Singularity im Test: Trotz diverser Ideen-Diebstähle ein solider Ego-Shooter
Große Bosse mit orangenen Schwachpunkten kommen Konsolenspielern bekannt vor. Trotzdem machen sie Spaß. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Der titelgebende physikalische Begriff „Singularität“ stammt vom Lateinischen „singularis“ ab, was so viel wie „einzigartig“ bedeutet. Keine Angst, wir tun hier bloß schlau, in Wahrheit haben wir diese Info gerade erst ergoogelt. Trotzdem verblüfft die Namenswahl in diesem Fall, da der neue Shooter von Raven so ziemlich alles ist – außer einzigartig. Das Szenario eines schiefgelaufenen Experiments auf einer sowjetischen Forschungsinsel riecht bereits nach Klischee, die Retorten-Charaktere führen das logisch fort: der bitterböse russische General, der naive Professor, dessen Erfindung außer Kontrolle geriet, und die sexy Begleiterin, die im Spielverlauf natürlich verschleppt und von Ihnen gerettet wird … alles altbekannt. Eigentlich schade, denn die etwas konfuse Handlung besitzt nette Ansätze und die Grundidee von Singularity überzeugt: Mittels eines speziellen Handschuhs beeinflusst der Spieler die Zeit, schaltet damit Gegner aus und löst knackige Rätsel.
Im fertigen Spiel rückt diese Idee zeitweise etwas in den Hintergrund. Stattdessen schnappten sich die Jungs von Raven ihr letztes Werk Wolfenstein und ersetzten die bösen Nazis einfach durch böse Russkis. Anschließend verfeinerten sie ihr Süppchen mit allerlei Zutaten, die im Action-Genre gerade schmecken: ein guter Happen Bioshock, eine feine Prise Dead Space und ein paar Löffelchen Call of Duty. Außerdem hatten wir einige Déjà-vus aus Ravens Ballerspaß Quake 4 – bei Leibe kein schlechter Titel, aber schon damals nicht gerade originell!
An einigen Stellen nehmen wir besonders große Eingriffe vor, hier reparieren wir beispielsweise einen ganzen Zug. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Nicht umsonst heißt es allerdings „Besser gut geklaut als schlecht erfunden“ und so sorgt Singularity letztlich für ordentlich Spielspaß. Die Technik hinkt der Zeit zwar stellenweise um zwei bis drei Jahre hinterher, sieht aber zumindest ordentlich aus und besser als auf den Konsolen. Außerdem ist Grafik ja bekanntlich nicht alles. Und obwohl das eigentliche Haupt-Feature des Spiels, die Zeitmanipulation, etwas enttäuscht, punktet Singularity an anderen Stellen. In vielen düsteren, verlassenen Ruinen liefen uns wohlige Schauer über den Rücken - natürlich nicht so intensiv und atmosphärisch großartig wie in Bioshock und Dead Space, aber trotzdem äußerst nett. Genauso macht es einfach Spaß, mit einer Minigun so richtig überlegen loszuknattern. Neben solchen Passagen gehörten bisher vor allem Endgegner auch zu den Stärken von Raven Software, doch hier enttäuscht Singularity etwas. Es gibt zwar eine Handvoll fetter Bosskämpfe, doch unterm Strich bleiben diese zu anspruchslos, zu beliebig. Schade Jungs, das könnt ihr definitiv besser!
So fällt auch das Fazit aus. Einerseits denken wir dauernd: „Mensch, das kriegt ihr doch viel besser hin!“ – andererseits bot uns Singularity trotzdem knapp acht Stunden Ballerspaß in Reinkultur. Obschon wir all das bereits woanders besser gesehen haben, bleibt am Ende ein herrlich klassischer Ego-Shooter mit vielen guten Momenten. Perfekt für Fans der alten Schule und solche, die von Deckungssystemen und automatisch regenerierter Lebensenergie mittlerweile mehr als genug haben.
Schnittbericht:
Zwar gibt es in Singularity Kürzungen und so fehlt neben dem in Deutschland obligatorisch entfernten Ragdoll-Effekt bei Pixel-Leichen auch die Möglichkeit, menschlichen Soldaten gezielt Kopf und Arme abzutrennen. Doch die Mutanten blieben im Gegensatz dazu unbeschnitten und auch sonst bietet Singularity noch reichlich harte und explizite Szenen.
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geile Schockmomente, dagegen ist DeadSpace Fear2 usw ein Kinderspiel !!
88% würde ich geben.. sieht man ja auch an den leserwertung 86%
Da hat mal wieder PCGames, naja lassen wir es mal ... **
"Der titelgebende physikalische Begriff „Singularität“ stammt vom Lateinischen „singularis“ ab, was so viel wie „einzigartig“ bedeutet. Keine Angst, wir tun hier bloß schlau, in Wahrheit haben wir diese Info gerade erst ergoogelt. Trotzdem verblüfft die Namenswahl in diesem Fall, da…
Und Timeshift war schon richtig schlecht . Das hat mir das Thema Zeitveränderung vermiest.