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Runaway 2: The Dream Of The Turtle (PC)

Release:
15.08.2008
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
dtp

Runaway 2: The Dream Of The Turtle

26.12.2006 15:00 Uhr
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Der Nachfolger des Adventure-Hits baut konsequent die Stärken aus - mit ihnen aber auch einige Schwächen.

Gina hat nur wenige Auftritte in Runaway 2 und steuert - bis auf ein bisschen Erotik - nicht viel zu Handlung oder Spielwitz bei. Schade! Gina hat nur wenige Auftritte in Runaway 2 und steuert - bis auf ein bisschen Erotik - nicht viel zu Handlung oder Spielwitz bei. Schade! Der Pilot atmet nicht mehr, das Flugzeug rast auf die Erde zu. Brian Basco tut das, was jeder liebevolle Freund in dieser Situation tun würde: Er stößt seine Lebensgefährtin Gina kurzerhand aus der Maschine! Keine Sorge, nicht aus Wut - es ist nur ein einziger Fallschirm an Bord! Während die dralle Gina sanft im See einer idyllischen Insel landet, legt Brian nur unweit entfernt eine astreine Bruchlandung mitten im Dschungel hin. So originell bereiten die Pendulo Studios die Bühne für ihr Point-&-Click-Abenteuer, dessen Vorgänger im Jahre 2002 die klassischen Adventures aus der Versenkung hob.

Der Ärger kann kommen

Das Wiedersehen mit Brian sorgt zunächst für Verwunderung: Der biedere Physikstudent ist zum vorlauten Lebemann mit Sandalen und Waschbrettbauch mutiert. Er ist frecher, unkom-plizierter geworden und bewältigt seine ersten Schritte an der Absturzstelle mit bewundernswerter Leichtigkeit. Hat er sich aus dem Dschungel geknobelt, nimmt das Drama erwartungsgemäß seinen Lauf: Der See, Ginas Standort, ist vom Militär aufgrund geheimer archäologischer Ausgrabungen abgesperrt, die Insel evakuiert und daher fast menschenleer.

Freudiges Wiedersehen

Der triebhafte Brian sieht sich mit seinem Gewissen konfrontiert. Amüsant. Der triebhafte Brian sieht sich mit seinem Gewissen konfrontiert. Amüsant. Bis Brian sich in das Militärcamp eingeschlichen hat, muss er es mit einem Schwung frischer Charaktere aufnehmen. Und die sind den Entwicklern ausgeprochen gut gelungen! Da ist etwa der kleine Affe Little Demon, ein alkoholkrankes Nervenbündel, das Brian mindestens ebenso viel schadet wie nützt. Später trifft man auf Lokelani, sexy Bardame mit ausuferndem Männerverschleiß, und O'Connor, sympathisch-einfältiger Soldat mit Gehörproblemen.

Alle Vertreter dieser schrillen Charaktersammlung sind mit viel Liebe zum Detail inszeniert, erzählen teils absurde, teils herzerwärmende Geschichten und sorgen hin und wieder für kleine Lacher. Auch alte Bekannte wie Joshua, Sushi und ihre extravaganten Freunde feiern ein Comeback und würzen Run-away 2 mit dem richtigen Schuss Nostalgie. Besonders gut gefallen uns die Stimmen: Publisher Dtp hat dafür gesorgt, dass die Synchronsprecher ihre Texte nicht nur ablesen, sondern sich Mühe geben, um all die einprägsamen Charaktere zum Leben zu erwecken. Die Konversation zwischen Brian und einem wortkargen Mönch am Meeresstrand ist ein Paradebeispiel unterhaltsamer Dialogregie.

Doch die Handlung nimmt ab dem dritten der insgesamt sechs Kapitel immer absurdere Formen an und mündet - soviel müssen wir verraten - in einem höchst unbefriedigenden Schluss. Zwischensequenzen kommen häufig zum Einsatz und sind von hoher Qualität, allerdings bremsen einige quälend lange und eintönige Einstellungen das eigentlich angenehme Erzähltempo.

Logik unerwünscht

Für fast jede Aktion schufen die Grafiker individuelle geschmeidige Animationen. Für fast jede Aktion schufen die Grafiker individuelle geschmeidige Animationen. Der Vorgänger prägte mit seiner starren und teils unfairen Rätselstruktur einen unrühmlichen Begriff, nämlich das "Runaway-Syndrom" (siehe auch Extrakasten oben). Dieses findet sich in verstärkter Form im zweiten Teil wieder und sorgt für Frust-erlebnisse. Brians Kommentare bringen die Verwirrung auf den Punkt, etwa wenn er eine Lösungsaktion mit den Worten beginnt: "Das ist zwar völlig unlogisch, aber was soll's." Oder wenn er sich partout weigert, einen Gegenstand einzusacken, mit der Begründung, er sei weder Beutelratte noch Spieleredakteur. Aha. Umständlich auch das Inventar, das im Vollbild eingeblendet wird: So verspürt man kaum Lust, seine Gegenstände auch mal wahllos mit Hotspots zu benutzen. Blöd nur, dass Runaway 2 ohne solch stures Rumprobieren kaum lösbar ist.

PC GAMES-
Spielspaß-Wertung:
76 %
Leserwertung
(0 Votes):
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Das schönste Comic-Adventure seit Jahren
Derbe Schnitzer im Rätseldesign
Passende, motivierte Synchronsprecher
Starres Dialogsystem, unpraktisches Inventar
Ordentliche Spieldauer (über zehn Stunden)
   
Felix Schütz
Im Prinzip ein traumhaftes Adventure. Nur die Rätsel sind zum Wegrennen.
Bei den Rätseln werden sämtliche Adventure-Tugenden über Bord geworfen, wird auf Fairness und Logik gepfiffen. Man hat zuweilen das Gefühl, die Pendulos genießen es richtig, wenn der Spieler wieder mal aus purer Not und völlig planlos die Hotspots durchklickt, stets in der Hoffnung, es mögen sich nun Informationen oder Gegenstände ergattern lassen, die einem zuvor durch die Lappen gegangen sind. Traurig auch einige der Stellen - meist Dialoge - an denen man nichts anderes tun kann, als zu warten und schlimmstenfalls nerviges Gerede zu ertragen. Wären da also nicht die feinen Charaktere, einige wirklich lustige Momente und die spitzenmäßige Grafik, ich hätte bereits nach zwei Stunden liebend gern aufgehört. Frustempfindliche Spieler kaufen sich besser das einsteigerfreundliche Ankh.
   
Online-Redakteur
Moderation
26.12.2006 15:00 Uhr
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