Für die kleinen Großen
Mit Ihren Transportdiensten tragen Sie merklich zum Wachstum einer Region bei.
Heißer Kandidat für das "Unwort des Jahres" in der Spielebranche ist "Tycoon". Es gibt kaum einen Billigspiel-Manager, der sich nicht mit diesem wohlklingenden Namens-Anhängsel schmückt. Vom simulierten Golfplatz bis zum gastronomischen Betrieb ist das Auf-bau-Genre hoffnungslos durchtycoonisiert. Dabei gehört der einzig wahre, qualitativ edle Ursprungs-Tycoon auf die Schiene: 1990 hatten die damaligen Microprose-Mitarbeiter Sid Meier und Bruce Shelley die Idee zum Eisenbahn-Strategiespiel Railroad Tycoon. Das gleichermaßen leicht zugängliche wie langfristig fesselnde Streckennetz-Epos erlangte Kultstatus, aber Microprose ließ den Titel unfortgesetzt vor sich hin modern. Da klopfte im Jahr 1998 ein junger Mann namens Phil Steinmeyer an, der gerade Heroes of Might & Magic programmiert hatte. Er machte mit dem Erwerb der Namensrechte ein geniales Schnäppchen und ging mit dem Kulturerbe sorgsam um: 1998 veröffentlichte Phils Firma PopTop Software das durchaus gelungene Railroad Tycoon 2.
Sid Meiers Erbe
Neue 3D-Landschaften inklusive passender Gebäude und Grünzeug für jede Region. Im Voralpenland wuchern Mischwälder, während auf den Afrika-Karten Palmen gedeihen.
Trotz des großen Erfolgs war danach erst mal eine größere Gleisbaupause auf einer karibischen Insel angesagt: "Ich arbeitete wirklich gerne an Railroad Tycoon 2 und dem Expansion Pack, aber verbrachte immerhin zweieinhalb Jahre meines Lebens damit und war etwas ausgebrannt. Ich musste definitiv eine Pause machen und hatte viel Spaß an Tropico. Aber jetzt ist die richtige Zeit, um zu Railroad Tycoon zurückzukehren", erklärt uns Phil Steinmeyer in seinem Büro in Fenton, einem Vorort der US-Metropole St. Louis. Während auf der anderen Seite des Highways Daimler-Chrysler Trucks montieren lässt, werden in den PopTop-Büros an Railroad Tycoon 3 gerade die letzten Programmcode-Schrauben justiert. Der spielerische Kern bleibt auch in der 3. Generation erhalten: Sie verlegen Gleise zwischen Städten, bauen Stationen, kaufen Lokomotiven und legen Routen fest. Angebot und Nachfrage beachtend, macht man Geld mit Fracht- und Passagier-Transporten, weitet sein Schienennetz auf der Spielwelt-Karte aus und rivalisiert dabei mit Computergegnern.
Zoomt schneller als ein D-Zug
In grünen Regionen sind die Preise für das gewählte Produkt am höchsten. Schwarze Striche zeigen hier an, dass die Milch aus dem Umland in unsere Stationen gebracht wird.
Pufften beim 2. Teil noch Sprite-Loks bei isometrischer Ansicht durch die Spielwelt, spendierte PopTop dem Nachfolger eine neue 3D-Grafik-Engine. Die Frage "Hm, was bringt das bei dieser Art von Spiel?", ist für uns nach zwei Minuten an der Maus geklärt. Der Sprung in die 3D-Liga sorgt nicht nur für optische Sahnehäubchen wie detaillierte Zug-Animationen, glitzernde Wasseroberflächen oder Tag-und-Nacht-Wechsel (inklusive astronomisch korrektem Sternenhimmel). Die Betrachterkamera ist jetzt stufenlos dreh- und zoombar. Im Eiltempo rauschen Sie von der Lok-Nahansicht bis zur "Die ganze Karte auf einen Blick"-Totalen und zurück. Streckenplanung und Gleisbau gehen dadurch flotter und präziser von der Hand. Für einen stolzen Schienennetz-Betreiber gibt es zudem nichts Schöneres, als mit der Verfolgerkamera seiner jüngsten Zug-Erwerbung bei der Jungfernfahrt auf einer neuen Route zuzusehen. Generell sind die Maßstäbe realistischer als im Vorgänger; die Entfernungen auf den Karten wurden im Verhältnis zu den Ausmaßen der Züge vervierfacht.


Kein Spiel in diesem Genre hat mich seit dem wieder so sehr an den PC gefesselt, wie damals Transport Tycoon + Deluxe !!!!