Spellforce: Shadow of the Phoenix
Guter Avatar inklusive
Sie haben Ihre alten Speicherstände gelöscht oder gar Spellforce und Breath of Winter nicht bis zum Ende gespielt? Kein Problem: Auch ohne Charakter auf der Festplatte können Sie sofort loslegen. Phenomic schenkt Ihnen nämlich einen Helden der Stufe 28, damit Sie es von Anfang an mit zäheren Gegnern aufnehmen. Aussehen und Fähigkeiten des Helden bestimmen Sie selbst. Ebenso, ob Ihr Alter Ego Träger der Schattenklinge oder Wächter des Phönixsteins ist. Übrigens setzt Shadow of the Phoenix lediglich die Vollversion von Spellforce voraus. Die erste Erweiterung brauchen Sie nicht gesondert erwerben.
Spellforce-Veteranen fühlen sich von der ersten Spielminute an wie zu Hause. Die Story ist extrem spannend erzählt und der bombastische Soundtrack macht die ohnehin dichte Fantasy-Atmo-sphäre perfekt. Ganz zu schweigen von der glaubwürdigen Synchronisation. Große Gameplay-Änderungen gibt es nicht: Nach wie vor bestreiten Sie sowohl typische Rollenspielmissionen, bei denen Ihr Held entweder allein unterwegs ist oder von Runenkriegern begleitet wird, als auch klassische Echtzeit-Strategieeinsätze inklusive Ressourcen-Beschaffung. Auf frische Aufbaurassen treffen Sie nicht, aber es erwarten Sie zwei zusätzliche Einheiten (Gebäudezerstörer und Schwarmeinheit) sowie 40 neue Zaubersprüche. Liefen im Hauptprogramm die meisten Missionen nach dem Schema "Basis aufbauen - Rohstoffe sammeln - Truppen produzieren - alle Feinde töten - nächstes Portal betreten" ab, gibt es in Shadow of the Phoenix deutlich mehr zu tun. Nicht immer ist es vonnöten, gegen mächtige Gegneransammlungen anzurennen. Stattdessen helfen Ihnen hin und wieder NPCs, eine alternative Route zu finden. Sehr interessant ist die Handlungsfreiheit in der orientalisch angehauchten Stadt Empyria. Um hineinzukommen, riskieren Sie entweder Kopf und Kragen in einem offenen Gefecht - der Schwierigkeitsgrad ist durchweg Spellforce-typisch hoch - oder Sie erledigen diverse Aufträge und erhalten zur Belohnung freies Geleit. In einer dieser Quests stellen Sie die Ehre eines Mannes wieder her, indem Sie für ihn im Zirkus gegen riesige Kithar antreten, in einer weiteren verpetzen Sie eine Ehefrau, die mit einem Aufseher fremdgegangen ist. Ebenfalls zur Abwechslung tragen neue Heldenfiguren bei, deren Hilfe Sie für kurze Zeit in Anspruch nehmen. Gleich zu Beginn bieten Geister im Gegenzug für die Beschaffung ihres Leichnams ihre Dienste an. Lassen Sie sich auf den Deal ein, steuern Sie die Untoten persönlich in der Schlacht gegen den Fial Darg.
Optischer Leckerbissen
Grafisch präsentiert sich Shadow of the Phoenix in gewohnt hoher Qualität. Beim Anblick der detaillierten Landschaften und Charaktere gerät man schnell ins Schwärmen. Schade nur, dass Figuren bei Dialogen die Lippen noch immer nicht bewegen. Dafür werden Quest-NPCs jetzt auf der Minikarte weiß hervorgehoben und während Kämpfen plärren deutlich weniger Sätze wie "Haltet die Linien" aus den Lautsprechern.
Charakter-Import im Netz
Beim Mehrspieler-Modus geht Phenomic auf das Flehen der Fans ein: Auch wenn die Spielbalance völlig aus den Fugen gerät, lassen sich Avatare auf Wunsch nun aus dem Koop-Modus (15 neue Einsätze) in Deathmatch-Partien importieren.

