Richard Garriott: Lord British und die Reise in den Weltraum
Nur noch vier Monate! Er strahlt wie ein kleines Kind, grinst breiter als irgendwer sonst, wenn ihm der Gedanke des bevorstehenden Abenteuers durch den Kopf zischt. Nur noch vier Monate, dann fliegt Richard Garriott in den Weltraum, mit Countdown, Raketenstart und allem Drum und Dran. Auch die Internationen Raumstation ISS wird er besuchen. "Ich bin ein verrückter Abenteurer", sagt er lächelnd. Stimmt, er ist verrückt. Und ein Abenteurer.
Richard Garriott
Richard Allen Garriott wurde am 4 Juli 1961 in Cambridge, England geboren, aufgewachsen ist er in Nassau Bay, Texas. Sein Vater, war Wissenschaftler und NASA-Astronaut. Er verbrachte insgesamt 70 Tage im Weltall und beteiligte sich an zwei bedeutenden Missionen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm...
Richards Kindheitstraum, ebenfalls Astronaut zu werden, zerplatzte aufgrund eines Sehfehlers. Als Jugendlicher hatte er aber ohnehin ganz neue Interessen: Computer. An der Clear Creek Highschool in League City, Texas entwickelte er seine Vorliebe für die Programmierung... und sein erstes Spiel: Akalabeth, ein Hobby-Projekt mit nicht mehr als sechs Wochen Entwicklungszeit. Zeitgleich jobbte er in einem Computer-Laden als Verkäufer.
Akalabeth
Sein Chef spielte leidenschaftlich gerne Akalabeth. "Dieses Spiel ist besser, als alle anderen, die wir hier im Laden verkaufen", soll er gesagt haben, als er dem 19-jährigen Garriott die Option gab, Akalabeth im Geschäft anzubieten. Richard sagte zu und investierte "ein kleines Vermögen" (200 US-Dollar) in Schutzfolien, um das Spiel standardgemäß zu verpacken.
Akalabeth verkaufte acht Kopien (gar nicht mal schlecht, Peter Molyneux verkaufte von seinem ersten Spiel, The Entrepreneur, gerade mal 2 Kopien - eine davon an seine Mutter!). Trotz des überschaubaren Absatzes, erreichte Akalabeth die richtigen Hände, und zwar die des Publishers California Pacific. Der bot Garriot an, das Spiel zu vermarkten, inklusive Umsatzbeteiligung. Garriott stimmte zu.
Ein paar Wochen später erblickte er Akalabeth (auch bekannt als Ultima 0) in den Regalen großer Händler, mit neuer Verpackung und auf 5,25-Zoll Disketten. Und zum doppelten Preis! In der neuen Form verkaufte sich Garriotts Erstlingswerk für damalige Verhältnisse exzellent: 30.000 Exemplare rutschten über die Ladentheken, für jede verkaufte Einheit erhielt Richard fünf US-Dollar. 30.000 x 5 = 150.000 = verdammt viel Kohle für ein Studentenprojekt mit sechs Wochen Entwicklungszeit (zum Vergleich: Molyneux‘ "Gewinn" waren zwei Fan-Briefe - beide von seiner Mutter!).
"Gesellschaft für kreativen Anachronismus"
"Das gab mir einen Kick-Start in die Industrie", kommentierte Lord British, so sein populärer Spitzname, später in einem Interview mit gamespot.com. Den Namen verdankt er seinen Kommilitonen an der Universität von Austin, Texas, die einen leichten britischen Akzent in seiner Stimme erkannten. Neben seinen neuen Interessen, dem Fechten und der Gesellschaft für kreativen Anachronismus (Wiederbelebung kultureller und historischer Elemente des 17. Jahrhunderts), arbeitet er weiter an Computer-Spielen. In Ultima 1, welches ebenfalls von Claifornia Pacific vertrieben wurde, verewigte er sich erstmals unter dem Synonym Lord British.


Es macht Spass den Artikel zu lesen, die Anekdoten über Molyneux sind gut platziert, wenn ihr mehr Artikel mit Anekdoten bringt, habt ihr einen zufriedenen Artikel-Leser mehr.
(wow, drei mal das Wort Artikel in einem Satz...
hättet ihr mal lieber das PC Games video von...1995 oder so gezeigt, wo Marcus Kriechel ihn besucht...Das war super lutig