Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Spiele: Die Emanzipation weiblicher Protagonisten - Update mit großer Auswertung

    Aloy spielt die Hauptrolle in Horizon: Zero Dawn. Quelle: PC Games

    Langsam, sehr langsam löst sich die Videospiel-Industrie von ihrer Angst vor weiblichen Protagonisten. Ist diese Angst berechtigt, oder ist der Umschwung zu mehr Heldinnen ein längst überfälliger Schritt? Wir gehen ein wenig auf die Hintergründe der Thematik ein und wollen in unserer Umfrage eure Meinung zum Thema erfahren.

    Auswertung: Wir bedanken uns bei über 1.100 Lesern, die seit Montag an unserer Umfrage zu weiblichen Protagonisten in Videospielen teilgenommen haben. An dieser Stelle präsentieren wir euch nun die teils recht spannenden Ergebnisse. Mit 93,83 Prozent fällt zum Beispiel der Anteil männlicher Leser unserer Webseite doch deutlich höher aus, als man das vielleicht erwarten konnte. Einen repräsentativen Querschnitt der deutschen Spielergemeinde stellt unsere Zielgruppe damit offenbar nicht dar. Allerdings entsprechen unsere Leser auch nicht dem Klischee, das die Industrie gerne als Ausrede verwendet. Lediglich sieben Prozent aller männlichen Umfrageteilnehmer sehen in einem weiblichen Protagonisten einen Grund von einem Kauf abzusehen. Für 14 Prozent ist das sogar ein größerer Grund für den Kauf, während es der Mehrheit von 78 Prozent schlicht egal ist.

    Umfrage-Auswertung (2) Umfrage-Auswertung (2) Quelle: PC Games Unter den weiblichen Lesern ist der Hang zu einer weiblichen Heldin dagegen wenig verwunderlich stärker ausgeprägt. Ganze 32 Prozent greifen eher zu einem Spiel, wenn dieses eine Protagonistin bietet, während gerade einmal 1,6 Prozent dadurch vom Kauf abgehalten werden. Bei der Frage nach mehr Spielen mit weiblichem Hauptcharakter ist durchaus ein großes Interesse an dieser Art Spielen zu erkennen. Während sich bei den Frauen wenig überraschend ganze 77 Prozent dafür aussprechen, sind es bei den Männern immerhin auch noch ordentliche 43 Prozent. Nur rund 9 Prozent sind dagegen, dem Rest ist es egal. Wenn es dann aber an die frei Wahl des Geschlechts geht, entscheiden sich mit 58 Prozent der Männer eine deutliche Mehrheit doch wieder für den männlichen Helden. Auf der anderen Seite könnte man aber auch positiv festhalten, dass sich ganze 41 Prozent lieber für einen weiblichen Charakter entscheiden.

    Umfrage-Auswertung (8) Umfrage-Auswertung (8) Quelle: PC Games Wesentlich deutlicher fällt diese Frage allerdings bei den Frauen aus, die sich mit 77 Prozent mehrheitlich lieber für einen weiblichen Charakter entscheiden. Bei der Frage nach der zu klischeehaften Darstellung von weiblichen Charakteren in Videospielen sind mit 49 Prozent fast die Hälfte aller männlichen Teilnehmer der Meinung, dass dies in einigen Fällen noch immer der Fall ist. Rund acht Prozent sind sogar allgemein der Meinung, dass Frauen zu klischeehaft in Spielen dargestellt werden. Unter den weiblichen Umfrageteilnehmern sieht das Bild ähnlich aus, wobei mit fast 20 Prozent noch mehr für die in jedem Fall zu klischeehafte Darstellung gestimmt haben. Erstaunlich, dass dann dennoch bei beiden Geschlechtern Lara Croft noch immer als beeindruckendste weibliche Spielfigur genannt wird, die abgesehen vom Reboot 2013 jedoch lange Zeit mit sehr vielen Klischees behaftet war.

    Auf dem zweiten Platz landet bei der männlichen Lesern Ellie aus The Last of Us, die so ziemlich das Gegenteil der klassischen Lara Croft darstellt. Rang 3 geht an Ciri aus The Witcher. Häufig unter Sonstiges genannt wurde vor allem auch FemShep aus der Mass Effect-Trilogie, die es trotz dessen, das sie vom Spieler generiert wird, schafft eine eigene Persönlichkeit darzustellen. Es gilt festzuhalten: Weibliche Protagonisten werden viel besser von Spielern aufgenommen, als es ihr Ruf in der Industrie oft darstellt. Den meisten männlichen Spielern ist es in der Regel schlichtweg egal, welches Geschlecht der Charakter hat, wenn dieser in das Gesamtkonzept passt. Eine totale Ablehnung weiblicher Heldinnen findet lediglich bei einer sehr geringen Minderheit der Spieler statt. In der Galerie am Ende dieser Meldung findet ihr alle Diagramme zur Auswertung unserer Umfrage.

    Originalmeldung: Videospiele mit weiblichen Helden in der Hauptrolle sind keine moderne Erfindung. Samus Aran und Lara Croft begleiten Fans auf der ganzen Welt schon seit einigen Jahrzehnten. Dennoch muss man auch feststellen, dass Ikonen wie die britische Archäologin lange Zeit eine Ausnahme darstellten. Bis heute dominiert der stereotypische, muskelbepackte männliche Weltenretter die meisten virtuellen Welten. Zwar zeichnet sich in den letzten Jahren ein Wandel ab, der besonders auf der zurückliegenden E3 2015 deutlicher wurde als je zuvor. Aber noch immer ist die generelle Skepsis der Industrie gegenüber der Verkaufswirkung eines Spiels mit weiblichen Protagonisten allgegenwärtig.

    Mit Nilin an der Spitze kämpft ihr in Remember Me gegen einen bösen Konzern. Mit Nilin an der Spitze kämpft ihr in Remember Me gegen einen bösen Konzern. Quelle: PC Games Das bekamen zum Beispiel die französischen Entwickler von Dontnod Entertainment zu spüren. Bereit bei ihrem Debüt-Projekt Remember Me erhielt das Studio zahlreiche Absagen von Publishern, die das Risiko einer neuen Marke mit weiblichem Hauptdarsteller nicht eingehen wollten. Auch mit ihrem zweiten Projekt Life is Strange standen die Macher von Dontnod häufig vor verschlossenen Türen. "Square ist im Grunde der einzige Publisher, der nicht am Spiel ändern wollte. Wir hatten andere Publisher, die uns gesagt haben, wir sollen einen männlichen Hauptcharakter machen", erklärte Dontnod-Gründer Jean-Maxime Moris die Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Publisher.

    Aloy spielt die Hauptrolle in Horizon: Zero Dawn. Aloy spielt die Hauptrolle in Horizon: Zero Dawn. Quelle: PC Games Auch ein großer Konzern wie Sony, der mit Investitionen in mutige Projekte wie No Man's Sky und Dreams eine gewissen Risikobereitschaft zeigt, ist offenbar nicht frei von Zweifeln, wenn es um weibliche Protagonisten geht. So gab Shuhei Yoshida, Chef von Sony Computer Entertainment, nach der Präsentation von Horizon: Zero Dawn auf der E3 2015 zu, dass es eine gewissen Nervosität bei ihm und den Verantwortlichen von gab, ob die Wahl einer weiblichen Heldin so eine gute Idee sei. Zwar habe man bei Fokus-Tests durchweg positive Resonanz erhalten, die Zweifel seien aber nicht völlig verflogen.

    Nun kann man sich die Frage stellen, wovor die Verantwortlichen der Videospiel-Industrie so viel Angst haben. Lange Zeit hielt sich die einhellige Meinung, Spiele mit weiblichem Protagonist würden sich nicht verkaufen. Diese Meinung ist aus der Annahme geboren, dass der Großteil der Käufer von Videospielen männliche Jugendliche sind, die sich nicht mit einem weiblichen Charakter identifizieren wollen. Dabei haben zahlreiche Studien in den letzten Jahren längst das Gegenteil bewiesen. Zum einen liegt der Anteil weiblicher Spieler inzwischen nahezu gleichauf mit den Herren der Schöpfung, zum anderen ist auch die Abneigung männlicher Spieler längst nicht so groß, wie oft behauptet.

    Mirror's Edge Catalyst erzählt die Geschichte von Faith. Mirror's Edge Catalyst erzählt die Geschichte von Faith. Quelle: Electronic Arts/Dice Das Problem dürfte auch auf der Seite der Entwicklerstudios zu liegen, die noch immer zu großen Teilen nur aus Männern bestehen. "Ich denke es hat etwas damit zu tun, dass Jungs eher dazu tendieren für Jungs zu entwickeln und Frauen für Frauen", erklärte zum Beispiel Patrick Soderlund von Electronic Arts. Als Beispiel führt er auch das eigene Mirror's Edge Catalyst an, das mit Senior Producer Sara Jansson eine Frau an der Spitze der Entwicklerteams hat. Ubisoft-Chef Yves Guillemot ist davon überzeugt, dass mit der steigenden Zahl der weiblichen Spieler auch die Zahl der weiblichen Protagonisten in den nächsten Jahren steigen wird.

    Dishonored 2 erlebt ihr wahlweise aus Sicht von Emily Kaldwen. Dishonored 2 erlebt ihr wahlweise aus Sicht von Emily Kaldwen. Quelle: Bethesda Mit Mirror's Edge Catalyst, Dishonored 2, Horizon: Zero Dawn und Assassin's Creed Syndicate standen auf der E3 2015 gleich vier große Produktionen mit weiblichem Protagonist im Mittelpunkt. Gegenüber der Masse männlicher Helden zwar noch immer recht wenig, dennoch ist zu spüren, dass in der Industrie ein Umdenken stattfindet. Das betrifft auch die Darstellung weiblicher Figuren in Videospielen allgemein, unabhängig davon, ob sie spielbare Charaktere sind oder nicht. "Entwickler haben die Tendenz weibliche Charaktere in speziellen Stereotypen darzustellen", beschreibt Ru Weerasuriya, der Creative Director von The Order: 1886. Daher war es das Ziel der Entwickler Lady Igraine in bodenständiger Realität darzustellen.

    Doch wie seht ihr die Debatte? Seid ihr genervt, oder vertretet ihr ebenfalls die Ansicht, dass es mehr Spiele mit weiblichen Helden geben sollte. In der nachfolgenden Umfrage wollen wir eure Meinung zum Thema erfahren. Die Umfrage geht bis Freitag um 9 Uhr, danach präsentieren wir euch die Ergebnisse in einer ausführlichen Auswertung.

    06:42
    Kerrigan, Lara & Co: Die 10 tollsten Videospiel-Frauen im Video-Special
  • Es gibt 144 Kommentare zum Artikel
    Von Enisra
    Manche wollen sich einfach wichtig machen und meinen ihr Kosmos wäre in irgendeiner Form repräsentativgenerell sollte…
    Von linktheminstrel
    und der sinn dahinter wäre...
    Von Iniquitous0
    Ich wette, dass noch einige sich als weiblich ausgegeben haben und die Zahl der Leserinnen noch niedriger ist.Übrigens…
    • Es gibt 144 Kommentare zum Artikel

      • Von Enisra Erfahrener Benutzer
        Zitat von linktheminstrel
        und der sinn dahinter wäre...
        Manche wollen sich einfach wichtig machen und meinen ihr Kosmos wäre in irgendeiner Form repräsentativ
        generell sollte jeder der mein "aber ich kenne" Gedanken machen das die Welt da draußen doch ganz anders ist
        wie die ganzen Typen die damals immer meinten das WoW tot sei weil DIE keinen mehr kannten der WoW zockt
      • Von linktheminstrel Erfahrener Benutzer
        Zitat von Iniquitous0
        Ich wette, dass noch einige sich als weiblich ausgegeben haben und die Zahl der Leserinnen noch niedriger ist.
        und der sinn dahinter wäre...
      • Von Iniquitous0 Benutzer
        Ich wette, dass noch einige sich als weiblich ausgegeben haben und die Zahl der Leserinnen noch niedriger ist.
        Übrigens wundert mich das nicht. Die meisten Gamerinnen, die ich kenne interessieren sich eigentlich nicht für Spielenews, sondern wenn dann für Cosplay und nur für das Spiel(die Spiele), welche(s) Sie gern spielen.
        Kann natürlich sein, dass jüngere Generationen hier anders ticken.
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1164591
Spiele
Die Emanzipation weiblicher Protagonisten - Update mit großer Auswertung
Langsam, sehr langsam löst sich die Videospiel-Industrie von ihrer Angst vor weiblichen Protagonisten. Ist diese Angst berechtigt, oder ist der Umschwung zu mehr Heldinnen ein längst überfälliger Schritt? Wir gehen ein wenig auf die Hintergründe der Thematik ein und wollen in unserer Umfrage eure Meinung zum Thema erfahren.
http://www.pcgames.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Die-Emanzipation-weiblicher-Protagonisten-Update-mit-grosser-Auswertung-1164591/
17.07.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/06/Horizon-1-pcgh_b2teaser_169.jpg
spiele
specials