Horrortrip #1: Die schlimmsten Presse-Events
Redakteure müssen regelmäßig auf Presse-Veranstaltungen. Die sind meistens gut, manchmal überflüssig, selten katastrophal. Um die letztgenannte Kategorie dreht sich diese Serie: Hier berichten PC-Games-Autoren über die schlimmsten PR-Events, die ihnen je widerfahren sind. Gern dürfen Sie Schadenfreude empfinden, achten Sie beim Abgeben von Kommentaren aber darauf, Mitleid zu heucheln. Viele Dank.
"Are you a journalist?"
Wir Redakteure haben ja auch Freunde. Wenn man denen mitteilt, dass man nicht zu ihrem Geburtstag kommen kann, weil etwas dazwischen kommt, beispielsweise ein beruflicher Aufenthalt in Paris, dann sagen die nicht: Och, schade, wir werden dich vermissen. Sie sagen: Mann, hast du es gut, so einen Job hätt ich auch gern!
Sie vergessen etwas Wesentliches: Dass wir dort keinen Urlaub machen, sondern der Sklaverei engmaschiger Terminfesseln unterliegen. Und wenn während der Reise doch zuviel Zeit übrig bleibt, dann ist damit üblicherweise stundenlanges Ausharren auf Flughäfen gemeint, einem Ort, für den irgendein Dichter bestimmt schon mal das Wortpaar "kaltes Gewimmel" verwendet hat. Üblicherweise.
Einige Leser dieses Textes werden jetzt vielleicht erwidern: Ach, die armen Redakteure, jammern sie wieder! Jenen möchte ich empfehlen: Bitte lest fertig. Das Gefühl wird sich womöglich in Mitleid wandeln. Denn neulich hat ein Presse-Event stattgefunden, dessen Fehlerquote man auf 100 Prozent beziffern könnte, wollte man den reißerisch Deprimierten geben. Was für ein Zufall, dass der beschriebene Zustand für mich einer von Dauer ist.
Für die Spiegel-Leser: In Wirklichkeit sind vielleicht 20 Prozent schiefgelaufen - genug jedenfalls, um darüber zu berichten. Namen, Orte und so weiter sind erlogen erfunden; diskreditiert soll hier niemand werden, zumal in dem gleich geschilderten Fall wohl nicht die deutsche Niederlassung versagte, sondern die ausländischen Fädenzieher - das sind die, die wiederkehrend sicherstellen, dass wir Videos zu Top-Titeln nicht mehr auf die Heft-DVD kriegen.
Mein persönliches Schicksal will ich der allgemeinen Belustigung halber auch verkünden. Es erscheint mir wichtig zu erwähnen, dass derlei Reisen regelmäßig frühes Aufstehen voraussetzen, und das hat, wie mir Schüler und Berufstätige zu bestätigen wissen, der Teufel erfunden. Da schlendere ich also schlaftrunken über das Flughafengelände, manchmal sogar von einem Rollband beschleunigt, folge brav Wegweisern in Form von Pfeilen, die ihren Job tun, als wollten sie hypnotisieren statt lenken, und stoße gegen eine Tür. Mitten im Weg eine Tür. Sie geht nicht auf, weder nach vorn gedrückt noch nach hinten. Ich rüttle drei Sekunden daran herum, als der wahre Wecker dieses Tages klingelt. Besagter Wecker tritt im blauen Dress und der Klopfgeräusche zufolge in Stöckelschuhen an mich heran und teilt mir unter schrillem Singsang mit, dass ich doch bitte einen anderen Pfad als den gewählten einschlagen möge, und zwar in folgendem Wortlaut: Haaallooo! - Hier nix Durchgang!


Du hättest dich deswegen ruhig kürzer fassen können, die ganzen kleinen Anekdoten und Anspielungen lockern den Text zwar auf, fand ich aber zu häufig und daher in ihrer Gesamtlänge viel zu extrem (machen sicherlich 3 der 10 Seiten aus).
Ansonsten eine nette Entschuldigung für einen Standardtest
muhaha dann hast du 3 Seiten länger durchgehalten als ich
Öhm, bist Du darauf auch noch stolz?
Hübsch geschrieben, Herr Weiß!