Shoplifters - Familienbande: Filmrezension zum emotionalen Drama aus Japan
Die chaotische Familie, die sich durch kleinere Diebstähle und den Job des Vaters über die Runden bringt, nimmt in einer kalten Nacht zusätzlich ein fremdes, einsames und fast erfrorenes Mädchen bei sich auf. Alle schließen das kleine Mädchen ins Herz und sie ist schnell ein Teil der bunten Gruppe. Doch durch einen Vorfall wird die Einheit der Familie auf unerwartete Weise gefährdet.
Die Familie Shibata ist nicht unbedingt eine typische Familie: Vater Osamu schlägt sich als Gelegenheitsarbeiter durch und begeht mit seinem Sohn ausgeklügelte Ladendiebstähle. Mit seine Ehefrau Nobuyo und deren Halbschwester Aki leben sie im beengten Haus der Großmutter inmitten eines modernen Wohnblocks. Als die zusammengewürfelte Familie das verwahrloste Mädchen Yuri liebevoll aufnimmt, kommen jedoch vergrabene Geheimnisse ans Licht.
Regisseur Hirokazu Koreeda gelingt ein unaufgeregtes und sanftmütiges Drama, das die Frage nach der Natur der Familie stellt: Ist es eine Blutsverwandtschaft, die Familie ausmacht? Oder einfach eine Verbindung zwischen Menschen, die sich lieben. Ohne in dramatischen Kitsch zu verfallen, liefert Koreeda keine einfachen Antworten, denn auch liebevolle Menschen können sich gegenseitig für ihre Vorteile ausnutzen und Blutsverwandte können ihre Liebenden misshandeln. Das Darstellerensemble spielt diese innere Zerrissenheit subtil und doch spürbar emotional.
FAZIT: Zurückhaltendes und subtil gespieltes Drama, das schwierige Fragen bezüglich der Natur der Familie stellt. Gewinner der Goldenen Palem in Cannes 2018.
