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  • Panorama: Der Ton macht die Musik

    Achtung, Aufnahme! Hochwertiger Sound und Sprachausgabe sind wichtige Bestandteile von Videospielen. Quelle: PC Games

    Vom kleinen Pong bis zum gewaltigen Orchesterklang: Warum Musik und Soundeffekte für Videospiele so unverzichtbar geworden sind. In diesem Special dreht sich alles über Geräusche, Soundeffekte und Soundtracks in Videospielen.

    Musik berührt uns, kreiert Emotionen. Sie lenkt uns, gibt Hinweise und Tipps. Sie erzeugt Atmosphäre und beeinflusst die Stimmung. Musik und Sound-Effekte sind für Videospiele ebenso wichtig wie hochauflösende Grafik und eine handliche Steuerung. Oft bleibt sie uns sogar deutlich intensiver in Erinnerung – man denke nur an Dead Space. Dennoch nehmen wir sie anders wahr. Unterschwelliger, vorsichtiger und oftmals einfach unbewusst. Aber gäbe es keinen tonale Untermalung in Videospielen, würden wir sie nur als eine lose Aneinanderreihung von Polygonen und Strukturen wahrnehmen. Speziell Actionspiele und Ego-Shooter wären ohne wuchtige Explosionen, Sprachausgabe und einen mächtigen Soundtrack langweilig. Musik und Effekte gehören zu Videospielen wie das Salz zur Suppe. Doch erst in den vergangenen zehn Jahren rückten die Komponisten und ihre Werke vermehrt ins Zentrum des Interesses.

    Ein leises "Pong" als Urknall

    Soundtracks sind in unserer Zeit oft exklusive Beilagen in wertvollen Special Editions oder werden über iTunes direkt verkauft. In Konzertreihen wie Video Games Live! arrangieren die Künstler ihre Werke neu und bieten sie per Orchester einem großen Publikum dar. Doch ehe Videospiele auf dem heutigen Stand waren, vergingen 30 Jahre. Eine Zeit voller Revolutionen: Vom leisen Tick-Tack eines Pong ging die Reise hin zu emotionalen Ohrwürmern wie "Dovahkiin" aus The Elder Scrolls 5: Skyrim oder den verstörenden Melodien eines Silent Hill 2. Zwar haben Videospiele ihren Ursprung in den Spielhallen, doch in den Anfangsjahren waren auch die Arcade- Maschinen noch stumm. Auch die ersten Heimsysteme wie etwa das Magnavox Odyssey besaßen noch keinerlei Möglichkeit zur Ausgabe von Tönen, geschweige denn von Musik. Atari ist hier einmal mehr der Vorreiter: Deren 1972 veröffentlichter Spielautomat Pong machte seinem Namen alle Ehre und kreierte einen für jeden Spieler bekannten Ton, der inzwischen als Urknall für die Soundentwicklung gilt.

    Bioshock zeigt, wie Sound und Grafik gemeinsam Stimmung formen, Die Musik aus den 50-er Jahren passt perfekt zur utopischen Spielwelt. Bioshock zeigt, wie Sound und Grafik gemeinsam Stimmung formen, Die Musik aus den 50-er Jahren passt perfekt zur utopischen Spielwelt. Quelle: PC Games In den Folgejahren nahmen die Möglichkeiten dann rasend schnell zu. Titel wie Midways Gun Fight sind die Urgroßväter aktueller Actionspiele, auch wenn bei dem Westernspiel Schüsse noch eher wie ein primitives Knallen anmuteten. Beinahe zeitgleich mit dem Erscheinen des Atari 2600 setzten Arcade-Titel wie Space Invaders oder Asteroids erste Meilensteine. Hier wurde bereits deutlich, welche Signifikanz die Geräuschkulisse für virtuelle Spiele haben kann: In Space Invaders signalisiert ein rhythmisches Klopfen die Bewegung der anrückenden Außerirdischen. Je knapper das Zeitlimit wird, desto hektischer werden auch die Geräusche. Dies erzeugt unweigerlich ein Gefühl der Panik. Eine wegweisende Technik, die später etwa in Titeln wie Tetris oder dem Klassiker Pac- Man aufgegriffen wurde.

    Vom zaghaften Beginn …

    In den Folgejahren erschienen Arcade-Titel wie Tempest, Nintendos Donkey Kong und natürlich ebenjenes Pac-Man, das bis heute als Aushängeschild für Videospiele geliebt wird und vollkommen zu Recht Kultcharakter besitzt. Einen Soundtrack besaß aber auch Pac- Man nicht. Eines der ersten Spiele, welches eine Art Titelmelodie zu bieten hatte, die aus einer sich wiederholenden Notenfolge bestand, war das 1980 erschienene Rennspiel Rally-X. Von Ohrwurmcharakter kann hier allerdings noch nicht die Rede sein.

    Martin O'Donnell und Michael Salvatori produzierten den Combat Evolved-Soundtrack. Sphärenklänge und Choräle wirken heroisch. Martin O'Donnell und Michael Salvatori produzierten den Combat Evolved-Soundtrack. Sphärenklänge und Choräle wirken heroisch. Quelle: PC Games Die technischen Beschränkungen waren zu Beginn der 80er-Jahre schlicht noch zu groß, um auch nur marginale Soundtracks zuzulassen. Der 1982 veröffentlichte Commodore 64 beispielsweise, wenn auch wegweisend und revolutionär, war lediglich in der Lage, 4-Bit Samples darzustellen. In den 80er-Jahren konstruierte der Ingenieur Bob Yannes mit dem SID-6581-Chipsatz eine Art kleinen Synthesizer für den Heimgebrauch. Die Folge waren für damalige Verhältnisse ungeahnte Freiheiten für Komponisten.

    … über den schnellen Aufstieg …

    Aus heutiger Sicht war aber das 1985 veröffentlichte Nintendo Entertainment System (kurz: NES) von entscheidender Wichtigkeit. Es kreierte eine neue Boom-Phase, welche die Branche bitter nötig hatte. Gemeinsam mit der Konsole erschien auch Super Mario Bros. – und mit ihm Koji Kondos genialer Soundtrack samt den dazu passenden Effekten. Nie gingen Musik und Gameplay derart flüssig ineinander über. Nie waren Melodien so eingängig.

    Super Mario Bros. ist ein Meilenstein der Videospiel- und Soundgeschichte, von dem Nintendo bis heute zehrt. Gleichzeitig kamen 1987 mit Final Fantasy und The Legend of Zelda zwei Spiele auf den Markt, die für ihre atmosphärische Musik geradezu legendär sind – eine ganze Generation von Videospielern pfiff und summte die legendären Melodien nach. Gerade das Fantasy- und Rollenspielgenre sollte ein Garant für fantastische Soundtracks werden: Final Fantasy-Komponist Nubou Uematsu verknüpfte Einflüsse aus Kinofilmen mit seiner Spielmusik und wurde so einer der wahren Revolutionäre seines Fachs.

    … zum Sprung ins Jetzt!

    Die Titelmelodie des Geschicklichkeitsspiels Bubble Bobble hat Ohrwurm-Qualitäten. Der Comic-Track ist ungeheuer eingängig, bleibt auch bei einem kurzen Spielhallenbesuch im Gedächtnis. Die Titelmelodie des Geschicklichkeitsspiels Bubble Bobble hat Ohrwurm-Qualitäten. Der Comic-Track ist ungeheuer eingängig, bleibt auch bei einem kurzen Spielhallenbesuch im Gedächtnis. Quelle: PC Games Mit immer leistungsfähigeren Konsolen und größeren Speicherressourcen boten sich den Komponisten zunehmend mehr Möglichkeiten. Der Heimrechner Amiga 500 beispielsweise war bei Elektrokünstlern besonders populär, da man mit der passenden Software klassische Instrumente digitalisieren und sampeln konnte. Diese Technik sorgte etwa im Soundtrack von Shadow of the Beast von David Whittaker oder Turrican 2 von Chris Hülsbeck für damals unerreichte Ergebnisse. Vorbei waren die Zeiten von einzeln aneinandergereihten Tönen oder generierten Melodien: Auf dem Amiga gab es seinerzeit anspruchsvolle Elektromusik mit klirrenden Bit-Gitarren und wuchtigem Sound! Trotzdem blieb der Speichermangel auf Cartridges und Disketten eines der größten Hindernisse, wenn es um die Digitalisierung von Musik für Video- und Computerspiele ging. Erst mit der Einführung von CD-Laufwerken Anfang der 90er wurde diese Hürde genommen.

    Der Sega Saturn und die Playstation brachten die notwendige Hardware für Musikstücke in CD-Qualität und satten Stereo-Sound mit. Spiele wie Wipeout begeisterten damals mit ihren Techno-Tracks. Resident Evil auf der anderen Seite ließ vielen Spielern mit seinen Schockeffekten Schauer über den Rücken laufen. Die 32-Bit-Revolution optimierte das Spielerlebnis mit modernster 3D-Grafik und ebenbürtigem Ton. Allerdings wurde Musik damals noch häufig auf Mixed-Mode-CDs gespeichert. Bedeutet: Musik und Spieldaten befinden sich auf der gleichen CD, können aber nicht gleichzeitig ausgelesen werden. Das wiederum stellte die Entwickler vor eine große Herausforderung und die Spieler vor teils lange Ladezeiten oder Aussetzer bei Track-Wechseln. Erst mit den Jahren optimierten die Hersteller die verfügbaren Speicherressourcen und lagerten notwendige Daten per Streaming schnellstmöglich aus. Mit dieser Entwicklung begann auch die Generation der lizenzierten Soundtracks.

    Wer erinnert sich nicht an die muntere Punk-Mucke aus Tony Hawk's Pro Skater, die Lieder von Nine Inch Nails in mehren id-Games oder gar an Blurs Song 2 in FIFA Frankreich 98? Heute sind lizenzierte Lieder in Spielen wie Watch Dogs, FIFA 14 oder GTA 5 gar nicht mehr wegzudenken. Sie kreieren ein Gefühl der Vertrautheit, rufen reale Erinnerungen wach und vermengen diese mit der Stimmung des Spiels. Natürlich profitieren auch Tanz- und Musikspiele wie Just Dance oder die Rock Band-Reihe massiv von moderner Sound-Technik. Ohne Musik in CD-Qualität wäre ein komplettes Genre wohl nie in die Wohnzimmer gekommen, sondern hätte auf ewig in Spielhallen dahinvegetieren müssen.

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Vom kleinen Pong bis zum gewaltigen Orchesterklang: Warum Musik und Soundeffekte für Videospiele so unverzichtbar geworden sind. In diesem Special dreht sich alles über Geräusche, Soundeffekte und Soundtracks in Videospielen.
http://www.pcgames.de/Spiele-Thema-239104/Specials/Der-Ton-macht-die-Musik-1144585/
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