Remember Me (PC)

Release:
07.06.2013
Genre:
Action
Publisher:
Capcom

Remember Me im Test - Spannend und atmosphärisch, aber mit einigen Macken

03.06.2013 07:01 Uhr
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Neu
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Ehrgeizige Sci-Fi aus Frankreich: Kluge Gedankenspielerei oder ein Action-Adventure zum Vergessen? Ein neuer Entwickler debütiert mit einem fesselnden Zukunftsabenteuer, das aber einige Macken und Mängel hat. Welche das sind und ob sich Remember Me dennoch für euch eignet, verrät euch unser Test.

Remember Me im Test: Das atmosphärische Action-Adventure leidet unter einigen Macken. (9) Remember Me im Test: Das atmosphärische Action-Adventure leidet unter einigen Macken. (9) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Gute Spiele beginnen mit guten Ideen und so eine hatte Dontnod Entertainment. Für ihr Erstlingswerk Remember Me hat sich das französische Newcomer-Team nämlich eine Menge vorgenommen: ein Action-Adventure mit origineller Cyberpunk- Story, guter Grafik, filmartiger Inszenierung und flotten Nahkämpfen, dazu Akrobatik, Schleichen und Rätseleinlagen. Ehrgeizige Ziele, die große Erwartungen weckten – leider werden nicht alle davon erfüllt.

Paris im Jahr 2084. Eine Zukunft, in der die Bevölkerung unter ihrem Fortschritt ächzt, in der ein Firmengigant namens Memorize das menschliche Wesen zum Konsumgut vermarktet hat. Sogenannte Gedankenjäger können die Erinnerungen von Menschen nämlich mit futuristischen Apparaten abzapfen, manipulieren, rauben oder löschen. Auch Nilin, Heldin des Spiels, ist eine solche Jägerin – sie erwacht zu Beginn ohne ihre eigenen Erinnerungen in einer schaurigen Anstalt von Memorize. Wieso sie dort ist, wer in ihrem Geist herumgepfuscht hat und warum Paris mehr und mehr von einer Art geisteskranker Zombies überrannt wird – quälende Fragen, auf die Nilin Antworten finden soll.

Was als spannendes Rätsel beginnt, entpuppt sich als unausgegorene Sci-Fi-Story, die häufig über ihre eigenen Ansprüchen stolpert. So fällt es schwer, sich mit der unnahbaren Nilin zu identifizieren: Sie verprügelt Feinde, klettert lässig an Häuserfassaden entlang, bricht in Gefängnisse ein, jagt böse Firmenbosse und legt die halbe Stadt in Schutt und Asche – schön inszeniert, doch ihre Motivation bleibt dabei kaum nachvollziehbar. Zudem steckt die Handlung voller Logiklöcher und wird so sprunghaft erzählt, dass der rote Faden oft auf der Strecke bleibt. Mehrmals muss Nilin in die Psyche bestimmter Nebencharaktere eindringen und deren Erinnerungen manipulieren. Diese Abschnitte funktionieren wie kleine Filme, die man beliebig vor- und zurückspulen kann, um so Details abzuändern. Beispielsweise muss Nilin die Erinnerung an eine Autofahrt verfremden, sodass die Szene in einem tragischen Unfall endet, um der Fahrerin auf diese Weise Schuldgefühle einzuimpfen. Originell und gut inszeniert! Spielerisch sind diese Momente jedoch banal, da man nicht mehr tut, als den Film an manchen Stellen zu pausieren und vorgegebene Hotspots zu aktivieren.

Auch wenn die Story schwächelt, rettet die prächtige Kulisse viel Atmosphäre: Neo-Paris ist ein sehenswerter Ort mit detailverliebten Gassen, toller Architektur, stimmungsvoller Beleuchtung und so manchem Panorama, das gerahmt auch einen prima Wandschmuck abgeben würde. Passend zum Look wird die finstere Zukunftsvision von einem guten Soundtrack untermalt, der geschickt orchestrale Klänge mit elektronischen Einflüssen vermixt. Die storylastige Inszenierung hat jedoch ihren Preis: streng lineares Leveldesign. Sammelbare Upgrades sind rar gesät, Zusatzaufgaben, Seitenpfade oder Wahlfreiheit sucht man vergebens. Auch die vielen Kletterpartien durch die Pariser Häuserschluchten laufen wie auf Autopilot ab, denn ein Zielanzeiger gibt immer vor, wann der Spieler an welche Stelle springen muss.

05:04
Remember Me - Test des atmosphärischen Action-Adventures
Für die Verwendung in unseren Foren:


Diese strenge Spielerführung ist jedoch nötig, da die Kamera beim Kraxeln meist feste Winkel einnimmt. Das sorgt zwar für schöne, filmartige Momente, macht präzise Sprünge aber fast unmöglich. Bei Fußmärschen darf man die Kamera natürlich selbst bewegen, doch da hängt sie vor allem in Innenräumen zu nah an der Spielfigur dran und muss dann von Hand nachjustiert werden. Besonders in Kämpfen kann das nerven, da Nilin es oft mit mehreren Gegnern zu tun hat – schlimmstenfalls sieht man einen Angreifer zu spät, weil die Kamera wieder nicht den richtigen Bildausschnitt getroffen hat.

Remember Me im Test: Das atmosphärische Action-Adventure leidet unter einigen Macken. (11) Remember Me im Test: Das atmosphärische Action-Adventure leidet unter einigen Macken. (11) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Hat man sich aber erst mal daran gewöhnt, gehen die Gefechte ordentlich von der Hand. In den Grundzügen erinnert das Nahkampfsystem an das von Arkham City, allerdings ohne dessen Tiefgang zu erreichen. Neben akrobatischen Ausweichmanövern und einer Gedankenknarre beherrscht Nilin nämlich nur zwei Basisattacken: Schläge und Tritte. Diese reiht man zu vier simplen Kombo-Attacken aneinander. Aktives Blocken, Würfe oder Konter gibt's schlichtweg nicht, darum werden die Gefechte auf Dauer etwas eintönig. Einzige Besonderheit: der Kombo-Editor, in dem man den Angriffsserien verschiedene Farben zuweist, die für unterschiedliche Effekte stehen. Je nach Färbung kann ein Tritt oder Hieb dann etwa Schaden anrichten, Lebenspunkte auffüllen oder den Cooldown für Nilins wichtige Spezialfähigkeiten verkürzen. Letztere werten die Kämpfe deutlich auf, da man dank ihnen ganze Gegnergruppen wegsprengen oder besonders viel Schaden austeilen kann – das verleiht den Prügeleien einen Hauch von Taktik.

Mehrmals im Spiel muss Nilin sich an Wachdrohnen vorbeischleichen. Da diese Stellen aber stets kinderleicht ausfallen, kommt dabei keine Spannung auf. Oft müssen auch kleine Rätsel gelöst werden, darunter simple Schiebeaufgaben, Schalterknobeleien – und zwei knackige Texträtsel. Eines von denen hat gegen Spielende jedoch arg unter der deutschen Übersetzung gelitten, die clever konstruierte Aufgabe gerät so unnötig schwer. Daher: Wer an der Stelle nicht weiter weiß, sollte die Sprache (per Steam) auf Englisch stellen, das hilft.

Remember Me im Test: Das atmosphärische Action-Adventure leidet unter einigen Macken. (6) Remember Me im Test: Das atmosphärische Action-Adventure leidet unter einigen Macken. (6) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Überhaupt ist die deutsche Fassung trotz einiger engagierter Sprecher nicht ganz rund geraten: Manche Formulierungen wirken unglücklich, einige Figuren (etwa Nilins Auftraggeber Edge) sind mäßig besetzt, zudem ist das Gesprochene oft nicht lippensynchron und wirkt abgelesen. Die englische Fassung ist deutlich besser gelungen. Mit acht bis zehn Stunden ist die Spielzeit für ein lineares Action- Adventure noch fair bemessen. Der Wiederspielwert hält sich jedoch in Grenzen, nach dem Abspann hat man alles gesehen, was Remember Me zu bieten hat: ein ebenso holpriges wie ambitioniertes Action-Adventure mit vielen guten Ideen. Hoffentlich werden weitere folgen – dann aber in besserer Umsetzung.

   
Felix Schütz
„Trotz ärgerlicher Mängel: Mit diesen Gedanken habe ich gern gespielt.“
Keine Frage, in Remember Me stecken viel Mühe und Herzblut. Vor allem das aufwendige Design und das schicke Neo-Paris verdienen großes Lob und auch die Grundidee rund ums Thema Gedankenraub finde ich cool. Leider verpufft die anfangs spannende Handlung zu schnell zwischen den blassen Charakteren, abrupten Tempowechseln und Logikfehlern – von einem Spiel, das so großen Wert auf seine Handlung legt, hatte ich schon mehr erwartet. Auch der Gameplay-Mix kann sich in keiner Disziplin so richtig abheben: Schlauchlevels und simple Klettereien, Mini-Rätsel und dazu ein Kampfsystem ohne nennenswerten Tiefgang, all das hat man im Genre schon deutlich besser gesehen. Trotzdem wird mir das Spiel im Gedächtnis bleiben, eine interessante Erfahrung war’s allemal. Darum hoffe ich, dass die Entwickler sich auch in Zukunft weiter austoben – gerne in Remember Me 2.
   
   
Uwe Hönig
„Spannendes, atmosphärisches Action-Adventure“
Das Durchspielen von Remember Me hat mir richtig Spaß gemacht, was hauptsächlich an dem Design von Neo-Paris und an der originellen Story lag. Der Soundtrack trägt ebenfalls viel zur stimmigen Atmosphäre bei und auch an der Steuerung gibt es nicht viel zu mäkeln. Doch aufgrund des sehr linearen Spielablaufs wird es bei diesem einen Durchgang bleiben. Die Entwickler haben so gut wie keine Anreize in den Levels verteilt, die einen erneuten Besuch von Neo-Paris rechtfertigen würden. Versteckte Extras sind selten, denn beim normalen Durchstreifen der Umgebung stößt man ohnehin auf alle wichtigen Goodies. Außerdem wird die Geschichte im späteren Verlauf unlogisch. Dennoch zolle ich den Entwicklern Respekt für dieses hübsche Erstlingswerk!
   
Remember Me (PC)
Spielspaß-Wertung

72 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Remember Me (PS3)
Spielspaß-Wertung

75 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Anfangs vielversprechende Handlung mit cooler Grundidee
Streng linearer Spielablauf mit beengten Levels
Neo-Paris als fantastisch designte Spielumgebung
Story wird zunehmend unlogisch und schwer nachvollziehbar.
Solider Mix aus Action, Klettern und Storytelling
Solides, aber zu schlicht geratenes Kampfsystem
Moderation
03.06.2013 07:01 Uhr
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Dein Kommentar
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
26.06.2013 00:30 Uhr
linear wie ein Streichholz LOL
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
18.06.2013 11:08 Uhr
Eins vorab: Mir gefallen sowohl Metro wie auch Remember me. Zudem sind beide nicht miteinander vergleichbar. Da eher würde ich noch ein Metro mit Stalker vergleichen wollen.

Der Punkt an Remember me ist, daß das Spiel in gewissen Punkten an unterschiedliche Filme erinnert (Total Recall, Matrix was den…
Benutzer
Bewertung: 0
06.06.2013 04:35 Uhr
ähm ja ne is klar, ein Klassicher Fanboy, schreibt was von Unprofessionell weil man sagt dass sein lieblingsspiel nicht gut ist, und weil man Fanboy ist muss man auch nicht auf den Test eingehen und die Kritikpunkte widerlegen
Deine Beobachtungsgabe ist erstaunlich. Deine Analysen pregnant,…

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