Sim City im Test: Das hat uns nicht gefallen - Wertung und Meinung
Nach über zehn Jahren bieten euch Maxis und EA einmal mehr in Sim City den Job als Bürgermeister an. Diesmal steht euer Büro aber nicht in einer Millionenmetropole, sondern im Gemeindehaus einer Kleinstadt. Ob uns der Fokus auf kleinere Städte und Online-Funktionalität trotz schwer wiegender Server-Probleme zum Launch überzeugt hat, erfahrt ihr im Test von Sim City.
Das hat uns nicht gefallen
Sehr kleine Karten
Alle Karten von Sim City sind gleich große Quadrate mit einem Bruchteil der Fläche einer Sim City 4-Landschaft. Die Karten sind nach gerade einmal zwei Stunden zugebaut, danach bleibt nur noch die Möglichkeit, die bestehende Infrastruktur der eigenen Stadt zu optimieren. Aufgrund der ständigen Enge bleibt kaum Raum für Experimente, zudem erwecken die fertigen Siedlungen niemals den Eindruck einer mächtigen Metropole, wie es in den Vorgängern der Fall war.
Das ist von den Entwicklern so beabsichtigt, denn die einzelnen Städte einer Region sollen zusammen eine riesige Siedlung bilden. Dieser Versuch schlägt aber wegen der großen Abstände zwischen den einzelnen Quadraten auf der Regionenkarte fehl; die Viertel wachsen im Spielverlauf nicht zusammen.
Kein Terraforming
Auf den ohnehin kleinen Karten verschwendet Sim City unnötig Platz, denn das aus den Vorgängern bekannte Terraforming entfällt. Somit ist es unmöglich, Flüsse aufzuschütten, Küstenverläufe zu bearbeiten oder Hügel einzuebnen. Gebiete mit diesen landschaftlichen Besonderheiten sind daher enorm unattraktiv, da sich auf unebenem Boden nur sehr wenige Gebäude platzieren lassen.
Schwer zu durchschauende Spiellogik/zahlreiche Bugs
Im Vorfeld hat Maxis die Glassbox-Engine von Sim City stark in den Vordergrund gestellt, da diese der Serie ein nie zuvor gekanntes Maß an Realismus bescheren sollte. Im Test erweist sich das Simulationsfundament aber stellenweise als unverständlich und unlogisch. Das reicht von der behämmerten Fahrzeug-KI, dank der etwa Busse im Gänsemarsch durch die Stadt tingeln, Autos sinnlos im Kreis fahren oder vermeintlich schnellere Schleichwege gegenüber breiten, aber gähnend leeren Hauptstraßen bevorzugen, bis hin zu wenig aussagekräftigten Statistiken über die Bevölkerungszusammensetzung sowie wenig hilfreichen KI-Beratern.
So kam es im Test mehrmals vor, dass unsere Berater Alarm schlugen, wir hätten nicht genügend Wasser, obwohl die Pumpen einen Überschuss zu Tage förderten. Oder das Spiel herrschte uns an, doch mehr Jobs zu schaffen, obwohl die Statistik noch Tausende unbesetzte Stellen auswies. Dann wieder beschwerten sich Betriebe über ungebildete Arbeiter, obwohl unsere Schulen brechend voll waren. Ein Geschäft bemängelte, dass es zu wenig Frachtgut gab, der Laden daneben freute sich derweil über die exzellente Versorgung mit Gütern.
Kleine und größere Bugs traten mehrmals während der Testphase auf. Unter anderem entstand an der Zufahrt einer unserer Städte ein Stau, der ebenso wenig aufzulösen war wie der Gordische Knoten. Gebäude-Upgrades ließen sich aus unerfindlichen Gründen nicht auf freien Stellen platzieren und trotz einem satten Strom-Plus lagen einzelne Teile der Siedlung in ewiger Dunkelheit. Die Interaktionen zwischen verschiedenen Städten einer Region, eines der Kern-Features des neuen Sim City, sind ebenfalls noch fehlerbehaftet, besonders was das Pendelverhalten der Bewohner angeht.
Maxis hat das Spiel mittlerweile auf Version 1.04 gepatcht, aber noch immer wimmelt es in Sim City vor Fehlern. Ebenso schwer wiegt aber der Umstand, dass das Spiel bei all seinem Komfort manche Zusammenhänge nur schlecht oder gar nicht erklärt.
Fehlende Langzeitmotivation
Die ersten 15 Stunden mit Sim City sind - Server-Probleme und Bugs ausgenommen - ein tolles Erlebnis. Dann jedoch machen sich Ermüdungserscheinungen im Spielprinzip bemerkbar: Die recht bescheidende Auswahl an Gebäuden ist schnell erschöpft und bald schon habt ihr jede Stadtspezialisierungen ausprobiert. Der Schwierigkeitsgrad schwankt stark: Am Anfang ist das Spiel viel zu leicht (Kredite sind zu billig), später könnt ihr ohne eigenes Verschulden in große Schwierigkeiten geraten, besonders in Zusammenhang mit einem überlasteten Verkehrssystem. Die Großprojekte, die eines der langfristigen Spielziele darstellen, enttäuschen zudem mit eher mauen Boni und bei längerer Betrachtung wirkt der Mehrspielermodus aufgesetzt.
Instabile Server-Anbindung
Seien wir ehrlich: Der Launch von Sim City war eine Katastrophe. Die Notwendigkeit einer permanenten Internet-Anbindung in Verbindung mit hoffnungslos überlasteten Servern sorgte für viel Frust unter Spielern. Am Donnerstag und Freitag nach der Veröffentlichung war Sim City nämlich praktisch unspielbar. Selbst wer ins Spiel kam, hatte mit Verbindungsabbrüchen sowie Problemen bei der Stadtgründung zu kämpfen.
Am Wochenende entspannte sich die Lage jedoch merklich, auch weil EA zahlreiche zusätzliche Server anschmiss und einige Spiel-Features (darunter Ranglisten und die höchste Geschwindigkeitsstufe) fürs Erste per Patch deaktivierte. Am Montag schließlich verlief die Server-Einwahl auf unseren Testrechnern problemlos, einmal verloren wir jedoch eine halbe Stunde Spielzeit, weil Sim City es nicht schaffte, den Spielfortschritt zu speichern.

Haha, aber man muss ihnen ja schon mal zugute halten, dass in der Tat ein paar recht neue Spiele dabei sind. Nur für reine Simulationsfreunde sind die natürlich auch wenig interessant, wenn Sim City 4 schon lange besessen wird. ;-)
EA schenkt allen, die bis zum 26.3. SimCity kaufen und via Origin verifizieren eines von 8 Spielen. Zur Auswahl stehen:
Battlefield 3 (Standard Edition)
Bejeweled 3
Dead Space 3 (Standard Edition)
Mass Effect 3 (Standard Edition)
MOHW (Standard Edition)
NFS Most Wanted (Standard Edition)
Pflanzen gegen Zombies
SimCity 4 Deluxe Edition
Die Freischaltung für das Gratisspiel erfolgt für Europa in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.
Quelle: https://help.ea.com/de/ar...
Edit: Crysis 3 war ihnen dann wohl doch zu teuer oder es ist einfach kein beliebtes Spiel, da die Liste angeblich eine Auswahl der beliebtesten Spiele von EA sein soll. ;)
Weil es (leider) genug Leute gibt, die sich zum einen wahnsinnig viel darauf einbilden, zu den ersten zu gehören, die ein Spiel spielen können, und die zum anderen tatsächlich einen derart hohen Spieleverschleiß haben, dass sie ständig Nachschub benötigen - zwei Wochen warten ist da halt nicht drin. Wenn man die dann noch mit irgendwelchen Vorbesteller-Boni ködert, nach Möglichkeit sogar exklusiven, hat man sie endgültig über die Klippe geschubst. Hinzu kommt, dass derart fehlinvestierte 50, 60 oder 70 Euro von den meisten Leuten recht schnell abgehakt werden. Das ist häufig einfach nicht genug Geld, als dass die Leute sich ernsthaft dazu genötigt sähen, aus Schaden klug zu werden.