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  • Die Thronfolge knapp verpasst

    HOLZWIRTSCHAFT Nur selten sind die Forstwirte so ordentlich wie hier. Oftmals stapeln sie ihre Baumstämme an oder auf der Straße. HOLZWIRTSCHAFT Nur selten sind die Forstwirte so ordentlich wie hier. Oftmals stapeln sie ihre Baumstämme an oder auf der Straße. Da wird mit einem unglaublichen Aufwand jahrelang der Nachfolger der ehemaligen Referenz-Rallyesimulation entwickelt. Und dann zerstört ein einziger interner Parameter alle Titelhoffnungen.
    Jahrelang hat das von Europress abgespaltene Programmierteam Magnetic Fields an Rally Championship Edition 2000 gearbeitet. Da das Team um Shaun Southern bereits 1997 die Leistungsmerkmale moderner Computer des Jahrgangs 1999 vorherahnte, können sie nun eine der grafisch eindrucksvollsten Simulationen präsentieren, die derzeit zu haben sind. Mehrere Tausend Kilometer der britischen Mobil-1-Rally-Serie wurden gefilmt, digitalisiert und im PC nachgebildet, wobei sich die Grafiker nicht auf den Straßenverlauf und den Bodenbelag beschränkten. Auch die in Wegnähe stehenden Bauernhäuser fanden den Weg in die Simulation, ebenso die jeweilige Vegetation und die typischen Wetterbedingungen. Für die Fahrzeuge wurde ein Ähnlicher Aufwand betrieben. Die insgesamt 22 im Spiel enthaltenen Wagen entsprechen optisch bis ins letzte Detail den Werksfahrzeugen, die für die Saison 1999 gemeldet wurden. Jeder Spoiler, jeder Lichtaufsatz und jeder Rückspiegel entspricht in Form und Größe genau seinem Vorbild, selbst die Werbebanner der Originalsponsoren sind an den richtigen Stellen zu entdecken. Spiegeleffekte und bis zu 800 Polygonzüge je Fahrzeug sorgen dafür, dass - zumindest optisch - zwischen Simulation und Wirklichkeit kein allzu großer Unterschied mehr besteht.
    Rally Championship Edition 2000 ahmt nicht die gesamte Mobil-1-Rally nach. 36 Etappen mit zirka 600 besonders typischen oder spektakulären Streckenkilometern wurden für die Simulation ausgewählt, weitere sechs Etappen stehen im Arcade-Modus zur Verfügung. Bei der Streckenauswahl zeigt sich, an welche Zielgruppe sich das Programm richtet: Die engen Wald- und Feldwege sind für actionorientierte Raser völlig ungeeignet, nur konzentrierte und bedächtige Fahrer haben eine Chance auf gute Rennergebnisse. Dies gilt auch, da Teile des offiziellen Regelwerks beachtet werden müssen. Wer sein Fahrzeug so stark beschädigt, dass es bestimmten Mindestanforderungen an die Sicherheit nicht mehr genügt, wird von der aktuellen Rallye ausgeschlossen. Zwischen einigen Etappen hat man die Möglichkeit, sein Fahrzeug wieder auf Vordermann zu bringen. Innerhalb von 15 Minuten können die Reifen gewechselt und die vielfältigen Schäden behoben werden. Wer mehr Zeit benötigt, darf sich weitere 15 Minuten genehmigen und wird bei der nächsten Etappe mit einer Zeitstrafe belegt - immerhin erspart man sich aber die Disqualifikation.
    Für Anfänger dürfte das Einzelrennen den besten Einstieg bedeuten, da man hier ohne ernst zu nehmenden Konkurrenzdruck die Strecken und das Fahrzeug austesten kann. Rally Championship Edition 2000 setzt weniger auf spektakuläre Drifts und atemberaubende Beschleunigung als auf Realismus. Daher geraten Fronttriebler eben nicht von selbst ins übersteuern. Jeder Wagen hat ein eigenständiges Fahrverhalten, und nach etwas Einarbeitungszeit erkennt man sogar das Handling seines Opel Astra. Um ein Fahrzeug so gut zu beherrschen, dass man guten Gewissens in den Wettkampf eintreten kann, sollte man mindestens acht bis zehn Etappen fahren - und dafür mindestens zwei Stunden einplanen. Die Teilstrecken sind nämlich derart lang, dass man durchschnittlich 15 Minuten unterwegs ist. Dieser Umstand ermöglicht es zwar einerseits dem Fahrer, ein Gefühl für die jeweilige Strecke zu gewinnen, andererseits wird man aber gehörig unter Druck gesetzt. In allen Spielmodi außer der Simulation ist es nämlich nicht möglich, den Spielstand während oder zwischen den Etappen abzuspeichern.
    Der Simulations-Modus ist eine Aneinanderreihung von sechs Rallyes mit jeweils sechs Etappen. Um Gesamtsieger zu werden, muss man nicht nur ein perfekter Fahrer sein, auch als Mechaniker sollte man ein solides Grundwissen aufbauen. Das Fahrzeug kann und muss für die verschiedenen Streckenprofile eingestellt werden, um nicht Minuten oder gar Stunden hinter die Konkurrenz zurückzufallen. Mit den sechs Wahlmöglichkeiten Getriebe, Reifen, Lenkung, Bremsen, Federhöhe und -härte lässt sich die Charakteristik eines Fahrzeugs komplett verändern und an die Gegebenheiten anpassen. Im Rahmen der Simulation befindet man sich alleine auf der Strecke. Egal, wie schnell oder langsam man fährt, man hat niemals Kontakt zur Konkurrenz. Lediglich die Positionsanzeige beweist, dass man nicht nur gegen die Uhr fährt. Wer Blechkontakt haben will, muss sich des Arcade-Modus' bedienen. Hier geht es darum, innerhalb von sechs Etappen 49 Gegner zu überholen - und diesmal muss man wirklich an ihnen vorbeifahren. Auf den engen Strecken ist dies nur selten ohne Rempeleien möglich, zumal die computergesteuerten Wagen ebenso wenig Rücksicht nehmen, wie ein durchschnittlicher Spieler.
    Die Strecken bestehen größtenteils aus realen Feldwegen und Landstraßen, daher ist der für echte Rennstrecken typische Rhythmus nicht vorhanden. Hinter jeder Kuppe kann sich eine "unlogische" Spitzkehre oder eine kaum erkennbare Engstelle verbergen, aber auch lange Geraden und breite Schotterwege. Dieser Umstand und die Länge der Strecken machen ein Auswendiglernen der Etappen völlig unmöglich. Um auch nur halbwegs gute Zeiten zu erzielen, muss man daher stets mit höchster Aufmerksamkeit über die Felder rasen und dabei die richtige Mischung aus Wagemut und Vernunft finden. Schafft man dies nicht, so trifft man auf den einzigen gravierenden Fehler des Programms: ein im falschen Winkel angefahrener Erdwall lässt das Fahrzeug den Bodenkontakt verlieren und eine seitliche Drehung ausführen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn dabei die Gesetze der Physik eingehalten würden - Flugweiten von mehreren hundert Metern sind aber keine Seltenheit. Da es auch erfahrenen Piloten passiert, dass sich ihnen Erdhaufen, Felsen oder Bordsteinkanten in den Weg legen, ist dieser Programmfehler extrem Ärgerlich und vernichtet einen wesentlichen Teil des Spielspaßes.
    Wer mit Glück und Können den Kontakt mit derlei Sprungschanzen vermeidet, sollte seinen Blick in die Umgebung schweifen lassen. Grafisch gehört Rally Championship Edition 2000 nämlich zu den Highlights im Rennsport. Die Bäume werfen abhängig vom Sonnenstand meterlange Schatten, die Umgebung spiegelt sich in Wasserpfützen und Regentropfen rinnen die Windschutzscheibe hinauf. Die Fahrzeuge wirbeln Staub oder Gischt auf und verlieren mit zunehmendem Schaden einzelne Karosserieteile. Im Gegensatz zu vielen anderen Rennspielen ist die Strecke nicht von unsichtbaren Wänden beschränkt, jede sichtbare Fläche kann auch befahren werden. Der Sound ist nicht ganz so gut gelungen. Zwar gestatten die diversen 3D-Sound-Techniken eine genaue Ortung konkurrierender Fahrzeuge, die Sprachausgabe kann jedoch nicht überzeugen. Die Beschreibung der voraus liegenden Kurven und Engstellen vom virtuellen Beifahrer kommt oftmals zu spät und versteckt die wichtigen Informationen in einer Auflistung zahlloser unwesentlicher Kurven.

    Rally Championship Edition 2000 (PC)

    Spielspaß
    86 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Rally Championship Edition 2000
    Rally Championship Edition 2000
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Magnetic Fields
    Release
    01.12.1999
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Rally Championship Edition 2000
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http://www.pcgames.de/Rally-Championship-Edition-2000-Spiel-29262/Tests/Die-Thronfolge-knapp-verpasst-4912/
07.03.2001
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