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  • Entwickler-Comebacks: Die Rückkehr der Legenden

    Viele Entwickler- Legenden geben ihren Klassikern einen neuen Anstrich. So auch Chris Roberts, der mit Star Citizen quasi Wing Commander neu auflegt. Quelle: PCGames

    In den vergangenen Monaten haben sich immer mehr altbekannte Entwickler auf der Bildfläche zurückgemeldet und Remakes oder Neuauflagen ihrer Klassiker angekündigt. Doch wieso erleben gestandene Branchenveteranen gerade jetzt ihren zweiten Frühling?

    Richard Garriott, Peter Molyneux, Chris Roberts, Brian Fargo, Charles Cecil, David Braben. Elite, Baphomets Fluch, Myst, Outcast, Wasteland - Namen, die in der Spieleindustrie einen teils legendären Ruf genießen, aber gleichwohl zum vermeintlich alten Eisen gehören. Dennoch: Viele der genannten Entwickler-Ikonen tauchten in letzter Zeit immer wieder mit neuen Ankündigungen in den Nachrichtenmeldungen auf, sei es mit Neuinterpretationen ihrer Spieleklassiker oder mit direkten Fortsetzungen. Und das nicht ohne Grund.

    Tim Schafer, der Kickstarter-Pionier

    Die Spieleindustrie hat in den vergangenen Jahren einschneidende Veränderungen durchlebt, sowohl was die Art der Finanzierung der Projekte als auch was den Vertriebsweg der fertigen Produkte betrifft. Tim Schafer war der erste große Name, der auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter versuchte, sich sein neues Werk finanzieren zu lassen. Die Kampagne zum "Double Fine Adventure", das dann schließlich Broken Age getauft wurde, war ein Knaller: Statt der erhofften 400.000 kamen rund 3,3 Millionen Dollar zusammen - und Schafer löste mit seinem mutigen Schritt einen wahren Boom aus.

    Etliche renommierte Entwickler folgten Schafers Beispiel und baten ihre Fans darum, das nächste Projekt vorzufinanzieren. Neil Barnden von Stainless Games, das Studio, das ein Remake von Carmageddon auf Kickstarter finanzieren ließ, gibt offen zu: "Wir hatten schon einige Zeit an einem neuen Carmageddon gearbeitet. Doch als sehr kleines Team hätten wir unglaublich lange gebraucht, das Spiel fertigzustellen. Als Kickstarter sich dann als gute Alternative erwiesen hatte, um die Entwicklung von Spielen zu finanzieren, entschieden wir, diesen Weg auch zu gehen. Es wäre dumm gewesen, hätten wir es nicht versucht."

    Doch wieso sind die Spieler bereit, teilweise dutzende Projekte gleichzeitig zu unterstützen, ohne genau zu wissen, was dabei am Ende herauskommt? "Viele Leute schreiben uns, wie wichtig ihnen Baphomets Fluch war, als sie jung waren. Jetzt, 18 Jahre später, sind diese Leute erwachsen, denken aber immer noch gerne an das Spiel zurück. Und genau deshalb sind sie auch bereit, Geld für ein Remake zu spenden", erklärt uns Charles Cecil von Revolution Software, der zuletzt den fünften Teil der Baphomets Fluch-Reihe mit dem Untertitel Der Sündenfall veröffentlicht hat. Natürlich finanziert über Kickstarter.

    "Bekannte Entwickler genießen bei den Spielern einen Vertrauensbonus"

    Auch Brian Fargo, Chef von inXile Entertainment und Entwickler von Wasteland 2, sieht diese Motivation bei den Kickstarter-Nutzern. Doch nicht nur die Möglichkeit, in Erinnerungen schwelgen zu können, ist für die Spender wichtig: "Bekannte Entwickler genießen bei den Spielern einen Vertrauensbonus, da sie bereits entsprechende Projekte abgeliefert haben, die den Leuten zeigen, was sie erwarten können", fügt Fargo hinzu. Neil Barnden bestätigt dies: "Die Kickstarter-User investieren ihr Geld eher in etwas, das eine gewisse Geschichte hat. Erprobtes Gameplay und ein bekannter, erfolgreicher Entwickler sind die entscheidenden Voraussetzungen, bevor die Leute dir ihr Geld anvertrauen."

    Sieben Jahre mussten vergehen, bis Adventure-Spieler im Dezember 2013 in den Genuss von Baphomets Fluch: Der Sündenfall kamen, der fünften Episode des Krimi-Spiels. Sieben Jahre mussten vergehen, bis Adventure-Spieler im Dezember 2013 in den Genuss von Baphomets Fluch: Der Sündenfall kamen, der fünften Episode des Krimi-Spiels. Quelle: PCGames Und tatsächlich: Bekannte Entwickler, die mit etwas Glück auch noch auf populäre Namen von Spielereihen zurückgreifen können, bekommen ihre Entwicklungen in der Regel einfacher finanziert als völlig unbekannte Indie-Teams, denen es noch an Erfahrung und vor allem an Vertrauen seitens der Spieler fehlt. Das Vertrauen der Spieler geht in manchen Fällen sogar so weit, dass sie auch nach Abschluss der Crowdfunding- Kampagne noch weiterhin Geld springen lassen - vor allem dann, wenn die ersten Bilder oder Videos den Fortschritt und die Qualität des Spiels demonstrieren. Shroud of the Avatar von Richard Garriott gehört zu diesen Projekten, Obduction von den Myst-Machern Cyan Worlds ebenso.

    Den Vogel schießt allerdings Star Citizen von Chris "Wing Commander" Roberts ab, das nach dem erfolgreichen Aufruf auf Kickstarter, bei dem 2,1 Millionen Dollar zusammenkamen, inzwischen rund 39 Millionen auf dem Entwickler-Konto vorweisen kann. So manches AAA-Spiel eines großen Publishers muss mit vergleichbarem Budget auskommen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch anstehende Projekte wie das Remake des Action- Adventures Outcast darauf hoffen, möglichst viele Spieler - vermutlich älteren Semesters - zum Spenden animieren zu können.

    Kein Glück für Guido Henkel

    Ein großer Name alleine reicht aber nicht immer aus. Bestes Beispiel dafür war Guido Henkel. Der aus Deutschland stammende Entwickler arbeitete früher unter anderem an Spielen wie Das Schwarze Auge: Die Schicksalsklinge, Schatten über Riva, Fallout 2, Planescape: Torment und Neverwinter Nights mit und dürfte zumindest älteren Semestern ein Begriff sein. Dennoch scheiterte sein Versuch, ein Rollenspiel namens Thorvalla über Kickstarter finanzieren zu lassen. Das ambitionierte Projekt sammelte innerhalb von rund zwei Wochen gerade einmal knapp 50.000 Dollar ein - eine Million hätte es werden sollen. Henkel brach das Unterfangen schließlich ab, da absehbar war, dass die nötige Summe nicht zusammenkommen würde. Laut Henkel war "offensichtlich, dass es nicht genug Interesse und öffentliche Unterstützung" gäbe. Vielleicht war Guido Henkel aber auch einfach zu wenigen Spendern ein Begriff, als dass sie an den Erfolg der Entwicklung glaubten.

    Neue Chancen dank digitaler Distribution

    Abseits der zwanglosen Möglichkeit, sich über Kickstarter und Co. das nötige Kleingeld für Remakes, Neuauflagen oder frische Projekte einzusammeln, dürften vor allem auch die neuen Distributionswege eine weitere wichtige Rolle für die Comebacks vieler Entwickler-Veteranen spielen. Als Titel wie Baphomets Fluch, Outcast, Myst oder die Ultima-Reihe ihre Erfolge feierten, kaufte man diese ganz klassisch im örtlichen Spieleladen. Das bedeutete im Vorfeld für die Hersteller, dass Disketten, CD-ROMs oder DVDs sowie eine ansprechend gestaltete Verpackung produziert werden und anschließend die Spiele über ein Vertriebsnetzwerk an die Händler gehen mussten. Natürlich gibt es diese Möglichkeit auch heute noch, doch zwingend nötig ist dieser Vertriebsweg nicht mehr.

    Dank schneller Internetleitungen und Dienstleistern wie Steam, gog.com, Humble Bundle oder Xbox Live und Playstation Network im Konsolen-Bereich können Entwickler (auch kleine Studios) ihre Spiele direkt selbst verkaufen, ohne dafür alleine einen riesigen Produktionsaufwand stemmen zu müssen. Manche der größeren Entwickler bauen gar einen eigenen Online-Shop auf und verkaufen dort ihre Werke direkt. "Digitale Distribution war der Anstoß, der alles für Entwicklerstudios änderte", meint Charles Cecil. "Plötzlich waren wir in der Lage, mit unseren Kunden direkt zu kommunizieren und unser Produkt direkt an sie zu verkaufen. Und obwohl der Preis im Vergleich zum traditionellen Handel in der Regel niedriger ist, bleiben gut 70 Prozent der Erlöse direkt bei uns hängen - vorausgesetzt, wir finanzieren die Entwicklung eines Spiels selbst."

    07:59
    Best of 2014: Die Rückkehr der Entwickler-Dinos im Video
  • Es gibt 15 Kommentare zum Artikel
    Von MatthiasDammes
    Ihr habt im Grunde schon recht, das wir die etwas älteren Heftartikel entsprechend hätten markieren können, um…
    Von Enisra
    das ist jaich meine, wenn man sich den vorletzten Radio Nukular Podcast von Ex-Kollege Chris anhört, wo Ahmed einen…
    Von The_Final
    Wegen einzelner Special-Artikel? Und indem man die Artikel ohne Angabe der Heftnummer veröffentlicht, entgeht man dem?…
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http://www.pcgames.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Entwickler-Comebacks-Die-Rueckkehr-der-Legenden-1144725/
31.12.2014
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