Quantum Conundrum im Test: Kein neues Portal, aber ein toller Rätsel-Spaß
PC Games testet Quantum Conundrum: Das neue Spiel der Portal-Miterfindern Kim Swift ist fertig - und es erinnert frappierend an (Überraschung!) Portal! Ob es dem großen Vorbild das Wasser reichen kann, klärt unser Test von Quantum Conundrum.
Bei Valve war Kim Swift maßgeblich an der Entwicklung des Genre-Meilensteins Portal beteiligt. Und trotzdem verließ sie das erfolgsverwöhnte Studio, um ihre ganz eigenen Ideen verwirklichen zu können. Doch eigentlich hätte Frau Swift gleich bei Valve bleiben können, denn ihr neuestes Werk namens Quantum Conundrum ist ein Ego-Puzzler, den man fast schon als Portal-Plagiat bezeichnen könnte. Nachfolgend beschreiben wir, was uns an Quantum Conundrum gefallen hat:
Clevere Puzzle-Mechanik
Was für Portal die typische Portalkanone ist, ist für Qunatum Conundrum ein Hightech-Handschuh namens IDS ("Interdimensional Shift Device"): Dank dieses Gadgets spielt ihr munter mit den Gesetzen der Physik herum! Insgesamt vier Funktionen werden im Laufe des Spiels eingeführt: Ihr könnt die Zeit verlangsamen, die Schwerkraft umdrehen und Gegenstände federleicht machen oder aber ihr Gewicht erhöhen. Zwei wichtige Dinge sind dabei zu beachten: Zum einen ist die Spielfigur selbst immun gegen sämtliche Physiktricks, zum anderen könnt ihr die Kräfte nur nacheinander und nicht gleichzeitig einsetzen. Aus dieser recht simplen Prämisse holen Swift und ihr Entwicklerteam einiges heraus: Mal müsst ihr Energiekugeln in Maschinen hinein werfen, mal schwebt ihr auf einem Sofa über tödliche Laserstrahlen hinweg. Der Schwierigkeitsgrad bleibt dabei stets locker bis knackig - nur an wenigen fiesen Stellen hätten wir uns eine optionale Hilfefunktion gewünscht. Sehr gut gelöst: Welche Talente ihr in den jeweiligen Levels aktivieren könnt, wird stets vorgegeben - so weiß man meist schnell, was zu tun ist. Nur um das "Wie" müsst ihr euch dann noch selbst kümmern.
Ordentlicher Umfang zum günstigen Preis
Der Story-Modus umfasst 51 Rätselräume, unterteilt in drei große Bereiche. Um alle Puzzles zu lösen, solltet ihr ungefähr 6 Stunden einplanen. Danach ist der Spaß aber noch nicht vorbei: Komplettisten suchen außerdem nach versteckten Roboterfiguren und vergleichen ihre Leistungen dank Online-Leaderboard mit denen ihrer Steam-Freunde. Weiterhin gibt es vier Blaupausen im Spiel zu entdecken, die wiederum einen reichlich schweren Challenge-Raum freischalten. Angesichts des günstigen Preises von 15 Euro kann man da wahrlich nicht meckern.
Saubere technische Umsetzung
Quantum Conundrum nutzt die Unreal Engine 3 - reizt diese aber natürlich nicht ansatzweise aus und läuft selbst auf ollen Rechnern flüssig. Dennoch sieht das Spiel mit seinen runden Formen und quietschbunten Farben wirklich charmant aus, einzig gelegentliche Nachladeruckler beim Betreten neuer Levels stören die Atmosphäre.
Das hat uns nicht gefallen:
Nervige Sprungpassagen
Knapp ein Drittel der Rätsel fordern nicht nur eure Intelligenz, sondern auch euer Geschick: Dann müsst ihr Gegenstände im richtigen Winkel herumwerfen oder über Plattformen hüpfen. Letzteres gestaltet sich extrem hakelig: Durch die Ego-Perspektive lassen sich Abstände schwer einschätzen und man stürzt teilweise unvermittelt ab - was trotz fair gesetzter Checkpoints eine der größten Schwächen des Spiels ist.
Story belanglos und mit doofem Ende
Zu Beginn glaubt und hofft man noch, Quantum Conundrum würde eine pfiffige, eigenwillige Handlung erzählen. Doch spätestens beim "großen" Finale wird klar: Die Geschichte ist einfach nur langweilig. Großartige Wendungen? Fehlanzeige! Denkwürdige Charaktere? Ebenso wenig! Tolle Zwischensequenzen? Auch das nicht!

Tolles Spiel - toller Preis - empfehlenswert!