Red Orchestra: Ostfront 41-45
Geschützdonner ertönt in der Ferne, Granaten pfeifen heran. Jetzt heißt es, den Kopf einziehen!
Ein Fadenkreuz gibt es an der Ostfront nicht. Der einfache Soldat zielt Pi mal Daumen oder über Kimme und Korn. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Multiplayer-Spiele wie Battlefield 1942 und Day of Defeat Source sind Ihr Ding? Dann ist Red Orchestra: Ostfront 41-45 für Sie gemacht. Das ursprünglich als Unreal Tournament-2004-Mod begonnene Projekt bietet wie Day of Defeat Source eine dichte Zweite-Weltkriegs-Atmosphäre und eine breite Palette an Fahrzeugen.
Die 13 in Red Orchestra enthaltenen Karten behandeln ausschließlich den Russlandfeldzug Deutschlands. Dabei treten Sie wahlweise auf Seiten der Sowjets oder der Wehrmacht an. Großer Unterschied zu anderen Weltkriegs-Ballereien: Red Orchestra setzt auf Realismus. Infanteristen bekommen kein Fadenkreuz angezeigt, Panzertürme drehen sich quälend langsam.
Die Entwickler haben außerdem statt eines Hitpoint-Systems Trefferzonen eingebaut. So können Sie selbst den stärksten Panzer mit einem Schuss ausschalten, wenn Sie den Punkt am Geschützturm treffen, hinter dem die Munition lagert. Ballistisch hat das Spiel mehr auf der Pfanne als viele Genrekollegen. Je nach Schusswinkel prallen Granaten von Panzern ab oder schlagen durch.
Teamplay ist Trumpf
Mit einem Panzerfaust-Schuss über den Lattenzaun haben wir den sowjetischen T34 eiskalt erwischt. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Gut eingespielte Trupps sind nötig, wenn es um die Erstürmung des Berliner Reichstags oder der Bahnstation von Basovka geht. Durch konzentriertes Feuer der Scharfschützen, Artillerie und aus Maschinengewehren sind die Angriffsmissionen alles andere als ein Zuckerschlecken. Besonders Panzerbesatzungen sind zur Zusammenarbeit gezwungen: Die aus bis zu drei Mann bestehenden Crews müssen die Rollen des Fahrers, MG-Schützen und Richtschützen aufeinander abstimmen.
Technisch in Ordnung
Der Gesamt-Look erinnert stark an Anti-Kriegsfilme wie Stalingrad oder Der Soldat James Ryan. Erdfarbene Töne dominieren die Szenarien. Während Soldaten und Fahrzeuge relativ detailliert sind, variiert die optische Qualität der Spielkarten. Hier spürt man den Modding-Ursprung von Red Orchestra. So ist die Karte Basovka sehr detailreich, während die Map Arad eher spartanisch ausfällt.
Spielerisch machen alle Karten Spaß, wenn auch nicht jede für beide Spielparteien gleich leicht zu gewinnen ist. Waffen-Sounds und Sprachausgabe sind stimmig. Nur die Motorengeräusche mancher Fahrzeuge klingen mehr nach tiefergelegtem Jeep-Motor denn nach Panzer. Größtes technisches Manko ist die Spielphysik. Fahrzeuge bleiben an kleinen Bäumen, Zäunen oder Telegrafenmasten hängen. Red Orchestra bekommen Sie derzeit nur über Valves Online-Dienst Steam, eine Datenträger-Version erscheint im Sommer für rund 20 Euro.
