Rage-Vorschau: id Softwares neue Marke im Detail, plus neue Screenshots
Es ist heiß, als wir in Dallas, Texas aus dem Flugzeug steigen. Brutal heiß. Wenn es noch ein wenig heißer wird, erklärt uns der Taxifahrer, der uns zu unserem Bestimmungsort kutschiert, dann sterben hier draußen Menschen. Babys etwa, die aus Versehen von ihren Eltern auf dem Autorücksitz vergessen wurden.
Traditionell ist die örtliche Bar ein guter Platz, um Aufträge zu ergattern. Hier finden Sie eine bunte Auswahl an illustren Auftraggebern, die Ihnen helfen, den Geldbeutel zu füllen.
Kurze Zeit später ist die Hitze vergessen, die Kühle eines klimatisierten Entwicklerstudios empfängt uns. Kein Türschild verrät, wo wir uns gerade befinden. Aufdringliche Fans sollen damit in die Irre geführt werden. Von denen hat id Software nämlich mehr als genug. Schließlich zählt das Studio, das 1991 gegründet wurde, zu den berühmtesten Spieleschmieden weltweit. Mit ihren Werken haben die Texaner nicht nur das Genre des Ego-Shooters erfunden, sondern auch eine ganze Jugendkultur geprägt. Mit unserem Eintreffen bei id Software im Vorort Mesquite scheint es nun wieder Zeit für eine erneute Revolution. Wir wurden eingeladen, uns Rage anzuschauen.
Viel war bisher noch nicht über das seit Jahren erste komplett neue Spiel von id Software bekannt. Man solle fahren können, hieß es. Es gebe Außenwelten und natürlich die id-typischen Ballereien. Wie das alles zusammenhängt, aussieht und funktioniert, war bisher von einem Nebel aus Mutmaßungen und wilden Gerüchten verschleiert. Nun endlich brechen die Entwickler ihr Schweigen, allen voran Tim Willits, der als Creative Director die Präsentation leitet.
Dieser Herr ist J.K. Stiles, der Veranstalter von Mutant Bash TV.
Wie begeistert Tim ist, der Öffentlichkeit endlich einmal zusammenhängende Szenen von Rage zu präsentieren, sieht man ihm auf den ersten Blick an. Wir sind nicht minder gespannt. Schließlich scheint Rage ein eher untypisches id-Spiel zu werden. Oder doch nicht? Bevor es losgeht, betritt ein unscheinbarer Mann mit blonder Mähne den Raum, gehüllt in verwaschene Klamotten, auf dem TShirt ein halbleeres Glas mit der Aufschrift "Half full". Mit schüchternem Lächeln grüßt uns der Brillenträger und nimmt in einer dunklen Ecke Platz.
Tim macht sich nicht einmal die Mühe, den Herrn vorzustellen. Jeder Anwesende kennt den Mann, sackt vor Ehrfurcht leicht in seinem Stuhl zusammen. Immerhin hat dieser Typ vor Jahren das Seitwärts- Scrollen auf dem PC erfunden und versucht, eine PC-Umsetzung von Super Mario Bros 3 an Nintendo zu verkaufen. Neben uns sitzt ein Pionier der Programmierkunst, ein Engine-Gott, der Mitgründer von id Software. Meine Damen und Herren: Mr. John Carmack!
Außenstehende würden ihm mit Sicherheit in Sekunden den Nerd-Stempel verpassen. Trifft wohl auch zu. Doch seinen Auftritt, einen viertelstündigen, hochtechnischen Exkurs über die id-tech-5-Engine, hat John erst später. Zunächst genießt er, ebenso wie wir, die ausführliche Präsentation von Rage. Tim Willits erklärt: Rage soll genau das werden, was id Software am besten kann, nur eben noch weit mehr.
Dafür haben sich die kreativen Köpfe eine postapokalyptische Welt ausgedacht, in der die Erdoberfläche von einem Meteoriteneinschlag zerstört wurde. Um die Menschheit zu retten, haben die Regierungen das Eden Project ins Leben gerufen und kurz vor der Katastrophe sogenannte Archen im Erdboden versenkt. Darin: Künstler, Wissenschaftler, Politiker, die den Fortbestand der menschlichen Rasse nach dem Einschlag sichern sollen.
Eigentlich sollen die Archenwenige Tage nach der Katastrophe an die Erdoberfläche zurückkehren, doch wie so oft geht etwas schief. Die Arche, in der sich der Spieler befindet, findet ihren Weg erst 80 Jahre später. Klar, dass sich auf der Erde inzwischen postapokalyptisches Leben in all seinen Mutationen ausgebreitet hat. Eine unbekannte Welt erwartet den Helden.
Bildergalerie: Neue Screenshots zu Rage
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Nuja, dafür is die Grafik vermutlich hübscher und es gibt Fahrzeuge. Trotzdem kein Objekt der begierde für mich, freu mich eher auf Brink
Übrigens ein richtig schöner Artikel!