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  • Der Stoff aus dem die Helden sind: Warum Spiele-Helden so faszinierend sind

    Sam Fisher, Lara Croft, Duke Nukem, Ezio, Max Payne, Solid Snake, Guybrush: Sie sind stark, mutig, schön und klug. Viele Protagonisten in Spielen scheinen fast der Spezies der Superhelden entsprungen. Doch macht das wirklich wahre Helden aus?

    Eine der größten Ikonen der Spielgeschichte ist Max Payne. Dabei ist der rachedurstige Max wahrlich kein freundlicher Zeitgenosse. Eine der größten Ikonen der Spielgeschichte ist Max Payne. Dabei ist der rachedurstige Max wahrlich kein freundlicher Zeitgenosse. Quelle: PC Games Früher war alles ganz einfach: Im antiken Griechenland waren Helden die halb-menschlichen Abkömmlinge der Götter – und zeichneten sich durch wahrhaft edle Eigenschaften wie Tapferkeit, Standfestigkeit und dem Willen zur Selbstopferung aus. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seitdem sich die Götter nicht länger mit uns Menschen verlustieren, sind wir im Kampf gegen das Böse auf uns selbst gestellt. Helden in Computerspielen haben es da noch deutlich einfacher. Zwar fallen sie gelegentlich in unsichtbare Bodenspalten oder bleiben zappelnd an Ecken hängen, aber sie haben Mut – und die Möglichkeit zum Respawn. Trotzdem fragt man sich, warum sich Helden eigentlich permanent die dunkelsten Ecken mit den fiesesten Viechern aussuchen müssen. Sam Fisher aus Splinter Cell zum Beispiel: Der wäre eigentlich lieber bei seiner Tochter. Warum muss der Mann also beständig dem Terrorismus den Kampf ansagen? Und was treibt die schöne und reiche Lara Croft in Tomb Raider dazu, beim Balancieren Kopf und Kragen zu riskieren? Schließlich ist die Frau eine Koryphäe der Archäologie: Warum gibt die als die Klügere nicht einfach nach? Die Antwort ist ganz einfach: Wahre Helden suchen sich ihre Rolle meist nicht aus, sondern werden durch extreme Situationen dazu gedrängt. So findet sich Jack, der Held aus Bioshock, völlig schuldlos in der Unterwasserstadt Rapture wieder und hat eigentlich keine andere Wahl, als sich fröhlich durch die Zombie-Horden zu ballern.

    Apropos Zombie-Horden: Morgen widmen wir uns den Gegnern und erklären, wieso diese uns zum Weiterspielen motivieren!


    Trotzdem gibt es sie in Games natürlich noch: Tapfere Männer und Frauen, die sich freiwillig aufmachen, um allen Widrigkeiten zum Trotz die Welt oder zumindest einen kleinen Teil davon zu retten. Als Inbegriff des großen Retters haben Helden selbstverständlich großen Mut und einen edlen Charakter. Im Gegensatz zu ihren Widersachern verhalten sie sich moralisch und töten ihre Gegner nur im Notfall. Sonst langt auch ein Schlag in die Magengrube und der Feind liegt KO darnieder.

    Duke Nukem & Co.: Die richtige Mischung machts

    Duke Nukem repäsentiert alle Eigenschaften eines Superhelden: Er ist stark, mutig, cool und ein wahrer Frauenheld. Duke Nukem repäsentiert alle Eigenschaften eines Superhelden: Er ist stark, mutig, cool und ein wahrer Frauenheld. Quelle: PC Games So nett diese Vorstellung eines idealtypischen Helden auch ist, so schlecht funktioniert sie aber in der Praxis. Ein Charakter mit Schattenseiten, der gelegentlich auch einmal die Grenzen überschreitet, ist oft packender und interessanter, als das farblose Heldenklischee – und dem Spieler meist persönlich näher. Aus diesem Grund haben sich die Entwickler in den vergangenen Jahren zunehmend darum bemüht, differenzierte Charaktere zu erschaffen, die sich nicht nur im Spielverlauf, sondern auch innerhalb einer Spiele-Serie entwickeln. Denn Helden brauchen ihre Ecken und Kanten, um uns Normalsterblichen die Identifikation zu erleichtern. Ein Paradebeispiel des stereotypischen US-amerikanischen Actionhelden ist Duke Nukem, der als platinblonder, muskelbepackter Macho gerne die Waffen sprechen und sich von hübschen Frauen verwöhnen lässt. Der selbstironisch angelegte Held gewinnt aber durch seine derben Sprüche und seinen schnellen und mitleidslosen Griff zur Waffe einiges an Charakter. Solche vielseitigen und widersprüchlichen Züge hauchen der Figur Leben ein und stellen deutlich leichter einen Bezug zum Spieler her.

    Helden im Wandel: Der Gothic-Recke wird böse

    Protagonisten von Ego-Shootern und Actionspielen kommen allerdings meist auch ohne komplexe Persönlichkeit aus. Anders hingegen ihre Kollegen in Action-Adventures und Rollenspielen. In den meisten Fällen folgen diese Genres dem immer gleichen Plot: Ein namenloser Held stolpert in eine unwirtliche Welt und steht vor der schwierigen Aufgabe dieselbige vor dem Bösen zu retten. Meist beginnt der tapfere Streiter dabei als unbeschriebenes Blatt, seine Hintergrundgeschichte wird – falls überhaupt – erst im weiteren Spielverlauf enthüllt. Oft überraschen uns dabei genau jene Figuren, die wir auf den ersten Blick in den Bereich der Klischees verschieben wollen. So wird sich beispielsweise der ursprünglich namenlose Held aus den bisherigen Gothic-Teilen, der - wenn auch mit fragwürdigen Methoden - immerhin drei Mal das Böse besiegt hat, in der Fortsetzung Arcania: Gothic 4 zum tyrannischen Herrscher aufschwingen und fortan als des neuen Helden ärgster Feind agieren.

    Helden müssen nicht immer klug, tapfer und stark sein. Kaum eine Spielfigur wurde von den Spielern so ins Herz geschlossen wie der tollpatschige Guybrush aus Monkey Island. Helden müssen nicht immer klug, tapfer und stark sein. Kaum eine Spielfigur wurde von den Spielern so ins Herz geschlossen wie der tollpatschige Guybrush aus Monkey Island. Quelle: PC Games Wenn die Figur allerdings zu viele Schwächen aufweist, ist der Sprung zum Antihelden nicht mehr weit. Während wahre Helden beherzt zur Tat schreiten, machen sich die Antihelden nur wiederwillig auf, um die Welt zu retten oder erreichen ihre Ziele mit wenig heroischen Methoden. Anders als die klassischen Helden handeln sie zuweilen verantwortungslos, zeigen offen ihre Schwächen und begehen auch den einen oder anderen Fehler. Bei zuviel menschlicher Schwäche ist aber für Entwickler größte Vorsicht geboten. Denn ein Held, dessen Charakter ins Unsympastische abdriftet, erleidet nur zu schnell einen unrühmlichen Tod – zumindest durch die Spielerschaft. So wurde der besserwisserische Tony Tough aus dem gleichnamigen Computerspiel aufgrund seines Sarkasmus' und zynischer Kommentare von nicht wenigen Spielern rundweg abgelehnt.

    Ein weitaus besseres Schicksal erwartet hingegen zumeist den Durchschnittsbürger im Heldenkostüm. Denn menschliche Macken und eine gute Portion Humor machen einen Helden schnell zum Sympatieträger. So ist der trottelige Guybrush Threepwood, der sich mit viel Naivität durch Monkey Island schlägt, bis heute ein großer Publikumserfolg.

  • Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von docdent
    Dass Spieler von Egoshootern & Co geringere Ansprüche an die Hauptfigur haben, möchte ich schon bezweifeln. Sicher…
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von docdent Neuer Benutzer
        Dass Spieler von Egoshootern & Co geringere Ansprüche an die Hauptfigur haben, möchte ich schon bezweifeln. Sicher braucht man keine Roman-füllende Lebensgeschichte, aber ein wenig Hintergrund sollte die Hauptfigur doch haben.

        Das macht dann nämlich auch den Unterschied zwischen einem seelenlosen…
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Der Stoff aus dem die Helden sind: Warum Spiele-Helden so faszinierend sind
Sam Fisher, Lara Croft, Duke Nukem, Ezio, Max Payne, Solid Snake, Guybrush: Sie sind stark, mutig, schön und klug. Viele Protagonisten in Spielen scheinen fast der Spezies der Superhelden entsprungen. Doch macht das wirklich wahre Helden aus?
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24.04.2010
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