Leser fragen, Rossi antwortet - Heute: RRetro - Letzten Freitag in Xanadu
Frage:
Hi Rainer!
Der Grund, warum ich schreibe, ist, dass sich immer mehr Frauen zum Computer bekennen. Natürlich meine ich das im positiven Sinn, aber wo sind diese Frauen? Ganz einfach: da, wo ich nicht bin. Seit Jahren schon suche ich nach weiblichen Lebewesen, die auch nur das geringste Interesse am Computer haben. Denn bis jetzt liefen sämtliche Verabredungen nach folgendem Schema ab: Sie: "Und, was sind deine Hobbys?" Er: "Ach, Leichtathletik, Lesen, aber vor allem der Computer." Sie: "Schade, und ich hatte gedacht, du wärst ganz in Ordnung." Treffer - versenkt. Ich will hier auch keine Partnerschaftsanzeige aufgeben, es wird nur langsam langweilig, sämtliche Netzwerkpartys mit gleichgeschlechtlichen Mitbewohnern dieser Erde abzuhalten. Auch sämtliche (verzweifelten) Anmachversuche ("Auf meinem Hub ist noch Platz für dich" oder "Ich hab noch einen RJ45-Anschluss frei") wurden nur mit einem "Ferkel!", gefolgt von einer schallenden Ohrfeige, beantwortet. Ich würde es ja verstehen, wenn ich "äußerlich inakzeptabel" wäre (Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden beleidigt), aber der morgendliche Blick in den Spiegel NACH dem Rasieren, Kämmen etc. sagt so etwas eigentlich nicht. Also bleibt mir nur eins übrig: Der seit knapp einem Jahr Volljährige (wie es zumindest mein Pass behauptet) muss sich eben selbst ändern. Leider habe ich aber keine Lust dazu, denn mir macht mein Leben Spaß, so wie es ist (eben nur mit dieser einen Ausnahme)! Aber muss ich denn auf den Computer verzichten bzw. mich einschränken, nur um endlich jemanden zu finden, der verrückt genug ist, die ganze Nacht durchzuspielen und am nächsten Morgen um 5 Uhr in der Früh den Sonnenaufgang mitzuerleben? Tut mir leid, dass ich mich nicht kürzer gefasst habe. Danke, Mathias
Antwort:
So gerne wie ich Dir weiterhelfen würde - ich kann es leider nicht. Ich bin mir sicher, dass es diese Art Frau geben muss - zudem bezeugt sie ihre Existenz ja auch durch seltene - aber immerhin - Schreiben und E-Mails. Aber auch hier wieder die bekannte Tragik: Silvi ist zweifellos bereits schon an einen Glückspilz vergeben und scheidet somit aus. Bei Wiebke weiß man es nicht genau, aber sie war so vorsichtig, sich nur via E-Mail zu melden, was das Herausfinden einer Adresse natürlich nahezu unmöglich macht. Ich kann nur zu dem einen Schluss kommen: Sie verstecken sich vor uns! Irgendwo auf dieser Welt gibt es einen Ort, an dem sich alle Frauen befinden, welche Computerspiele schätzen. Sollte eine neue hinzukommen, wird dieser Ort nur flüsternd von Frauenmund zu Frauenohr weitergegeben. Hier treffen sie sich dann, um - dem Blocksberg vielleicht nicht unähnlich - Rituale abzuhalten, welche sich unserer Kenntnis immer entziehen werden. Trifft man eine dieser Frauen an neutraler Stelle, verpflichtet sie ein Schwur, über die bloße Existenz dieses Ortes zu schweigen. Im Morgengrauen, wenn alle Männer schlafen, schleichen sie sich heimlich dorthin und zocken, was das Zeug hält. Im Alltag leugnen sie es natürlich und heucheln Desinteresse. Dieser geheimnisvolle Ort ist ausgestattet mit den modernsten PCs, Schminkspiegeln und Internetzugang. Natürlich wird dabei die IP tunlichst verborgen, damit kein männliches Wesen den Ort erahnen kann. Doch indem wir diesen Plan durchschaut haben, sind wir schon einen Schritt weiter. Ihn zu finden, sollte von nun an nur noch eine Frage der Zeit sein. So lasst uns denn zusammenhalten, diesen Ort zu finden, der für uns der heilige Gral, Xanadu und Atlantis zugleich ist. Treffen und Strategiebesprechung fortan jeden Freitag, den 13., an meiner Tafelrunde.
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