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  • Silence: Filmkritik zum neuen Meisterwerk der Regie-Ikone Martin Scorsense

    Liam Neeson als Priester Cristóvão Ferreira, der durch die Grausamkeiten der japanischen Christenverfolgung von seinem Glauben abgefallen ist. Quelle: Concorde

    1638. Die beiden jungen portugiesischen Jesuiten-Priester Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garupe (Adam Driver) erfahren von Gerüchten, dass Rodrigues' ehemaliger Mentor Cristóvão Ferreira (Liam Neeson), der in Japan das Christentum verbreiten wollte, eben dort von seinem Glauben zurückgetreten sein soll. Bestürzt ob der Nachricht brechen Rodrigues und Garupe ins Land der aufgehenden Sonne auf, um Ferreira ausfindig zu machen. In Japan angekommen, müssen sie feststellen, dass die christliche Minderheit der Bevölkerung systematisch verfolgt wird, nachdem diese im Rahmen des sogenannten Shimabara-Aufstands gegen die Regierung rebelliert hatte. In der Ortschaft Tomogi treffen die Priester auf eine Gruppe Christen, die dort im Untergrund lebt. Wie Heilsbringer werden die beiden empfangen. Doch ihre Anwesenheit provoziert ungewollte Aufmerksamkeit. Rodrigues und Garupe können nicht verhindern, dass einige ihrer Schützlinge am Strand öffentlichkeitswirksam gekreuzigt werden. Die beiden trennen sich; Rodrigues sucht nun alleine weiter Ferreira. Er gerät in Gefangenschaft, wird unter Druck gesetzt Apostasie zu begehen, um dadurch anderen Christen das Leben zu retten. Für Rodrigues ein nahezu unerträglicher Gewissenskonflikt. Verrät er seinen Glauben, wenn er dadurch anderen Menschen helfen kann? Er bleibt lange standhaft, aber dann steht er eines Tages doch noch Ferreira gegenüber - und erlebt eine böse Überraschung...

    Religion ist ein Leitmotiv im Werk Scorseses (siehe "Die letzte Versuchung Christi", "Kundun") - und "Silence" sein langjähriges Traumprojekt. Das Drehbuch nach einem Roman von Endō Shūsaku schrieben Scorsese und sein Co-Autor Jay Cocks bereits 1991, um es im Laufe der Jahre immer wieder zu überarbeiten. Stets kamen andere Projekte dazwischen, doch nach "The Wolf of Wall Street" (seinem kommerziell größten Erfolg) war es endlich so weit; Scorsese "musste den Film jetzt einfach machen". Und tatsächlich ist ein überragendes Kunstwerk entstanden; ein Film, der seine Zuschauer herausfordert. Das ist sowohl als Empfehlung, als auch als Warnung zu verstehen. "Silence" lässt sich nicht so einfach nebenher konsumieren; es ist ein Film auf den man sich vorbereiten und auf den man sich einlassen muss; ein epochales, mitunter sperriges, aber ungemein kluges Historiendrama, das Fragen nach Sinn und Unsinn von Religionen stellt, die sich nicht so leicht beantworten lassen. Zugleich gelingt Scorsese das schonungslose Porträt einer dunklen Epoche der japanischen Geschichte; zeigt er das brutale Vorgehen der Machtinhaber gegen die christliche Minderheit in aller Deutlichkeit, wenngleich er sich mit expliziten Gewaltszenen entgegen seiner Gepflogenheiten diesmal zurückhält. Die einzige Ausnahme verfehlt dann auch ihre verstörende Wirkung nicht. Angemessen dezent agieren die Darsteller; Andrew Garfield, der den Film in der zweiten Hälfte fast im Alleingang stemmt, spielt hier nicht weniger überzeugend, als in "Hacksaw Ridge". Bedauerlich, dass der Film in der diesjährigen Award-Season weitgehend übersehen wurde; einzig die strengen Bilder von Kameramann Rodrigo Prieto ergatterten eine Oscarnominierung. Auch das amerikanische Kinopublikum ignorierte das enorm anspruchsvolle Werk weitestgehend; Qualität setzt sich eben nicht immer durch.

    Widescreen-Wertung
     

    Action
     
    Spannung
     
    Emotion
     
    Humor
     
    Erotik
     
    Anspruch
     
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Fazit
    Ein formal wie inhaltlich bestechendes Epos; kein Film fürs Mainstream-Publikum, aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer unvergesslichen cineastischen Erfahrung belohnt.

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    02:13
    Silence: Intensiver Trailer zum Historiendrama mit Andrew Garfield, Adam Driver & Neeson
  • Silence
    Silence
    Vertrieb
    Concorde Filmverleih
    Kinostart
    02.03.2017
    Film-Wertung:
     
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Silence
Silence: Filmkritik zum neuen Meisterwerk der Regie-Ikone Martin Scorsense
1638. Die beiden jungen portugiesischen Jesuiten-Priester Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garupe (Adam Driver) erfahren von Gerüchten, dass Rodrigues' ehemaliger Mentor Cristóvão Ferreira (Liam Neeson), der in Japan das Christentum verbreiten wollte, eben dort von seinem Glauben zurückgetreten sein soll. Bestürzt ob der Nachricht brechen Rodrigues und Garupe ins Land der aufgehenden Sonne auf, um Ferreira ausfindig zu machen. In Japan angekommen, müssen sie feststellen, dass die christliche Minderheit der Bevölkerung systematisch verfolgt wird, nachdem diese im Rahmen des sogenannten Shimabara-Aufstands gegen die Regierung rebelliert hatte. In der Ortschaft Tomogi treffen die Priester auf eine Gruppe Christen, die dort im Untergrund lebt. Wie Heilsbringer werden die beiden empfangen. Doch ihre Anwesenheit provoziert ungewollte Aufmerksamkeit. Rodrigues und Garupe können nicht verhindern, dass einige ihrer Schützlinge am Strand öffentlichkeitswirksam gekreuzigt werden. Die beiden trennen sich; Rodrigues sucht nun alleine weiter Ferreira. Er gerät in Gefangenschaft, wird unter Druck gesetzt Apostasie zu begehen, um dadurch anderen Christen das Leben zu retten. Für Rodrigues ein nahezu unerträglicher Gewissenskonflikt. Verrät er seinen Glauben, wenn er dadurch anderen Menschen helfen kann? Er bleibt lange standhaft, aber dann steht er eines Tages doch noch Ferreira gegenüber - und erlebt eine böse Überraschung...
http://www.pcgames.de/Silence-Film-220121/Tests/Filmkritik-1221876/
27.02.2017
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