Pariah
Bemerkenswert die schwankende Levelqualität von Pariah: Einmal rasen Sie im Buggy über die Planetenoberfläche, schießen Sprengladungen ab und haben Spaß; ein anderes Mal hocken Sie gelangweilt hinter stationären Geschütztürmen und zielen auf Raumschiffe, die gemächlich durchs Bild brummen. Sterben können Sie nicht, auch die Munition geht nicht aus. Solche Sequenzen ziehen die Spieldauer unnötig in die Länge.
Es lässt sich auch der Eindruck nicht verscheuchen, dass es für die Entwickler zunehmend schwieriger wurde, die Innenlevels sinnvoll zu füllen. Eckige Räume reihen sich aneinander und das Spiel wird einzig dadurch schwieriger, dass mehr und mehr Gegner auftauchen. Mitunter stehen bis zu fünf Feinde auf engstem Raum und treffen sich beim Feuern gegenseitig, was sie mit einem "Hey, pass doch auf!" kommentieren. Überhaupt sind die Feinde mitteilungsbedürftig; leider klingen sie wie eine hängende Schallplatte. Den Satz "Es geht uns nur um das Mädchen, Doc, es geht uns immer nur um die Mädchen" werden Sie so oft hören, bis alle Ihre Sicherungen durchbrennen, Sie irre lachend den Granatwerfer auspacken und schnaubend auf die Feuertaste hämmern, um die Widersacher endlich ruhig zu stellen.
Waffen-Tuning
Eine Besonderheit von Pariah sind die Waffen. Es gibt keine alternativen Feuermodi, doch dafür können Sie Ihre Kanonen mittels Energiekernen aufwerten. Energiekerne sind wertvoll, aber nicht sonderlich gut versteckt: Das Leveldesign ist so linear, dass Sie zwangsläufig über alle Extras stolpern; sparen Sie sich also den Blick unters Treppengeländer, dort liegt nichts.
Jede Waffe lässt sich dreimal verbessern. Beispiel Schnellfeuergewehr: Die erste Verbesserung bewirkt eine schnellere Schussfrequenz, die zweite mildert den Rückstoß ab, die dritte gibt panzerbrechende Munition. Doch vielleicht wollen Sie lieber ein Wärmesichtgerät ins Scharfschützengewehr einbauen oder dem Granatwerfer einen manuellen Zünder verpassen?
Dr. Mason hat auch ein Injektionsgerät dabei, das, sofern gefüllt, jederzeit anwendbar ist: Per Knopfdruck spritzt sich Mason ein Heilserum in die Adern, das verlorene Lebensenergie zurückgibt. Je länger Sie sich verarzten, desto verschwommener die Konturen auf dem Bildschirm.
Viel Ballerspaß, wenig Story
Pariah sollte ursprünglich großen Wert auf eine erwachsene Story legen. Und tatsächlich ist die Einleitungssequenz der beste Auftakt, den man sich für ein Spiel wünschen kann. Dann geht es steil bergab: Dr. Mason und Karina tun Dinge, die man niemals von Menschen erwarten würde, die zum Sterben verdammt sind. In einem Moment ist Karina die kühle Heldin, die Sprüche klopft, im nächsten Augenblick hockt sie bibbernd in der Ecke und fleht, nicht verlassen zu werden - nur um in der folgenden Mission wieder abzuhauen. Man wird aus diesem Charakter nicht schlau.
Schlimmer ist, dass man selten weiß, gegen wen man kämpft. Hintergründe erklärt Pariah unzureichend, die Wechsel zwischen den Schauplätzen sind abrupt und verwirrend. Anstatt die Story sinnvoll weiterzuspinnen, konzentriert sich das Spiel auf Zwischensequenzen, in denen sich Figuren gegenseitig mit Kraftausdrücken beleidigen.
Pariah ist ein spaßiger Ego-Shooter, aber die Sache mit der Story sollten die Entwickler zukünftig jemandem anders überlassen.


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