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Scratches (PC)

Release:
16.08.2006
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
rondomedia GmbH

Scratches

20.02.2006 14:10 Uhr
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Leblose Standbilder im Jahre 2006? Das Grusel-Adventure zeigt, dass Atmosphäre mehr bedeutet als nur gute Grafik.

Das Haus gehörte einst einem angesehenen Arzt. Durch seine Unterlagen und Notizen entfaltet sich die Handlung. Das Haus gehörte einst einem angesehenen Arzt. Durch seine Unterlagen und Notizen entfaltet sich die Handlung. Vieles an Scratches wirkt wie ein Zugeständis an vergangene Zeiten. Auch die Handlung scheint man bereits irgendwo gelesen oder gesehen zu haben: Der Schriftsteller Michael Arthate bezieht ein prächtiges Landhaus, wo er in Ruhe an seinem neuen Roman arbeiten möchte. In der ersten Nacht beginnt dann erwartungsgemäß der Horror, als er leises Kratzen und Scharren hinter der Kaminwand vernimmt. Der Auftakt für eine saubere Gruselgeschichte über Mord, Familiengeheimnisse und blutrünstige Rituale.

Sie blicken durch Michaels Augen, betrachten Ihre Umgebung also aus der Ego-Perspektive wie etwa in Spielen der Myst-Reihe. Alles ist statisch, Sie klicken sich von Bildschirm zu Bildschirm. Kurz gesagt: Die Grafik ist wirklich nicht schön, doch immerhin stört sie auch nicht. Das Rätseldesign ist klassisch: Sie sacken Gegenstände ein, die Sie an anderer Stelle benutzen.

Jeder Bildschirm verfügt über mehrere Hotspots, von denen einige recht unscheinbar ausfallen - das Suchen verkommt gelegentlich zu einer Klick-Orgie, wenn Sie sich mal wieder durch Schubladen wühlen, Schlafzimmer filzen oder auf dem Dachboden stöbern.

Andere Mitbewohner gibt es keine, Sie führen die wenigen, automatisch ablaufenden Gespräche per Telefon. Nicht gerade spannend, aber gut synchronisiert. Das Rätseldesign ist extrem undurchsichtig, häufig hat man keinen Schimmer, was als Nächstes zu tun ist. Zudem stehen gleich zu Beginn viele Räume offen, sodass man sich in Anbetracht von verschlossenen Schubladen und Gegenständen schnell überfordert fühlt. Was Scratches vor dem Wertungsabsturz rettet?

Die wundervoll gruselige Atmosphäre, die durch das Zusammenspiel von Klang und Handlung entsteht. Denn die düstere Musik ist angenehm unaufdringlich und die hervorragenden Soundeffekte sorgen besonders in den Traumsequenzen für Gänsehaut. Gestützt wird die fiese Atmosphäre durch eine spannende Handlung, die Sie sich teilweise mittels gut geschriebener Briefe und Dokumente eigenständig zusammensetzen.

   
Bildergalerie: Scratches
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Spielspaß-Wertung:
63 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Dichte Atmosphäre
Extrem altbackene Grafik
Ordentliche Handlung
Teils unverständliche Rätsel
Exzellenter Sound
   
Felix Schütz
Leblose Standbilder im Jahre 2006? Das Grusel-Adventure zeigt, dass Atmosphäre mehr bedeutet als nur gute Grafik.
In Scratches tobt ein innerer Kampf um den Spielspaß: Die gelungene Atmosphäre steht häufig in Konflikt mit Frusterlebnissen, die das undurchsichte Rätseldesign hervorruft. Sehr schade, denn so viele andere Kopfnüsse im Spiel sind durchaus logisch und nachvollziehbar aufgebaut! Hier verschenken die Entwickler eine Menge Potenzial, denn im Grunde genommen ist es enorm unterhaltsam und spannend, die Geheimnisse um das Haus zu lüften. Die lasche Grafik ist übrigens kein Grund zur Panik - das Spiel funktioniert auch so, obwohl das Ganze in einer 3D-Engine im Ego-Shooter-Format natürlich eine ganze Ecke toller gewesen wäre. Hoffentlich gibt es einen zweiten Teil, der neben besserer Optik auch ein etwas befriedigenderes Ende bietet - einige Fragen bleiben nämlich unbeantwortet. Kurzum: Ein feines Gruselstückchen, das bessere Rätsel verdient hätte.
   
Online-Redakteur
Moderation
20.02.2006 14:10 Uhr
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