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  • Far Cry Fast-Indizierung, GTA an 9/11, Siedler-Schweine und die Molyneux-Sekte: Anekdoten aus 22 Jahren PC Games

    Alarmstufe Rot 2 erscheint im Oktober 2000. Die ursprünglichen Packungen zeigen ein brennendes World Trade Center (links unten), das später durch das Empire State Building ersetzt wird.

    Die Chefredakteurin Petra Fröhlich sagt "Auf Wiedersehen!": Ein ganz persönlicher Rückblick auf dramatische, lustige und haarsträubende Erlebnisse aus über zwei Jahrzehnten PC Games.

    Mit einem Test des amüsanten Westwood-Adventures The Legend of Kyrandia im Herbst '92 hat alles angefangen: Seit der zweiten Ausgabe bin ich bei PC Games an Bord. Zunächst als freie Mitarbeiterin, ab 1995 dann als Redakteurin, seit 1999 in der Chefredaktion. In dieser Zeit hat sich unfassbar viel verändert – nicht nur in der Welt der Spiele, sondern auch hinter den Kulissen. Anlässlich des bevorstehenden Chefredakteurs-Wechsels haben wir uns durch meterweise Archiv-Ausgaben gewühlt und einige der amüsantesten und interessantesten PC-Games-Momente aus 22 Jahren zusammengestellt – zumindest jene, die wir guten Gewissens abdrucken dürfen, ohne hinterher verklagt zu werden. Einige dieser Insider-Anekdoten sind noch nie öffentlich erzählt worden; ihr dürft auch also künftig zu einem exklusiven Kreis an Eingeweihten zählen. Viele weitere Episoden findet ihr in der neuen PC Games 12/14 (ab sofort beim Zeitschriftenhändler). Viel Spaß beim Schmökern und In-Erinnerungen-Schwelgen!

    9/11 und die Folgen

    Viele weitere Anekdoten aus 22 Jahren PC Games findet ihr in der druckfrischen Ausgabe 12/14! Viele weitere Anekdoten aus 22 Jahren PC Games findet ihr in der druckfrischen Ausgabe 12/14! GTA 3-Produzent Jeronimo Barrera von Rockstar Games ist am Nachmittag des 11. September 2001 zu Gast in der Redaktion. Mitten in der Präsentation steckt jemand die Nase zur Tür herein: "Will nicht groß stören, aber in New York ist gerade ein Jumbo ins World Trade Center geflogen." Als wir den Fernseher anknipsen, starren wir entsetzt auf die beiden rauchenden Türme. Wenige Minuten später stürzt der Südturm ein. In den folgenden Stunden versucht Barrera fieberhaft, telefonischen Kontakt mit Kollegen, Freunde und Familie in Manhattan aufzunehmen – schließlich befindet sich das Hauptquartier von Rockstar Games damals wie heute nur wenige Häuserblocks entfernt vom Ort des Geschehens. Tags darauf wird sich herausstellen, dass Barreras Kollegen ebenso Glück im Unglück hatten wie viele andere Mitarbeiter von Spielefirmen, die sich an diesem Tag in New York und Washington aufhielten. Die Anschläge hatten die bekannten weltpolitischen Folgen – auch die Spiele- und Film-Industrie konnte und wollte nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Szenen in Spiderman, Collateral Damage oder Men in Black 2 wurden angepasst und "entschärft". Etliche Spiele, die in New York spielen oder terroristische Aktivitäten zum Inhalt haben, lagen vorerst auf Eis oder wurden verschoben. Dazu gehörte auch GTA 3, wo beispielsweise die typischen New Yorker Taxis von Gelb auf Schwarz umgepinselt wurden. Auch längst erschienene Spiele waren betroffen: Auf der Verpackung von Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2 prangte ein brennendes World Trade Center, das Electronic Arts in allen darauffolgenden Auflagen austauschte. Auch Microsoft reagierte und entfernte die Zwillingstürme via Patch aus dem Flight Simulator 2002.

    Das Black & White-Tagebuch

    Sogenannte Entwickler-Tagebücher waren um die Jahrtausendwende herum bei den Lesern ausgesprochen beliebt: Aus erster Hand plauderten beispielsweise die Spieledesigner von Die Siedler 3 aus dem Nähkästchen, erklärten die Entstehung der Grafik, von Quests oder KI. Umso glücklicher waren wir, dass mit Steve Jackson einer der Lionhead-Gründer höchstselbst die Entwicklung von Molyneux' Black & White kommentierte. Was wir bei der ersten Folge in Heft 1/98 nicht für möglich hielten: Die Serie sollte sich über 41 (!) Folgen bis in Heft 5/2001 erstrecken und erst mit dem Test des vielfach verschobenen Black & White enden. Interessant waren die Folgen allemal – oder hättet ihr geahnt, dass der Studioname auf den Hamster eines Lionhead-Programmierers zurückgeht, der tragischerweise noch vor der Firmengründung das Zeitliche segnete (also der Hamster, nicht der Entwickler)?

    Die Akte Far Cry

    Ein Ragdoll-System sorgt üblicherweise dafür, dass leblose Spielfiguren physikalisch korrekt durch die Gegend purzeln. Bei entsprechend morbider Veranlagung kann man erlegte Feinde mit Schusswaffen oder Gegenständen malträtieren. Genau dieses Feature wurde Cryteks Erstlingswerk Far Cry im März 2004 zum Verhängnis: Von der USK hatte die deutsche Version eine Ab-18-Freigabe erhalten – aber auch nur deshalb, weil diese im Gegensatz zur internationalen Fassung keine Ragdoll-Effekte zeigte. Das Tragische: Mit wenigen einfachen Einträgen in Spieldateien ließen sich die Animationen problemlos wieder zuschalten. Als die Bundesprüfstelle das mitbekommt, droht sie mit Indizierung: "Ob zwei oder zehn Handgriffe nötig sind, ist unerheblich." Damit sollen bewusste Tricksereien der Studios durch Cheats, Mods oder Patches verhindert werden. Publisher Ubisoft ruft die produzierte Erstauflage zurück und liefert zwei Wochen später eine überarbeitete Fassung aus. Zwar verpasst Far Cry damit das wichtige Ostergeschäft 2004; das Spiel wird trotzdem ein weltweiter Erfolg – der Durchbruch für Crytek und dessen CryEngine, die unter anderem in Kingdom Come: Deliverance und Star Citizen werkelt.

    Codewort: "Zwei Nasen tanken Super"

    "Einmal Tanken auf der 4, zwei Snickers und die Testversion von Colin McRae 4": Weil das Test-Wochenende naht und der Codemasters-Pressesprecher wegen eines dringenden TV-Termins keinen Abstecher in die PC-Games-Redaktion riskieren kann, hinterlegt er im Februar 2004 die begehrten Disks in einem unbeschrifteten Umschlag an einer Autobahnraststätte. Die filmreife Anweisung "Da kommt dann später jemand vorbei und holt es ab …" sorgt dafür, dass der Kassierer zunächst die Annahme verweigert, weil er wahlweise einen Versteckte-Kamera-Scherz oder ein Kapitalverbrechen vermutet. Schließlich lässt er sich doch breitschlagen – und ist überglücklich, als er die heiße Ware einige Stunden später bei unserem Redaktionsassistenten los wird.

    Schwein gehabt

    "Ja, hallo, ich möcht' mich beschweren: Und zwar wachsen die Bäume nicht mehr. Und meine Eisenschmelze produziert Schweine …" – kurz vor Weihnachten 1998 stehen in der Redaktion die Telefone nicht mehr still. Blue Byte hatte sich in Die Siedler 3 diesen ganz besonderen Spaß mit all jenen erlaubt, die eine gebrannte Kopie einsetzen. Doch der Schuss geht nach hinten los: Denn betroffen sind nicht nur Raubkopierer, sondern auch viele Besitzer älterer CD-ROM-Laufwerke, die mit dem Kopierschutz nicht zurechtkommen. Auch heutzutage entwickeln manche Studios eine erstaunliche Fantasie, um Raubkopierer zu ärgern. In Die Sims 4 verpixelt beispielsweise das Bild mit zunehmender Spieldauer.

    Alle Wege führen nach CD-Rom

    Es gibt Momente, in denen man als Redakteur an der eigenen Zurechnungsfähigkeit zweifelt: Im Februar 1996 erscheint ein Spiel namens Terra 6: Mission Super I. Q., das als "Science-Fiction-Abenteuerspiel der nächsten Generation" beworben wird. Ziel des Spiels: In überragend schlechter 3D-Kulisse herumzustolpern, um einen Hubverteiler mittels drehbarer Klötzchen zu reparieren. Von der Packung grüßt RTL Samstag Nacht-Profiblödler Wigald Boning – und zwar auf einer grünen Riesenraupe galoppierend. Aus nicht mehr rekonstruierbaren Gründen nutzen wir für die Ausgabe 2/96 eine Interview-Gelegenheit mit Boning, der mit entwaffnender Ehrlichkeit zu Protokoll gibt, dass er das alles nur wegen des Geldes macht. Terra 6 schneidet im Test mit sagenhaften 12 von 100 möglichen Spielspaß-Punkten ab.

    Spielegott Peter Molyneux

    Der Bullfrog-Gründer und Erfinder von Fable, Theme Park oder Populous hat sich im Lauf der Jahrzehnte den zweifelhaften Ruf erworben, in Interviews und Präsentationen viel mehr zu versprechen als das jeweilige Spiel letztlich halten kann. Dahinter steckt keine böse Absicht, sondern Molyneux gehen schlichtweg die Gäule durch – auch gegenüber engsten Mitarbeitern ("This will be the best fucking PC Game anyone's ever seen"). Der Visionär gibt Gesprächspartnern das Gefühl, sie seien in diesem Moment die wichtigste Person auf dem Planeten – das nennt man wohl Charisma. Unvergesslich bleibt mir sein Besuch am 9. Februar 2001 in der Redaktion: Peter hatte die Testversion von Black & White im Gepäck. Wegen des großen Andrangs wurde die Vorführung kurzerhand in den Aufenthaltsraum verlegt: Die halbe Verlagsmannschaft hing wie gebannt an seinen Ausführungen. Hätte Molyneux im Anschluss Aufnahmeanträge für eine Micky-Maus-Sekte verteilt – er hätte an diesem Tag viele neue Mitglieder begrüßen können.

    Viele weitere Episoden findet ihr in der neuen PC Games 12/14 (ab sofort beim Zeitschriftenhändler).

  • Es gibt 33 Kommentare zum Artikel
    Von Bonkic
    ich bin dafür, dass das jeder frei entscheiden darf.die sache mit den doppelnamen hat übrigens auch eine entscheidende…
    Von McDrake
    Auch von mir alles Gute für die Zukunft;-(Und danke für die Anekdoten. Da wird einem wieder bewusst, wie "alt" dieses…
    Von Briareos
    Aha ... ein Leutheusser-Schnarrenberger-Fan. ;)PS: Entschuldigung für den OT, aber es überkam mich einfach.
    • Es gibt 33 Kommentare zum Artikel

      • Von Bonkic Erfahrener Benutzer
        Zitat von SchumiGSG9
        Was mit Frauen wohl Traditionsgemäß immer mal passiert sie Heiraten und nehmen den Nachnamen des Mannes an. Was allerdings heutzutage nicht mehr sein sollte bin für Doppelnamen.
        ich bin dafür, dass das jeder frei entscheiden darf.
        die sache mit den doppelnamen hat übrigens auch eine entscheidende schwäche: denk mal an die darauffolgenden generationen. 
      • Von McDrake Erfahrener Benutzer
        Auch von mir alles Gute für die Zukunft
        ;-(

        Und danke für die Anekdoten. Da wird einem wieder bewusst, wie "alt" dieses junge Business ist.
        Macht doch bitte eine Spezialausgabe mit solchen Geschichten.
        Das würde ich echt kaufen.
      • Von Briareos Erfahrener Benutzer
        Zitat von SchumiGSG9
        Was mit Frauen wohl Traditionsgemäß immer mal passiert sie Heiraten und nehmen den Nachnamen des Mannes an. Was allerdings heutzutage nicht mehr sein sollte bin für Doppelnamen.
        Aha ... ein Leutheusser-Schnarrenberger-Fan. ;)

        PS: Entschuldigung für den OT, aber es überkam mich einfach.
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Petra Fröhlich
Persönliche Anekdoten: Far Cry Fast-Indizierung, GTA an 9/11, Siedler-Schweine u.v.m.
Die Chefredakteurin Petra Fröhlich sagt "Auf Wiedersehen!": Ein ganz persönlicher Rückblick auf dramatische, lustige und haarsträubende Erlebnisse aus über zwei Jahrzehnten PC Games.
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30.11.2014
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