Fahrkarten bitte!
Anhand dieser Bilanz
erkennen Sie, wie gut Sie im
Vergleich zur Konkurrenz dastehen.
Wer glaubt, Museumsbesuche seien langweilige Zeitverschwendung, der wird vom dritten Teil der bekannten Wirtschaftssimulations-Reihe eines Besseren belehrt. Die 16 Einzelspielerszenarien werden Ihnen als Museum präsentiert, in dem Sie ein kundiger Sprecher durch beinahe zwei Jahrhunderte Eisenbahngeschichte führt. Diese beginnt 1840 mit der ersten transkontinentalen Eisenbahn Amerikas und endet 2050 mit einer fiktiven Umweltkatastrophe, durch die Kalifornien beinahe auf dem Grund einer Erdspalte landet.
Dreidimensionales Sehvermögen
Railroad Tycoon 3 spielt sich grundsätzlich wie der Vorgänger: Als aufstrebender Eisenbahnmogul landen Sie auf einem bereits besiedelten Landstrich, vernetzen Städte mit Schienensträngen und versuchen, sich mit Personen- und Gütertransporten eine goldene Nase zu verdienen. Die auffälligste Neuerung findet sich daher zweifellos im grafischen Bereich: Das Spiel findet nun komplett in 3D statt. Die Optik überzeugt einerseits mit hübschen Gebäuden und Eisenbahnen sowie spiegelndem Wasser, enttäuscht aber auch mit trist-grünem Leveldesign und Städten, die lediglich aus einer Hand voll auf Gras gebauten Häusern bestehen. Dafür läuft Railroad Tycoon 3 angenehm flüssig. Und das, obwohl der Übergang zwischen Übersichtskarte und Spielbildschirm in Railroad Tyoon 3 fließend ist: Wenn Sie die Ansicht herauszoomen, schweben Sie in luftiger Höhe über den großen Spielfeldern, während Sie einige Mausradumdrehungen später bereits das Räderwerk Ihrer Dampfloks bewundern können.
What you see is what you get
Hier legen Sie neue Handelsrouten fest.
Überhaupt hat sich das Entwicklerteam von Poptop Software wie bereits bei beiden Tropico-Teilen auf eine äußerst eingängige Form der Benutzerführung verstanden. Alle wichtigen Daten werden direkt auf dem Spielfeld dargestellt. Via Mausklick sehen Sie so beispielsweise anhand von farblichen Markierungen, in welchen Städten bestimmte Waren wie Eisen, Holz oder Weizen besonders gut zu verkaufen sind und wo Sie garantiert auf Ihrer Lieferung sitzen bleiben. Auf die gleiche Weise erkennen Sie binnen Sekunden, welche Züge lukrative Handelsrouten abfahren. Bereits das Erstellen ebendieser Routen ist wesentlich einfacher als im Konkurrenten Railroad Pioneer. Auf einer Übersichtskarte markieren Sie mindestens zwei Bahnhöfe, die auf der Route angefahren werden sollen, kaufen die gewünschte Lok (nicht jedes Feuerross taugt für alle Frachtgüter oder steigungsbedingte Widrigkeiten) und sind bereits fertig. Die Beladung jeder Tour übernimmt der Computer für Sie und sorgt dafür, dass beinahe alle Fahrten zumindest etwas Geld abwerfen - Sie stöbern lediglich Anbieter und Abnehmer auf. Auch vor Zusammenstößen müssen Sie sich nicht fürchten - Railroad Tycoon kommt auch im dritten Anlauf ohne Signale oder Weichen aus.
Der frühe Vogel fängt den Wurm
Alles in allem wirkt die Grafik von Railroad Tycoon eher durchwachsen, ist aber immerhin nett anzusehen.
So lassen sich die ersten Missionen überstehen und Einsteiger finden dadurch leicht ins Spiel. Echte Tabellenkalkulierer beginnen dagegen bereits am Anfang damit, was im späteren Spielverlauf unausweichlich wird: Sie nutzen die zahlreichen Wege zur perfekten Wirtschaft, die unter der greenhornfreundlichen Oberfläche schlummern. Dann werden Handelsrouten per Hand optimiert, da der Computer nie den optimalen Profit herauskitzelt, die vorhandenen Städte erweitert, um mit Hotels oder Restaurants zusätzliche Kohle zu verdienen, oder gegnerische Eisenbahngesellschaften durch geschickte Börsenspekulationen torpediert. Wer erfolgreich handelt, fördert Firmengründungen in größeren Städten. Mit den dann entstehenden Spielzeugfabriken oder Brauereien lässt sich nicht nur prima handeln - die mitunter höchst lukrativen Unternehmen lassen sich bei ausreichend Bargeld auch ins eigene Imperium integrieren. Alternativ können Sie zusätzliche Produktionsstätten selbst errichten - die nötige Portokasse vorausgesetzt.


Im Multiplayer-Modus liegt so einiges im Argen :
1. Während des Spiels erscheinen beim Spieler der sich einem LAN-Spiel angeschlossen hat imaginäre Züge des Gegenspielers. Diese Züge haben zum einen Loks,…