Pyroblazer: Der Wipeout-Klon im Test
Langeweile und Bedienfehler - Der Wipeout-Klon Pyroblazer fällt im Test durch.
Quelle: PC Games
Unter freiem Himmel stoßen Sie gegen unsichtbare Barrieren.
Jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie sind ein junges serbisches Studio und wollen Klon des Rennspiel-Klassikers Wipeout anfertigen. Klasse Idee! Da kann man eigentlich gar nichts falsch machen, oder? Leider scheinen die Eibix Studios es sich bei Pyroblazer zum Auftrag gemacht zu haben, genau die Sachen zu finden, die man falsch machen kann.
Pyroblazer spielt in einer düsteren Zukunftsvision auf irgendeinem gottverlassenen Planeten. Nach einer Urkatastrophe konnten die Bewohner drei große Städte wieder aufbauen. Einige der Überlebenden kämpfen in waghalsigen Gleiterrennen um die Ehre, irgendwann durch sagenumwobene Artefakte Kontakt mir Engeln aufnehmen zu dürfen. Klingt verworren und langweilig, ist aber im weiteren Spielverlauf total egal, weil die Story sowieso nur durch dröge Texteinblendungen vermittelt wird, die Sie vor jeder Mission flugs wegdrücken. Zwischensequenzen? In der Weite des Raumes wohl verlorengegangen.
Wichtig aber ist auf dem Platz! Und da weiß Pryoblazer zu Beginn durchaus zu überzeugen. Sie wählen zwischen verschiedenen Gleitern und brettern dann durch in sich verschlungene Tunnelröhren. In den meisten Rennen sind Ihnen dabei mehrere Gegner auf den Fersen. Um die aus dem Weg zu räumen, benutzen Sie eine Primärwaffe sowie die eingebauten Minen Ihre Gefährts. Durch aufgesammelte Boni verbessern sich die Geschütze.
Problem dabei: Nach genau fün Rennen haben Sie alles gesehen. Die Gleiter unterscheiden sich nur marginal voneinander. Selbst die freigespielten Boni-Gefährte machen spielerisch kaum einen Unterschied. Außerdem bringt Pyroblazer nur wenige eigenständige Level mit. Nach einer Weile haben Sie alle Umgebungen gesehen und rasen dann über die selben Rennstrecken - nur diesmal rückwärts. Auch die Waffen und aufsammelbaren Boni bieten zu wenig Abwechslung. Überhaupt sind Gegner und Waffen komplett obsolet. In den meisten Fällen preschen Sie zu Beginn eines Rennens per Turbo vorneweg und werfen dann beständig Minen hinter sich, um die Kontrahenten auszuschalten. Ausweichen können die in den engen Tunnelgewölben sowieso nicht.
Quelle: PC Games
In den engen Tunneln kommt ein angenehmes Geschwindigkeitsgefühl auf.
Als actionorientiertes Rennspielchen für Zwischendurch würde Pyroblazer trotzdem taugen - wenn die Streckenführung nicht etliche Fehler aufweisen würde. Immer wieder bleiben Sie an Weggabelungen oder hervorstehenden Streckenbegrenzungen hängen. Zudem gaukelt Ihnen das Spiel Freheit vor, wo gar keine ist. Selbst in Rennabschnitten, die scheinbar unter freiem Himmel stattfinden, ist die Streckenführung auf eine winzige, unsichtbare Röhre begrenzt. Wer deren Begrenzungen berührt, wird rude ausgebremst. Das nimmt Pyroblazer Tempo und damit den einzigen Reiz. Außerdem hat Eibix die "lustige" Idee gehabt, Kisten und andere bewegliche Hindernisse auf dem Spielfeld zu verteilen. Im schlimmsten Fall haken sich diese vor Ihrem Flitzer fest und dienen so als Bremsklotz.
Grafisch lässt sich Pyroblazer wenig vorwerfen. DIe Strecken wirken psychodelisch-verwoben, die Waffen- und Geschwindigkeitseffekte überzeugen. Auch die Umgebungen sind vom ägyptischen Stil bis zur dreckigen Blade-Runner-Stadt gut gelungen. Einzig die Bodentexturen hätten die Designer besser hinbekommen können. Musikalisch geht das Spiel ungewohnte Wege. In die Techno-Untermalung mischen sich Jazz-Einflüsse und Balkan-Folkloren, was dem Ganzen einen frischen Anstrich gibt.
Der Vollständigkeit halber: Es gibt keinen Mehrspielermodus. Die Kampagne umfasst 15 Turniere mit jeweils drei Rennen. Hinzu kommt eine finale Herausforderung. Danach dürfen Sie in Einzelrennen antreten.
