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Quake 4 (dt.) (PC)

Release:
03.11.2005
Genre:
Action
Publisher:
k.A.

Quake 4

08.09.2005 15:00 Uhr
|
Neu
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In den Außenarealen kracht es gewaltig, wenn mechanische Spinnen, Panzer und Mechs schießen. Diese Vehikel dürfen Sie auch selber steuern. In den Außenarealen kracht es gewaltig, wenn mechanische Spinnen, Panzer und Mechs schießen. Diese Vehikel dürfen Sie auch selber steuern. Todd Hollenshead von Id Software hat sich in einem Londoner Luxushotel einquartiert. Er trifft sich dort mit Spieleredakteuren aus aller Welt, um einen Satz zu sagen. Er sagt diesen Satz, während er vor einer Leinwand steht, die das Quake 4-Logo zeigt, dieses Q mit den zwei Hörnern, denen etwas Teuflisches anhaftet. Er sagt, Quake 4 werde ein noch besseres Spiel als Doom 3. Dann redet er weiter, doch dieser eine Satz, der bleibt im Gedächtnis. Weil er subtile Selbstkritik ist, vorgebracht von den Erfindern des Ego-Shooters.

Plötzlich verdunkelt sich der Raum, das Logo verschwindet, die Leinwand zeigt den Weltraum. Darin ein Astronaut, der sich langsam in der Schwerelosigkeit dreht. Irgendwie friedlich, denkt man, und in der nächsten Sekunde starrt man aufs Profil des Astronauten, auf die leere Augenhöhle und den abgebrochenen Kieferknochen. Die Musik schrillt. Der Horror steckt schon im Intro von Quake 4.

Kane, Matthew Kane

Im Gegensatz zu Doom 3 sind Sie in Quake 4 oft nicht alleine, sondern im Team unterwegs. An der Mitstreiter-KI feilen die Programmierer noch. Im Gegensatz zu Doom 3 sind Sie in Quake 4 oft nicht alleine, sondern im Team unterwegs. An der Mitstreiter-KI feilen die Programmierer noch. Spiele von Id Software sind normalerweise keine mit Erzählkunst, doch Quake 4 enthält sowohl eine Hintergrundstory als auch einen Helden mit Persönlichkeit: Matthew Kane, dessen Hauptmerkmal seine Abgebrühtheit gegenüber dem Krieg, dem Tod, gegenüber allem ist. "Ich dachte, Kane sei bloß eine Erfindung, um Rekruten einzuschüchtern", sagt ein Soldat im Spiel.

Am Anfang hockt Kane in einem Raumschiff, neben ihm weitere Kämpfer. Alle sind festgegurtet, weil es wackelt wie im Sturm. Man würde diese Männer für Fallschirmjäger des Zweiten Weltkriegs halten, trügen sie nicht futuristische Rüstungen. Ein Anführer schreitet in den Mittelgang und erklärt, jemand habe den Strogg-General Makron ausgeschaltet, jetzt müsse man den finalen Angriff auf dem Heimatplaneten durchführen. Dann schlägt eine Rakete ein. Bruchlandung.

Die Sicht schaltet um, man schaut nun aus den Augen Kanes, der verschüttet zwischen Ruinen auf dem Schlachtfeld liegt. Ein Soldat streckt die Hände aus und will Kane aus der Schusslinie zerren, er brüllt, der Schall der Explosionen bläst den Schrei fort, dann stürzt der Soldat, der Bildschirm wird wieder schwarz. Einen so mitreißend inszenierten Wechsel zwischen Bewusstlosigkeit und Wachheit hätte man einem Ballerspiel wie Quake 4 nicht zugetraut.

Diesmal drin: Abwechslung

Der Einsatz fortschrittlicher Normal Maps bewirkt auch in Quake 4, dass die Gegner zum Anfassen realistisch aussehen. Der Einsatz fortschrittlicher Normal Maps bewirkt auch in Quake 4, dass die Gegner zum Anfassen realistisch aussehen. Es gibt auch Szenen in Quake 4, die zwar nicht misslungen, aber überflüssig sind: Kane auf einem automatisch fahrenden Panzer, während er den Geschützturm bedient. So etwas ist Fett am Spielspaß-Leib, das müssten die Entwickler wissen. Wenn Quake 4 gerade keinen auf Moorhuhn macht, sondern ganz Ego-Shooter ist, dann kann man nur staunen und sich exzellent unterhalten fühlen: Kane wacht aus seiner Bewusstlosigkeit auf, er rennt durch eingebrochene Schützengräben, über ihm wummern die Explosionen, Getroffene stürzen in sorgfältigen Skripts die Abhänge hinab.

Oder: Kane in einem dunklen Gang, in der einen Hand die Taschenlampe, in der anderen die Schnellfeuerkanone. Plötzlich ein Rumpeln rechts, die Wand bricht ein, ein Strogg hüpft ins Bild, das Gesicht eine fürchterliche, vom Licht beschienene Fratze. Das ist ähnlich wie in Doom 3, doch die Schockmomente sind sorgfältiger platziert, folglich wirksamer.

Und immer wieder diese Variation: Erst Innenareal, dann Gefecht unter freiem Himmel. Einmal sogar in einem Kampfroboter, der sich so träge steuert, dass man seine Schwere mit der Maus zu spüren glaubt: Eine 180-Grad-Wendung dauert lange, man schiebt und schiebt. Wie beim Ausparken ohne Servolenkung.

Halb Mensch, halb Strogg

Quake 4 Ungefähr nach der Hälfte des Spiels beginnt eine Zwischensequenz, eine Art Geisterbahnfahrt für Erwachsene: Die Strogg haben Kane gefangen genommen und auf ein Förderband geschnallt, vor ihm liegt ein weiteres Opfer. Man beobachtet aus der Sicht von Kane, was dem Vordermann jeweils an Folter zustößt, dann ist man selber dran.

Gipfel des Morbiden: Ein Sägeblatt senkt sich auf Kane herab. Bevor die Verwandlung zum Strogg abgeschlossen ist, stürmen Marines die Fabrik und befreien Kane, der fortan über neue Fähigkeiten verfügt: Er kann weiter springen, schneller laufen und die Sprache der Strogg verstehen.

Spätestens jetzt muss man wieder an diesen Satz denken, den Hollenshead gesagt hat, die Hörner des Q hinter ihm aufragend. Er sah aus wie der Teufel höchstpersönlich, aber gelogen hat er nicht.

   
Bildergalerie: Quake 4 (dt.)
Bild 1-3
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Thomas Weiß
Quake 4 lässt die Nadel auf der Spielspaß-Richterskala heftig ausschlagen: Es sieht besser aus als Doom 3, dosiert die Schock-effekte gewissenhafter und enthält mitreißend geschnittene Story-Sequenzen, die zum Zurücklehnen und Zuschauen wie im Kino einladen. Ich habe vollstes Vertrauen in Raven und Id.
   
Moderation
08.09.2005 15:00 Uhr
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