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  • Sexbomben, naive Mädchen oder starke Kämpferinnen? - Wie emanzipiert sind weibliche Helden tatsächlich?

    Sie kämpfen, sie töten, sie retten die Welt. Kurz: Frauen können als Hauptfigur heutzutage durchaus ihren Mann stehen. Doch sind die modernen Computerschönheiten tatsächlich emanzipiert? Wir haben einen Blick auf das feminine Heldentum geworfen.

    Findige Agenten retten die Welt, muskelbepackte Kerle weichen geschickt Granatenangriffen aus und tapfere Krieger setzten sich mit klirrenden Schwertern gegen ganze Monsterhorden zur Wehr. Und am Rand des Schlachtfelds steht die schöne Frau, die bewundernd Beifall klatscht. Willkommen im virtuellen Raum der ersten Tage – Willkommen in der Welt der Männer. Als Ms. Pac-Man 1981, feingemacht mit Lippenstift und falschen Wimpern, ihr Debüt als erste weibliche Figur in einem Videospiel feierte, trat sie ganz selbstverständlich als Anhängsel des männlichen Helden in Action. Seitdem durften wir unzählige Prinzessinnen retten, uns femininer – und rührend hilfloser - Begleiterinnen erfreuen und weibliche NPCs in hautengen Kleidern bewundern. Zumindest in den Anfangstagen der Video- und Computerspiele boten uns Frauen, wie Daisy und Elaine kaum mehr als hübsche Hüllen, die bei Bedarf entweder für Unterhaltung sorgten oder als Preis für große Heldentaten herhielten.

    Der Wendepunkt kam erst, als wir im Jahr 1986 nach dem erfolgreichen Durchspielen von Metroid verblüfft feststellten, dass sich in dem Power Suit kein Mann, sondern die hübsche blonde Kopfgeldjägerin Samus Aran verbarg. Seit dieser Zeit haben sich Frauen langsam aber sicher einen kleinen Platz in der Spiellandschaft gesichert. Vor allem Kämpferinnen wie Cammy aus Street Fighter bewiesen sich in der guten alten 16 Bit-Zeit mit jeder Menge Schlagkraft als Vorreiterinnen auf dem Weg zum weiblichen Heldentum. Trotzdem ist der Platz, der weiblichen Hauptfiguren in der Spielewelt eingeräumt wird, nach Angaben der Datenbank Mobygames, noch sehr gering. Denn die führt bei insgesamt rund 48.000 gelisteten Spielen nur 708 Einträge in der Kategorie „weibliche Hauptfigur“. Traurig aber wahr: Feminine Helden haben nach wie vor Seltenheitswert.

    Rosige Welten
    Eine Nische haben die weiblichen Protagonistinnen allerdings inzwischen fast ausschließlich für sich erobert: Die der Casual Games. Und hier begegnet uns zum Teil ein völlig anderes Bild virtueller Weiblichkeit, als das der hilflosen Prinzessin. Stattdessen erklimmen Frauen, wie die hübsche Flo aus der Serie Diner Dash, ehrgeizig die Karriereleitern und meistern mit Witz und Charme jedes Alltagsproblem. Kein Wunder, denn Casual Games sind vor allem an eine weibliche Zielgruppe gerichtet. Und die kann sich mit der berufstätigen Erfolgsfrau eben doch leichter identifizieren, als mit dem vollbusigen Dummchen. Dennoch bedient auch im Bereich der Casual Games nach wie vor eine Vielzahl von Protagonistinnen platte Mädchenklischees. So können wir in dem Spiel Barbie Horse Adventure über grüne Weiden hoppeln, während eine Computerstimme fröhlich verkündet „Daddy wäre stolz auf dich!“. Ob sich angesichts solcher Motivationssprüchlein Mädchen und Frauen als Zielgruppe wirklich ernst genommen fühlen, ist da schon fraglich. Zumindest ist undenkbar, dass eine männliche Figur derselben Alterszielgruppe, wie etwa Super Mario, mit einem solchen Spruch zum Sieg angespornt wird. Zugegeben: Barbie ist auch außerhalb des virtuellen Raums nicht gerade für Intelligenz und Emanzipation bekannt. Doch nicht nur die unterernährte Blondine liebäugelt in Casual Games mit veralteten Rollenbildern. Spiele wie Babyz, in denen sich Mädchen zum besten Babysitter der Welt aufschwingen können, erwecken bisweilen den Eindruck, dass manche Entwickler ihr gemütliches Leben im 50er Jahre-Paralleluniversum nie verlassen werden.

    Zombiejagd goes feminin
    Ganz anders ergeht es jenen von uns, die feminine Charaktere nicht nur im plüschigen Hello-Kitty-Gewand auf pinkfarbenen Konsolen erleben wollen und sich stattdessen lieber in düsteren Räumen behaupten. Hier zeichnen sich realistische weibliche Hauptfiguren vor allem durch eines aus: Abwesenheit. Besonders in Kriegs- und Blutlastigen Spielen fehlt es bislang noch an weiblichen Identifikationsfiguren. Denn nach wie vor kommen Frauen eher als schmückendes Beiwerk, Opfer böser Machenschaften oder sexuelles Wunschziel vor. Und auch dann überzeugen sie nur in wenigen Fällen durch komplexe und ebenbürtige Persönlichkeiten, wie die Freundin des GTA: San Andreas Gangsters Carl Johnson deutlich vor Augen führt, wenn sie sich mit steigender Erregungsanzeige freudig von ihrem Freund den Hintern versohlen lässt.

    Sehr viel taffer zeigen sich da schon ihre Schwestern, denen es tatsächlich gelungen ist, eine Hauptrolle zu ergattern. Spätestens seit die 90-60-90-Schönheit Lara Croft sich das erst Mal erfolgreich durch den Dschungel geschlagen hat, wissen wir: Die Frauen können es auch. Und sind dabei nicht nur im Guten überzeugend. So hat Alma aus F.E.A.R. wohl schon manchem Spieler das Blut in den Adern gefrieren lassen und auch Kerrigan aus Starcraft möchte man außerhalb des Virtuellen wohl lieber nicht begegnen. Sieht man sich außerdem die Spiele des vergangenen Jahres an, fällt auf: Weibliche Heldinnen sind mit Figuren wie Faith aus Mirrors Edge und Ruby aus Wet auf dem Vormarsch. Hier begegnen sie uns endlich: Frauen, die nicht nur als Anhängsel des Helden fungieren und sich im Alleingang mit einer guten Portion Intelligenz und Stärke zum Ziel vorkämpfen. Realistischer werden die Damen trotz ihrer Vorzüge allerdings noch lange nicht. Denn auch die stärkste Heldin kann dem Rollenklischee dank übergroßer Brüste und knappen Tops meist nicht entgehen. Eigentlich kein Wunder, werden doch die meisten Games noch für eine rein männliche Zielgruppe konzipiert. Und da heißt es wohl: Je runder die Kurven - desto größer der Erfolg. Das war vermutlich auch Jürgen Vierheilig, dem Entwickler des Cinematic-Mods für Half-Life 2, bewusst, als er die Figur der Alyx um Brüste Marke Doppel-D und Silikonlippen erweiterte. Schließlich sind ihm selbst „schöne Frauen lieber als hässliche“. Ob übertriebener Sexappeal aber tatsächlich darüber hinwegtröstet, wenn Chun Li aus dem Konsolentitel Street Fighter 2 nach einem verlorenem Kampf in Tränen ausbricht oder in der Wirtschaftssimulation Pizza Connection weiblichen Charakteren die für den Sieg erforderlichen Managementfähigkeiten fehlen, steht auf einem anderen Blatt.

    Trotz solcher Rückschritte, stehen die Zeichen für die Emanzipation der weiblichen Heldinnen jedoch gut. Schließlich sind auch bei der Entwicklung von Games längst nicht mehr nur Männer federführend. Mit weiblichen Entwicklergrößen wie etwa Jade Raymond, der Producerin von Assassins Creed, am Ruder haben wir immerhin Anlass zur Hoffnung, dass es bald auch für Frauen glaubwürdigere Identifikationsfiguren geben wird.

    Powerfrauen: Eine Auswahl von Mädels, die bislang Spielgeschichte schreiben durften, sehen Sie in der folgenden Bildergalerie:

  • Es gibt 28 Kommentare zum Artikel
    Von DestinysHand
    Hmm ich würde sagen die weiblichen Spieleheldinnen sind genau so ,wie Mann sie sich in Umfragen und Meinungstest…
    Von OiOlli
    In der Bildergalerie fehlt jemand. Und zwar Shauni alias Jade aus Beyond good an evil. Immer noch ein Meisterstück das…
    Von nikiburstr8x
    Star Ocean 4 - The Last Hope. ;-)[/quote]  Die Star Ocean-Reihe hab ich noch nicht gezockt.Das letzte Naivchen, was…
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Sie kämpfen, sie töten, sie retten die Welt. Kurz: Frauen können als Hauptfigur heutzutage durchaus ihren Mann stehen. Doch sind die modernen Computerschönheiten tatsächlich emanzipiert? Wir haben einen Blick auf das feminine Heldentum geworfen.
http://www.pcgames.de/Panorama-Thema-233992/Specials/Sexbomben-naive-Maedchen-oder-starke-Kaempferinnen-Wie-emanzipiert-sind-weibliche-Helden-tatsaechlich-760381/
03.07.2010
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