Schizm 2: Mysterious Journey
Sie heißen Sen, sind aus einem 200-jährigen Kälteschlaf erwacht und auf einer Raumstation gefangen, die sich binnen 16 Tagen in interstellares Treibgut auflösen wird. Eine holographische Botschaft informiert Sen über den Stand der Dinge. Seine derzeitige Lage hat er offenbar selbst zu verantworten - soll er doch an der Auslöschung seines Heimatplaneten Schuld sein. Dummerweise erinnert sich der schlaftrunkene Schönling an nichts. Das klingt zwar wie ein Fall für Richterin Barbara Salesch, doch auf Justitia können Sie in dem menschenleeren Sternenkreuzer lange warten.
Egomanie
Deshalb machen Sie sich lieber daran, das Schiff zu erkunden. Während der Vorgänger die Bewegungsfreiheit des Spielers noch auf klassische 360°-Rundumsichten limitierte, durchstreifen Sie die Spielwelt von Schizm 2 wie in einem Ego-Shooter. Dank der Jupiter-Engine aus No One Lives Forever 2 zaubern die Designer ein stimmiges Science-Fiction-Ambiente auf Ihren Bildschirm, das an die surrealistischen Angstwelten eines H. R. Giger erinnert und zusammen mit dem dynamischen Soundtrack eine dichte Atmosphäre schafft. Adventure-Puristen dürfen jedoch aufatmen: Allein die Steuerung erinnert an ein Action-Spiel. Gut getimte Sprungeinlagen müssen Sie ebenso wenig absolvieren wie Balanceakte auf schmalen Stegen. Zur besseren Übersicht kündigt außerdem ein kleiner Pfeil Objekte in der näheren Umgebung an, mit denen Sie interagieren können - enervierende Objektsuche in der 3D-Welt entfällt.
Studierte erwünscht
Während der polnische Entwickler Detalion Software die Technik grundlegend überarbeitet hat, blieb das kritisierte Spielprinzip unangetastet. Mysterious Journey 2 setzt wie bereits Schizm auf oftmals kryptische Schalterrätsel, deren Lösung sich aufgrund fehlender Hinweise meist erst nach exzessivem Einsatz des Trial&Error-Verfahrens erschließt. Kombinationsrätsel gab es in der uns vorliegenden Version dagegen kaum. Spieler, denen schnell der Geduldsfaden reißt, sind hier falsch.

