Leser fragen, Rossi antwortet - Heute: Existenzielles
Frage:
Hallo Rossi,
wie im Thread zu deiner aktuellen Kolumne "Rossis Guide to the Internet" zu sehen ist, gibt es immer noch Leute, die an deiner Existenz zweifeln. Ist dir das auch schon mal passiert oder kennst du womöglich Personen, die vorgeben, andere Personen zu kennen, von deren Nicht-Existenz du bisher felsenfest überzeugt warst?
Und definiert sich die Existenz an sich zwangsweise durch die Existenz einer lebenden Person oder kann nicht auch eine Idee an sich bereits Existenz definierenden Umfang haben - will sagen: Falls du nicht existierst, würdest du sofort existieren, sobald dich jemand erfindet? Oder muss er dich dafür erst erschaffen?
(Nicht-)existente Grüße: Wolf P.
Antwort:
Eine wunderbare Fragestellung, die zum Glück sehr leicht und schnell zu beantworten ist.
Das Wort Existenz kommt aus dem lateinischen (existentia) und bezeichnet das schlichte Vorhandensein eines Gegenstandes, ohne dass dies näher bestimmt würde. So genau nahmen es die alten Lateiner da nicht.
Also könnte man davon ausgehen, dass alles, was man berühren kann, auch existent ist. Das wäre nun allerdings zu einfach.
Ein Bekannter von mir hat regelmäßig in den 90er-Jahren Elvis gesehen und schwor Stein und Bein auf dessen Existenz. Er änderte seine Ansicht jedoch, als er seinen Alkoholkonsum drastisch einschränkte. Meine verstorbene Oma hat immer wieder Jesus gesehen und des Öfteren auch Gespräche mit ihm geführt. Also schien auch sie von dessen Existenz überzeugt. Da sie aber auch Zwiegespräche mit König Ludwig führte, würde ich diesem Umstand nicht allzu viel Bedeutung beimessen.
Betrachtet man es vom philosophischen Standpunkt, muss man sich aber fragen: Ist etwas vorhanden, nur weil wir es wahrnehmen? Und im Umkehrschluss: Ist es nicht vorhanden, wenn wir es nicht wahrnehmen? Wenn ich keine Nachrichten mehr gucke, verschwindet dann Frau Merkel?
Hegel sah die Einheit von Wesen und Geist als Annahme für eine Existenz, während im Gegensatz dazu Kierkegaard meint, das Selbst sei ein Verhältnis, das sich nur zu sich selbst verhält und nicht in einem anderen, zum Beispiel Absoluten aufgeht.
Leider scheinen meine Freunde beim Finanzamt nie etwas von Kierkegaard gehört zu haben und sind strikte Anhänger von Hegel. Meine steuerrechtliche Existenz wird dort ohne Diskussionen aufrechterhalten.
Schweife ich jetzt ein wenig ab?
Übrigens existiert dieser Artikel, den Sie gerade lesen, natürlich nicht. Sollten Sie sich länger als drei Sekunden auf dieser leeren Seite aufgehalten haben, befragen Sie dazu bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Sollte Sie die leere Fläche an dieser Stelle stören, empfehle ich Ihnen das Benutzen des Buttons "E-Mail an Rossi senden", um künftig diese Stelle mit Textbeiträgen befüllen zu können.
Sie haben selbst eine Frage und wissen nicht wohin damit?
E-Mail an Rossi senden
Ebenfalls interessant:
PC Games World of Warcraft jetzt abonieren!
Gamesvote:
World of Warcraft jetzt auf gamesvote.de bewerten!


Wir Menschen sind naiv, wenn wir…
Wir Menschen sind naiv, wenn wir "Exitenz" nur auf uns selbst definieren."
Das würde ich sagen wenn einer wissen möchte was genau "Existenz" ist.