Singles: Flirt up your Life
Eroberungsfeldzug
Sportliche Aktivitäten bringen den Singles zwar Spaß, formen aber nicht den Körper.
Der Fähigkeitenausbau ist auch wichtig, um Mike und Linda unter die Haube zu bringen. So gewinnt unser Romeo nur mit entsprechenden Kenntnissen im Süßholzraspeln das Herz der Angebeteten, die für ihn wiederum gänzlich uninteressant ist, solange sie die erotische Ausstrahlung von Susan Stahnke versprüht, die mit ungeschminktem Antlitz im australischen Dschungel nichts ahnende Kakerlaken erschreckt. Zwischen Zähneputzen, Staubsaugen und Abwaschen sind Sie deshalb bemüht, die beiden engere Kontakte knüpfen zu lassen. Da macht der Casanova seiner Herzdame Komplimente, da erzählt die weibliche Plaudertasche von ihren Hobbys oder schmiegt sich beim Fernsehabend an seine Schulter. Eine Beziehungsanzeige gibt Aufschluss darüber, wie sehr die beiden bereits befreundet oder erotisch miteinander verbandelt sind. Darüber hinaus löst das Spiel regelmäßig festgelegte Dialoge aus, die humorvoll von zarten Liebesbekundungen bis hin zum Heiratswunsch führen. Je weiter Sie in der Geschichte vorankommen, desto mehr Aktionen werden freigeschaltet. So dürfen sich die beiden zunächst nur umarmen, später zärtlich und schließlich leidenschaftlich küssen. Wie im echten Leben endet all das schließlich im geräumigen Doppelbett, in dem die beiden auf Ih-re Anweisung hin herumfummeln oder aber - durch die Decke sichtgeschützt - zur Sache kommen.
Alltäglicher Konkurrenzkampf
Im Gegensatz zu Die Sims sehen Sie bei den Singles, was sich im Schlafzimmer abspielt.
Die Eheschließung erleben erfahrene Spieler leider bereits nach nicht einmal zehn Spielstunden und haben damit das vorgegebene Spielziel erreicht. Nachwuchs gibt es nicht und auch das verflixte siebte Jahr macht Ihnen keinerlei Schwierigkeiten. Überhaupt ist Singles wesentlich einfacher und einsteigerfreundlicher als Die Sims. Das liegt in erster Linie daran, dass Mike und Linda erheblich genügsamer sind als ihre Kollegen. Falls Sie dem Paar über lange Zeit die Nachtruhe verweigern, ertragen diese die Müdigkeit mit stoischer Gelassenheit und fallen nicht auf der Stelle in tiefen Schlaf. Verhungern können sie ebenso wenig wie fristlos gekündigt werden und der Haussegen hängt eigentlich nur dann schief, wenn Sie Reinigungsarbeiten ungerecht verteilen. Das größte Problem von Singles: Es gibt keine Kommunikation mit virtuellen Freunden. Wo Sie bereits in der Basis-Version von Die Sims die Nachbarn zum Abendessen einluden oder rauschende Grillpartys feierten, hocken Mike und Linda ständig aufeinander. So sehr einem die beiden auch ans Herz wachsen, es fehlt echte Langzeitmotivation. Da schafft auch die Traumvilla in der
Karibik nur bedingt Abhilfe, die Sie nach der Heirat übers Wochenende besuchen und ausstatten dürfen - und die, einmal freigeschaltet, neben einem Loft auch im storyfreien Endlosspiel verfügbar ist.
Da schau her
Die Charaktermodelle der Turteltäubchen Mike und Linda sind sehr detailreich modelliert.
In einem Punkt ist Singles dem Konkurrenten jedoch weit voraus: Die 3D-Engine zaubert die WG-Wohnung so detailreich auf den Bildschirm, dass Singles auch als Demonstrationsprogramm für Innenausstatter taugen würde. Zudem sehen die Lichteffekte buchstäblich glänzend aus. Leider hat die hübsche Grafik ihren Preis - selbst im niedrigsten Detailgrad ist das Spiel recht hardwarehungrig und wird merklich langsamer, wenn Sie zu viele Lichtquellen in der Wohnung platzieren.


Fehlt aber der Langzeit Spass