondern als Krämerin Magdalena und Gaukler Falk Flotteflink aufzutreten.

    Ebenso erzählen viele historische Beschreibungen davon, dass der gelebte Alltag alles andere als langweilig war: "Im Mittelalter war der Großteil der Bevölkerung einer kleinen Oberschicht unterworfen. Die einfachen Menschen mussten laufend um ihr Leben kämpfen und jeder Winter war eine große Herausforderung." Darüber hinaus ist das Mittelalter eine Zeit voller Armut und Krankheit und es gab haufenweise Kriege und Intrigen. Doch genügt dieser sicherlich spannend zu nennende Nährboden aus der realen Geschichte, um daraus ein unterhaltsames Video-Rollenspiel zu entwickeln? Mal eben ein paar schöne Stunden auf einem Mittelalter-Markt oder bei einem Ritterturnier zu verbringen, ist eine Sache. Doch ein Video-Rollenspiel soll ja zig Stunden fesseln und begeistern.

    Was haltet ihr von der auf Authentizität getrimmten Rollenspiel-Idee des tschechischen Entwicklerteams, das mit seiner Kickstarter-Kampagne zu Kingdom Come: Deliverance immerhin über 1,1 Mio. britische Pfund und über 35.000 Backer für sich gewinnen konnte? Ist es für euch vorstellbar, eine Spielwelt wie in Skyrim oder The Witcher ganz ohne Drachen, Zauberer und Monster zu durchstreifen und euch trotzdem als Rollenspieler wohl zu fühlen? Worin liegt für euch der hauptsächliche Anreiz, ein Rollenspiel zu spielen? Teilt uns eure Meinung einfach per Kommentarfunktion mit!

    11:53
    RPG Kingdom Come: Deliverance - Neues Video zeigt Kämpfe in First-Person-Ansicht
  • Es gibt 46 Kommentare zum Artikel
    Von The_Final
    Im Prinzip haben die FF-Spiele sehr wenig miteinander zu tun. Jedes Spiel spielt in einer vollkommen anderen Welt mt…
    Von RedDragon20
    MichaelG, da du nun ein bisschen mehr gelernt hast, würde ich dir nun raten, dich bezüglich Final Fantasy noch ein…
    Von MichaelG
    LOOOL.
    • Es gibt 46 Kommentare zum Artikel

      • Von The_Final Erfahrener Benutzer
        Zitat von MichaelG
        Siehste mal, wußte ich z.B. nicht. Für mich klang das nach Fortsetzung. Story ist sicher neu. Aber die Charaktere/Bindungen, Charakterentwicklungen, Beziehungsentwicklungen u.s.w. werden bei jedem Teil auf 0 gesetzt ?
        Im Prinzip haben die FF-Spiele sehr wenig miteinander zu…
      • Von RedDragon20 Erfahrener Benutzer
        MichaelG, da du nun ein bisschen mehr gelernt hast, würde ich dir nun raten, dich bezüglich Final Fantasy noch ein Stück weiter zubilden und sowohl Teil 7, als auch Teil 8 zu spielen. Beides sind hervorragende Spiele. Wobei ich aber sagen muss, dass ich Teil 10 bisher am besten fand. Einfach, weil der Hauptcharakter nicht so ein pseudo-cooler "Ich bin ein Einzelgänger, also f*ckt euch!"-Typ ist.
      • Von MichaelG Erfahrener Benutzer
        LOOOL.
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Funktionieren Rollenspiele ohne Drachen und Magie?
Rollenspieler lieben es, fantastische Mittelalter-Welten zu erkunden und mit Rüstung, Schwert und Feuerball finsteren Unholden, Monstern und Bestien Mores zu lehren. Das tschechische Entwicklerteam Warhorse Studios ist da anderer Meinung und arbeitet mit Kingdom Come: Deliverance an einem Mittelalter-Rollenspiel, das ganz ohne Drachen und Magie auskommt. Doch was macht überhaupt den Reiz an einem guten Rollenspiel aus? PC Games-Redakteur Stefan Weiß hat sich so seine Gedanken gemacht.
http://www.pcgames.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Funktionieren-Rollenspiele-ohne-Drachen-und-Magie-1119286/
01.05.2014
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