Roboter, Parasiten und Tentakel: Wie Filmemacher ihre Aliens darstellen
Bereits in der Antike beschäftigten sich Menschen mit der Frage: Sind wir allein im Weltall? Gespickt mit dem Wissen der schier unendlichen Größe des Universums beschäftigten sich Astronomen, Naturphilosophen und sogar Immanuel Kant ("Von den Bewohnern der Gestirne" 1755) mit der Frage, ob es Leben auf anderen Planeten gebe. Die Verbreitung der Evolutionstheorie brachte die Spekulationen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Kochen, was bis heute anhält. Als eines der Geheimnisse der Menschheit, wurde kaum ein Thema wie Weltraum und Außerirdische so oft rezitiert, verarbeitet und weitergesponnen - dies gilt natürlich auch für die Unterhaltungsindustrie. Spätestens mit "Star Wars" oder der "Alien"-Reihe wurde das Thema Sci-Fi zum Massenhit.
Aliens und Sci-Fi in der Popkultur
Außerirdische spielten in der Science Fiction bereits früh eine Rolle. Wahrscheinlich könnte fast behauptet werden sie sei von Beginn an in erheblichen Maße durch die Idee von intelligenten, intergalaktischen Lebensformen beeinflusst worden sein. Gleichzeitig aber, prägt und beeinflusst auch Sci-Fi von Beginn an ernste wissenschaftliche Bemühungen, mehr über den Menschen selbst und auch über andere, unbekannte Lebewesen zu erfahren.
Dies nutzte auch die Filmbranche. In den meisten Fällen diente der verfremdete menschliche Körper als Gestalt für einen Alien. Bereits 1902 zeigte Filmpionier Georges Méliès in seinem Stummfilm "Reise zum Mond" ein Zusammentreffen zwischen Mensch und Außerirdischen. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich ganz bestimme Formen für die Darstellung eines Wesens vom anderen Stern aus.
Quelle: Wikimedia Commons
Georges Méliès "Reise zum Mond" mit fischähnlichen Aliens
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Der grüne Stereotyp
Quelle: Universal, Fox; Universal
In "Paul - Ein Alien auf der Flucht", "Independence Day" und "E.T. - Der Außerirdische" wurden auf die klassische Marsmensch-Typo gesetzt.
"Kleine grünen Männchen" ist heutzutage ein fester Begriff für Aliens geworden. Ursprünglich geht dieser auf das sogenannte "Marsfieber" zurück. Ab etwa 1890 wurde dies von den Medien angefacht, selbst Astronomen und bekannte Wissenschaftler waren davon überzeugt, dass sie auf dem Mars hochzivilisierte grüne Lebewesen entdeckt hatten. Grund dafür waren die Entdeckung und Fehlinterpretation der Marskanäle (die eine jahreszeitliche Umfärbung von Rot in Grün aufwiesen) und die Entdeckung eines "Marsgesichts", was der damals schlechten Kameraqualität zurückzuführen ist. Die Verbreitung des Themas um die Marsianer wurde ebenfalls durch Literatur darüber geschuldet (z.B. "Krieg der Welten" von H. G. Wells)
Filmemacher tragen dieses traditionelle Bild von den ersten Aliens natürlich weiter, die neben grünlicher Haut zudem meist einen extrem großen Kopf und pupillenlosen Augen vorweisen.
Der Möchtegern-Mensch
Quelle: Image; Warner; Disney
"Aelita", "Man of Steel" und "Thor" sind allesamt Aliens - auch wenn man es ihnen nicht ansieht.
Mit seinem Stummfilm-Klassiker "Aelita - Flug zum Mars" stieg Regisseur Jakow Protasanow 1924 nicht nur auf den Marsfieber-Zug auf, der zeigte zudem wiederum ein anderes Bild von außeririschen Leben - ein äußerst menschliches. Seine Mars-Königin Aelita war als eine normale Frau mit seltsamem Kleidungsstil dargestellt. Könnten Aliens also eventuell so aussehen wie wir? Jedenfalls fügen sich Thor und Superman, obwohl beide von andern Planeten stammen, doch sehr gut in die Menschenwelt ein. Auch die Alien-Besucher beim MIB tragen schließlich eine menschliche Haut über deren wirkliche Erscheinung.
Die künstliche Intelligenz
Quelle: Fox; Paramount; Metropol
In "Der Tag an dem die Erde stillstand", "Transformers: Ära des Untergangs" und "Moontrap" kommen Robo-Aliens auf die Erde - gut oder schlecht gesonnen.
Technik, die sich gegen uns stellt, scheint eine bereits früh aufkommende Angst zu sein. Schon in der Originalfassung von "Der Tag an dem die Erde stillstand" (1951) hatte der in menschlicher Form erscheinender Erdenbesucher Klaatu einen Roboterfreund im Schlepptau, der ziemliches Chaos anrichtet. Weitergeführt wird die Idee mit Riesenrobotern unter anderem durch "Moontrap" (Roboter, die Menschengehirne stehlen) oder natürlich der Filmreihe "Transformers" (bereits der fünfte Teil im Anmarsch). Auch in "Avengers: Age of Ultron" müssen sich Iron Man und Co. mit einer Art außerirdischen Maschine herumschlagen. Von Menschen entwickelte Roboter, die sich gegen sie selbst stellen, scheint jedoch noch ein beliebteres Thema zu sein.
Das tierische Mischwesen
Quelle: Constantin; Fox; Sony
Der Insekten- bzw Tiereinfluss ist hier kaum zu übersehen bei ""Ender's Game - Das große Spiel", "Avatar - Aufbruch nach Pandora" und "District 9"
Wie schon erwähnt, bediente man sich schon früh der Darstellung von Außerirdischen, indem man tierische Merkmale auf einen menschlichen Körper setzte. Komischerweise scheinen Filmemacher sowie Zuschauer besonders Insekten oder Meeresbewohner als so abgrundtief widerlich abzustempeln, dass diese unproportional oft für Alienmonster Pate stehen (siehe "District 9", "Super 8", "Ender's Game"). Besonders in Verbindung mit Tentakel. Es gibt natürlich auch haarige Vertreter (Chewbacca ganz vorne mit dabei) aber eine der Größten Ängste des Menschen hat wohl mit übergroßen Insekten oder aus dem Meer entstiegenen Fischen zu tun. Würde auch Sharknado und Co. erklären. Jedoch kann zu dieser Kategorie ebenfalls Filme wie James Camerons grandioser Erfolg "Avatar - Aufbruch nach Pandora" gezählt werden.
Die Parasiten
Quelle: Paramount; Fox; Studiocanal
Die Wesen aus "Der Blob - Schrecken ohne Namen", "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" und "The Faculty - Trau keinem Lehrer" töten nicht nur - sie fressen
Noch etwas, vor was wir Menschen automatisch Horror empfinden und was Ridley Scotts "Alien"-Reihe unter anderem auch so erfolgreich machte. Ein Menschlicher Wirt trifft auf Aliens, die sich in diesem einpflanzen. Mit "Das Ding aus einer anderen Welt", "Dreamcatcher" oder "The Faculty" wurde dieses Thema immer wieder ausführlich aufgenommen.
Eine andere Form stellen auch biologisch pflanzliche Alienwesen dar, die wir hiermit nicht ausschließen möchten. Die Rede ist zum Beispiel von "Blob - Schrecken ohne Namen" (Intergalaktischer Schleim, der Menschen auffrisst) oder "Blumen des Schreckens".
Und dann gibt es natürlich noch die Space Opera. Das Universum als Tummelplatz für Helden aller Ethnien und Planeten sowie für Entdeckungreisen zur Erfoschung anderer Welten. Für "Star Wars", "Dune - Der Wüstenplanet", "Star Trek" oder den neuesten "Guardians of the Galaxy" wurde Zusammengewürfelt was geht - so wie es intergalaktische Welt eben vorsehen.
Quelle: Disney
Aliens in allen Farben und Formen - so stellt sich Hollywood die Wesen jenseits des Weltalls vor
