Silent Hill 4: The Room (PC)

Release:
23.09.2004
Genre:
Action
Publisher:
k.A.

Silent Hill 4: The Room

14.10.2004 15:00 Uhr
|
Neu
|

Silent Hill 4: The Room [Quelle: Siehe Bildergalerie] Regelmäßig saugt das Dörfchen Silent Hill seine Opfer in eine Wahnwelt voller Dämonen - und spuckt sie als seelische Wracks wieder ins Leben hinaus. Diesmal ist Henry Townshend dran. Er wacht eines Morgens auf und sieht, dass sich mächtige Eisenketten um seine Wohnungstür schlängeln. Sein Apartment gleicht einem schalldichten Gefängnis und Sie sollen beim Ausbruch helfen. Aus der Ego-Perspektive steuern Sie Henry durch die Zimmer, bis Sie eine Art Dimensionsloch finden, das in verlassene U-Bahn-Stationen, verwunschene Wälder und abgeschottete Irrenanstalten führt. Dort klebt die Kamera wieder über Henrys Schulter, während Sie ihn mit Nahkampf- und Schusswaffen gegen Geister antreten lassen. Schnelle Knopfdrücke bewirken kurze Schlagabfolgen, längeres Drücken Spezialattacken. Doch das kostet Zeit und Kraft: Hinterher steht Henry träge im Raum und schnauft wie ein Stier. Gegner nutzen solche Augenblicke gerne zum Konterangriff. Das Kämpfen nimmt im Gegensatz zu den Vorgängern einen Großteil des Spiels ein, die absurden Rätsel des zweiten und dritten Teils wurden in der Quantität fast bis zum Anschlag nach unten geschraubt. Die wenigen Puzzles, die übrig geblieben sind, lassen sich mit Leichtigkeit lösen.

Entschärfter Horror
Silent Hill 4: The Room [Quelle: Siehe Bildergalerie] Teil 4 markiert einen Wendepunkt in der Serie. Zum einen wälzt sich Nebel nur noch an aus-gewählten Stellen durchs Bild. Zum anderen ist der Titel erstmals auch für Nachtblinde erträglich: Beleuchtung in allen Räumen ersetzt die Taschenlampeneinsätze der Vorgänger. Nervenschwache mögen diese Änderungen begrüßen, doch der allumfassende Überblick geht auf Kosten des Gruselfaktors: Weg sind die Echtzeitschatten, die mit beängstigendem Realismus über Wände fegen und Paranoia erzeugen; weg ist das Gefühl der Beklemmung, ehemals hervorgerufen von der geringen Sichtweite. Dass Silent Hill 4 trotzdem schockt, wenn auch we-niger heftig als vorher, liegt an der mächtigen Soundkulisse. Dämonen säuseln und stöhnen mit einer Leidenschaft, dass man vor Spannung die Luft anhält. Auch die Hintergrundmusik, meist ein Gemisch aus brodelnden, anschwellenden Basstönen und Klagerufen, macht ihren Job perfekt: nämlich Angst einzujagen.

Gegner, die Nerven töten
Silent Hill 4: The Room [Quelle: Siehe Bildergalerie] Silent Hill 4 ist beinahe so reich an grausam-kreativen Kreaturen wie die Vorgänger: Da schleichen gehäutete Höllenhunde mit meterlangen Zungen durchs Bild, mutierte Affen schwingen unter grellem Gekreische ihre Brechstangen und zweiköpfige Säuglinge, deren Körperfülle meist die ganze Zimmerbreite einnimmt, holen mit Riesenfäusten zum Schlag aus. Gegen solche Monster wirken Äxte, Elektroschocker und Kanonenkugeln Wunder. Doch die Geister, die mit nervtötender Regelmäßigkeit ins Bild schwirren und die Spielfigur über mehrere Räume hinweg verfolgen, sind teilweise unverwundbar und kosten alleine schon dann Lebensenergie, wenn man in deren Nähe verweilt. Da sich solche Geister zu Henry verhalten wie Mücken zu Lampen in der Nacht, fühlt man sich ständig bedrängt. Das ist mehr Ärger als Spaß.

Einsteigerfeindlich
Silent Hill 4: The Room [Quelle: Siehe Bildergalerie] Seit Teil 2 tritt die Silent Hill-Serie spielerisch auf der Stelle - jetzt erfolgt ein Schritt zurück. Einsteiger werden an den Neuerungen in The Room beinahe verzweifeln. Ihr Inventar umfasst beispielsweise nur zehn Plätze, was vor allem in Verbindung mit der konsolentypischen Speicherfunktion eine kleine Katastrophe zur Folge hat: Spielstände lassen sich ausschließlich in Henrys Apartment anlegen, das Sie via anfangs erwähnter Dimensionslöcher erreichen. Gelegentlich kommt es zu folgender Situation: Sie stapfen gerade durch den Wald und würden gerne einen zum Weiterspielen notwendigen Gegenstand aufnehmen, lesen aber beim Anklicken nur die Meldung "Mehr kann ich nicht tragen". Was bleibt, ist ein minutenlanger Weg zurück in Henrys Zimmer, wo eine Truhe steht, in der Sie alle Utensilien verstauen - ähnlich wie in Diablo 2. Später wird diese Problematik durch ein Ereignis verschärft, das wir Ihnen der Überraschung halber besser nicht verraten. Nur so viel: Es bringt selbst gestandene Computerspieler zum Weinen.

Silent Hill 4: The Room (PC)
Spielspaß-Wertung

78 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Stilvolle Grusel-Atmosphäre
Begrenzte Speichermöglichkeit
Grandiose Klangkulisse
Nervtötend: Gegner und Inventar
Schauplätze wiederholen sich
   
Thomas Weiß
Schöne Schauer für Nervenstarke. Und das in zweierlei Hinsicht!
Dass die blöden Rätsel weg sind, gefällt mir: Endlich gruseln ohne absurde Ausprobier-Puzzles! Dass der Nebel und die Dunkelheit ebenfalls weg sind, darüber würde ich mich mit den Entwicklern gerne noch mal unterhalten. Gerade dadurch zeichnete sich die Silent Hill-Serie doch aus; den ganzen Normalo-Rest gibt´s schon bei der Resident Evil-Konkurrenz. Als Leidensfähiger hatte ich mit Silent Hill 4 trotz Inventar- und Speicherproblematik einen Höllenspaß, denn die Grundzüge sind noch immer vorhanden: Atmosphäre mit deutlichem David-Lynch-Stempel, Monster und ein Sound zum wohligen Fürchten.
   
Moderation
14.10.2004 15:00 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar