Rosemari: Filmkritik zum überraschenden Selbstfindung-Drama
Für jede Frau ein Albtraum: Auf der eigenen Hochzeit eine kurze Pinkelpause einlegen - und auf der Toilette über ein frisch geborenes Baby stolpern. Unn Tove ist völlig fertig, liefert das Kleine aber bei den Behörden ab. Viel später steht eine junge Frau vor Unn Toves Tür, die auf der Suche nach ihrer Mutter ist.
Vor 16 Jahren fand Unn Tove auf ihrer Hochzeit ein Neugeborenes auf der Gasthaustoilette. Inzwischen ist die TV-Journalistin selbst geschiedene Mama zweier Töchter, als die unsichere Rosemari bei ihr auftaucht und sich als eben jenes Baby von damals offenbart. Zwar muss Unn Tove dem Teenager die Illusion rauben, dass sie selbst dessen Mutter sein könnte. Doch dann hilft die Lokal-Reporterin dem Mädchen, sich auf die Spur der Eltern und der Ereignisse von damals zu begeben, Selbstfindung - für beide - inklusive.
Die skandinavische Produktion stellt die leisen Töne über das Pathetische und zeigt sich dabei lebensnah. Dazu trägt auch die Handkamera bei, die nicht nur bei der anfänglichen Hochzeitsfeier sowie einem Einblick in die Pornoindustrie eine gewisse Home-Video-Stimmung verbreitet. Vom Visuellen her passt Rosemari somit eher ins TV-Programm, in puncto Geschichte ist das Drama aber leinwandwürdig
Fazit
Bodenständiges, plausibles Drama über die Suche zweier Frauen nach sich selbst, mit einer Überraschung am Ende.
