pcgames.de - Wissen, was gespielt wird!

Simon the Sorcerer 3D (PC)

Release:
17.05.2002
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Vivendi Universal

Simon scheitert in der dritten Dimension.

28.06.2002 17:00 Uhr
|
|

In einem Schönheitswettbewerb würde Simon gegen Guybrush Threepwood den Kürzeren ziehen. In einem Schönheitswettbewerb würde Simon gegen Guybrush Threepwood den Kürzeren ziehen. Viele Dinge stehen auf der Rückseite der Verpackung dieses 3D-Adventures. Einige davon sind wahr, andere nicht. Fangen wir an: “Spannende und unterhaltsame Story” ­ stimmt! Der Zauberer Simon, der gerade erst einen Körpertausch mit Bösewicht Sordid hinter sich hat, muss einen ungenießbaren Pfirsich essen, um wieder ganz zu werden. Wie wunderbar abgefahren. “Pointenreiche Dialoge”, heißt es außerdem. Und das ist auch richtig: Professionelle Sprecher vertonen die skurrilen Charaktere (darunter eine Glücksfee, geschätztes Alter: 60) mit Liebe. Aus vorgegebenen Antworten wählen Sie, was Ihnen wichtig erscheint, und führen so ausgesprochen humorvolle Gespräche. “Neueste 3D-Technologie für atemberaubende Grafiken”, steht da noch. Vollkommen falsch! Die Personen schauen aus wie Klötze aus einem Legobaukasten. Mundbewegungen sind ein Texturenflimmern, das man als Grafikfehler deuten würde, wüsste man es nicht besser. “Neue intuitive Steuerung”, verkündet die Packung und beschönt erneut. Die Bedienung ist für ein Adventure unnötig kompliziert geraten: Sie müssen ­ je nach Situation ­ rennen, laufen oder kriechen. Scheinbar harmlose Gänge entpuppen sich als nervige Hindernisparcours; der Zauberer bleibt alle Nase lang an Wänden hängen. Damit gehört die exzellente Spielbarkeit der beiden 2D-Vorgänger der Vergangenheit an.

   
Bildergalerie: Simon the Sorcerer 3D
Bild 1-3
Klicken Sie auf ein Bild um die Bilderstrecke zu starten! (4 Bilder)
PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
69 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
   
Thomas Weiß
Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Wie schön, dass Simon the Sorcerer 3D trotz 3D-Lifting nichts von seinem Humor verloren hat: Im Spiel ist von Nonnenmagazinen die Rede, mit denen sich einsame Priester die Zeit vertreiben. Oder von Coca Cholera-Getränken aus dem Tomb Trader-Souvenierladen. Die hohe Gagdichte und die professionelle Sprachausgabe sind leider die einzigen beiden Kaufargumente. Beim Rest sträuben sich die Haare eines jeden Computerspielers. Die 3D-Areale sind hässlich wie die Nacht und unverschämt groß geraten. Groß ist auch der Frust, wenn man bemerkt – und glauben Sie mir, das wird passieren –, dass man einen wichtigen Gegenstand übersehen hat. Minutenlange Fußmärsche zurück sind die Folge. Um noch einmal die Packung zu zitieren: „Gehe sofort zur Kasse und gib der Kassiererin dein Geld, damit wir den vierten Teil beginnen können.“ Ich bezweifle, dass es ihn geben wird.
   
Moderation
28.06.2002 17:00 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar