Pit People: Das Strategie-Abenteuer der "Castle Crashers"-Macher im Test
Anfang März erschien der Early-Access-Titel Pit People für PC und Xbox One. Das rundenbasierte Spiel blieb aber trotz eines namhaften Entwicklers bei vielen Gamern unter dem Radar. Wir haben uns den Geheimtipp von The Behemoth genauer angeschaut und verraten in unserem Test, was hinter dem knallbunten Strategiespiel des Castle-Crashers-Studios steckt.
Bereits auf der E3 2015 präsentierte das Entwicklerstudio The Behemoth das Spiel, das zu dem Zeitpunkt schlicht als "Game 4" bekannt war. Hinter dem generischen Namen verbarg sich das - wer hätte es gedacht - vierte Spiel des Kult-Studios, das mit Titeln wie CastleCrashers und Battleblock Theater eine große Fangemeinde aufbauen konnte. Das Markenzeichen des Entwicklers, das sich durch alle ihrer Spiele zieht, sind der unverkennbare Comic-Look und der verrückte Humor. Nach der Ankündigung wussten wir natürlich, dass wir uns auf ein rundenbasiertes Strategiespiel freuen durften. Doch jeder, der ein bisschen Erfahrung mit dem Werk von The Behemoth hat, weiß, dass dies kein gewöhnliches Spiel werden würde. Nun, drei Jahre und eine Early-Access-Version später, konnten wir das Spiel genauer unter die Lupe nehmen.
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- 1 Pit People im Test: Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist ein Weltraumbär!
- 2 Pit People im Test: Im Sechseck springen
- 3 Pit People im Test: Ein Glas Wasser für den verdurstenden Bauern!
- 4 Pit People im Test: Von Early-Access zum fertigen Spiel
- 5 Pit People im Test: Zusammen macht's mehr Spaß
- 6 Pit People im Test: Aberwitziges Strategieabenteuer
Pit People im Test: Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist ein Weltraumbär!
Der Prolog verspricht bereits eine abgedrehte Reise, die man so schnell nicht vergessen wird. Ein Bär, so groß wie ein Planet, kollidiert mit der Erde und verwandelt diese in Hexagonfelder. Dabei bringt er gefährliche Kreaturen und Chaos mit sich. Der Blaubeeren-Farmer Horatio ist der Held unserer Geschichte und laut Erzähler gleichzeitig "die langweiligste Kreatur auf diesem Planeten". Als der gewöhnliche Bauer angegriffen und sein Sohn Hansel vom überdimensionalen Bären vom Weltall aus erschlagen wird, schwört Horatio Rache. Auf seiner Reise sammelt Horatio sehr schnell Teammitglieder um sich, die durch liebevoll gezeichneten Cutscenes eingeführt werden. Seine Mannschaft besteht aus einer schlagfertigen Prinzessin, einem axtschwingenden Demiklop (halb Mensch, halb Zyklop) und einer spanischen Konquistadorin, die jedes entdeckte Gebiet für Spanien beansprucht. Ach so, und ein heilender Cupcake verstärkt ebenfalls das Team - ja, hiermit ist in der Tat die süße Backware gemeint.
Pit People im Test: Im Sechseck springen
Pit People erfindet das Rad nicht neu, vielmehr orientiert es sich an bereits bekannten rundenbasierten Taktikspielen wie XCOM oder The Banner Saga. Die verschiedenen Charaktere kommen mit diversen Schwächen und Stärken daher. Große Schwerter machen Extraschaden gegen Helme, während kleine Schilde weniger Schutz vor Pfeilen bieten, aber dafür erlauben, größere Waffen mit sich zu tragen. Von geworfenen Äxten und Dynamitstangen bis hin zu Eisbögen und Flammenwerfern ist an Fernwaffen Einiges geboten. Gemäß dem Motto "Schnapp' sie dir alle" kann der Spieler nicht nur zahlreiches Equipment sammeln, sondern auch gegnerische Einheiten fangen, sofern man jemanden im Team mit einem Netz ausgerüstet hat. Die Einheitenvielfalt kann man sich dadurch zu Eigen machen und beispielsweise selbstheilende Vampire, netzspinnende Spinnenfrauen, bombardierende Einhörner oder wuchtige Zyklopen an die Front setzen. Manche Einheiten nehmen mehrere Plätze ein, weswegen man seine Teamauswahl genau überdenken sollte. Dem Taktik-Faktor wird jedoch dadurch Einhalt geboten, dass der Spieler nicht entscheiden kann, welches Ziel anvisiert werden soll. Dadurch hat man öfter das Gefühl, zu sehr vom Glücksmoment abhängig zu sein. Platziert man sich beispielsweis neben drei Gegner, entscheidet der Zufall, ob das gewünschte Ziel getroffen wird oder nicht.
Quelle: PC Games
Übergroße Blaubeeren zieren den Hof unseres Helden. Der Blaubeerzüchter und sein Sohn werden von Angreifern überrascht.
Pit People im Test: Ein Glas Wasser für den verdurstenden Bauern!
Auch mit Pit People zeigt das Entwicklerstudio wieder seine gewohnte Kreativität und beweist Humor. Fans von Castle Crashers oder Battleblock Theater werden sich erneut wie zu Hause fühlen. Bewegt man sich über die große Weltkarte, findet man zahlreiche Missionen, die beispielsweise aus Kampfeinlagen, Rekrutierungsmissionen oder auch einfach nur Eskortierungen bestehen können. Beim Durchstreifen der Weltkarte stoßt ihr auf umherlaufende Gegner, die euch bei Kontakt zum Kampf herausfordern. Die Feinde können aber auch per Tastendruck betäubt und umgangen werden. Ob man von einem Prinzen den Auftrag bekommt, seinem verdurstenden Bauern ein Glas Wasser zu bringen oder von einem Friseur beauftragt wird, seinen Salon zu befreien - Pit People brilliert durch seinen Einfallsreichtum, der einen des Öfteren zum Lachen bringt. Spielerisch bleiben sich die mehr als 100 Missionen jedoch meist treu. Das bedeutet allerdings nicht, dass kein Abwechslungsreichtum geboten wird. Die Kampagne kommt etwa mit Stealth-Einlagen oder Bosskämpfen daher, in denen jeder Schritt sorgfältig überdacht werden muss. Als Belohnung für abgeschlossene Quests warten eine reiche Auswahl an Equipment oder neue spielbare Charaktere auf euch. Dabei hat das Equipment jedoch primär nur eine optische Bedeutung. Die Waffen- und Rüstungsgegenstände unterscheiden sich meist nur marginal von anderen Waffe derselben Klasse, beispielsweise in Form von Elementarschäden. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, denn die zahlreichen Waffenklassen bieten ohnehin genug Abwechslung. Ein Wermutstropfen stellt das notwendige Backtracking dar. Sobald das Inventar voll ist, muss der Spieler zuerst in die Stadt reisen, um die erkämpfte Beute einsammeln zu können.
Pit People im Test: Von Early-Access zum fertigen Spiel
Quelle: PC Games
Die Stealth-Einlagen fordern den Spieler durch Laser und anstürmende Gegner. Dabei kommt man ohne Waffen aus.
Interessant für alle Early-Access-Besitzer von Pit People sind natürlich die Änderungen im Vergleich zu vorherigen Versionen. The Behemoth hat in diesem Fall bewiesen, dass Early-Access, falls richtig umgesetzt, viel Potenzial bieten kann. Seit der Alpha-Version wurden auf Anregung der Spieler in sechs Updates unter anderem die hilfreiche Mini-Map eingeführt, viele neue Nebenmissionen geliefert oder wichtige Balancing-Änderungen vorgenommen. Die bedeutendste Neuerung stellen die vier neuen Kampagnen-Missionen dar, welche die Geschichte zu Ende erzählen. Statt ehemals drei, warten nun vier Weltkarten auf den Spieler, die jeweils 15 Missionen bieten. Betritt man die Stadt, kann es vorkommen, dass sich die Weltkarte in der Zwischenzeit per Zufall verändert. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber durch den Einsatz der Mini-Karte, die ebenfalls neu mit dabei ist, findet man sich schnell zurecht.
Pit People im Test: Zusammen macht's mehr Spaß
Auch der Multiplayerpart kommt nicht zu kurz. Sowohl online als auch offline können Missionen zusammen erledigt oder PVP-Schlachten ausgetragen werden. Das kann ganz schön unübersichtlich werden und erfordert gezielte Absprachen. Arenakämpfe können sowohl online als auch offline gegen Wellen von Gegnern ausgetragen werden, aber sollten erst mit steigendem Level in Anbetracht gezogen werden, denn sie sind sehr anspruchsvoll.
Pit People im Test: Aberwitziges Strategieabenteuer
Pit People ist ein eingängiges, rundenbasiertes Strategielspiel, das sich vor allem durch den genialen Humor und den erneut charmanten Comic-Look auszeichnet. Spielerisch kann Behemoths neuester Streich nicht mit den Genre-Größen mithalten und bietet nicht denselben Tiefgang wie etwa ein XCOM. Zudem kann Pit People mitunter etwas unfair sein, vor allem aufgrund zufallsbasierter Erfolge in Kämpfen. Der Sammeltrieb, die äußerst kreativen Nebenmissionen und eine unterhaltsame Geschichte machen das wiederum wett.
