Playboy: The Mansion
Eine schnelle Nummer auf der Sonnenliege steigert das Wohlbefinden.
Bei Playboy: The Mansion schlüpfen Sie in die Haut des morgenbemantelten Ober-Playboys Hugh Hefner und stampfen im Endlosspiel oder der zwölf Missionen starken Kampagne das Playboy-Imperium aus dem Boden. Das Häschen-Spiel ähnelt der Lebenssimulation Die Sims 2 oder dem PC-Flirt Singles auf den ersten Blick frappierend. Neben der schicken 3D-Grafik fällt auf, dass auch die Playboy-Protagonisten Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen und individuelle Bedürfnisse legen - wenn auch in stark abgespeckter Form. Bescheidener fällt ebenso der Lieferumfang an Einrichtungsgegenständen aus, wobei ein "Privat-sphäre Busch für ungestörten Sex am Pool" oder das "eigene DJ-Mischpult mit 5.000 Reglern und XXL-Boxen" natürlich sehr viel prickelnder sind als Blümchentapete oder Laminatboden. Um die Erweiterung Ihres Anwesens müssen Sie sich übrigens nicht selbst kümmern - im Spielverlauf schalten Sie neue Räumlichkeiten, einen Garten mit Pool oder auch Hugh Hefners berühmte Plansch-Grotte frei. Das schafft Zeit zum Flirten und Genießen des Dolce Vita in Ihrer Luxus-Villa - und natürlich für einen wesentlichen Bestandteil des Spiels: die Veröffentlichung des neuen Playboy.
Leichtes Leben
Das Dialog-Menü sieht dem von Die Sims 2 verblüffend ähnlich.
Dazu benötigen Sie wenigstens einen Redakteur, einen Fotografen und Playmates, die Sie über das Angestellten-Menü heuern und feuern. Während Sie den Schreiberling mit einem Artikel beschäftigen, nehmen Sie Foto-Shootings selbst in die Hand. Außerdem benötigen Sie noch ein Essay eines Promis, ein Interview mit einer berühmten Persönlichkeit sowie nackte Tatsachen einer bekannten Schönheit für das Cover. Um entsprechende Kontakte zu knüpfen, schmeißen Sie einfach eine Motto-Party und laden dazu reichlich Stars und Sternchen ein. Darunter befinden sich auch reale Berühmtheiten wie Carmen Electra oder David Copperfield. Ein Klick auf in Ihrer Villa umherstiefelnde Personen verrät Bedürfnisse wie Durst, Erschöpfung oder Liebesdrang sowie Ihre persönliche Beziehung in den Bereichen Freundschaft, Geschäftliches und Liebe. Wobei sich nur selten jemand an akuter Müdigkeit oder extremem Flüssigkeitsmangel zu stören scheint. Je besser Sie mit einem Promi können, desto eher ist dieser bereit, Ihnen für ein Interview, geschäftliche Beziehungen oder eine flotte Nummer auf der Couch zur Verfügung zu stehen. Dafür müssen Sie lediglich im Dialog-Menü das jeweilige Thema ein paar mal anschneiden und schon füllt sich der entsprechende Balken. Noch einfacher laufen Geschäftskontakte ab: Möchten Sie und Ihr Gesprächspartner einen Deal abschließen, genügt ein Wortwechsel, und kurze Zeit später erfahren Sie, wie viel Kohle Ihnen das Geschäft eingebracht hat - so leicht macht ein Playboy also Mäuse. Apropos Mäuse: Beim Beischlaf mit anderen Frauen trägt der gute Hugh stets sein Playboy-Unterhöschen und die Gespielinnen lassen sich auch nur auf die nackten Brüste, aber nirgendwo anders hingucken. Wer mag, macht ausgewählte Schönheiten gegen ein Taschengeld zu seinen Freundinnen (ein echter Playboy hat mehrere) und verfügt fortan über ihre Liebesdienste in der Villa.
Mieses Wegfindungssystem
Bei Hughs berühmt-berüchtigter Pool-Party geht es ganz schön rund.
Sind schließlich alle Magazin-Komponenten beisammen, geht der Playboy in Druck und ein paar Minuten später erfahren Sie, wie viel Exemplare Sie verkauft haben und wie hoch der Gewinn ausgefallen ist. Faszinierend: Verlust zu machen ist praktisch unmöglich. Wo liegt neben Sexeleien, wilden Partys und dem Verprassen von Kohle also die Herausforderung? In der Kampagne unter anderem darin, drei Freundinnen gleichzeitig zu haben, einen extrateuren Einrichtungsgegenstand zu kaufen oder bestimmten Promis ein Cover-Shooting abzuquatschen. Und das macht durchaus Laune, was vor allem an dem abgefahrenen Ambiente und den überall umherstöckelnden Bunnys liegt. Nach maximal 15 Spielstunden ist Mann allerdings mit der kurzweiligen Kampagne durch und das Endlosspiel motiviert mangels neuer Spiel-Elemente nur bedingt zum erneuten Zock. Hinzu kommt, dass der schönen 3D-Optik und dem coolen Soundtrack eine miese Wegfindung gegenübersteht: Oft kommt Ihr Häschen-Hüter nicht vom Fleck, da dauernd irgendwelche Leute im Weg sind.

