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  • PC Games Meisterwerke: Doom

    Doom Quelle: PC Games

    Und es hat Doom gemacht! Wie ein brutaler Ego-Shooter die Spielelandschaft revolutionierte. In unserer Meisterwerke-Reihe blicken wir auf das Urgestein des Ego-Shooter-Genres zurück, der vor mehr als 20 Jahren die Spielelandschaft revolutionierte.

    Ich mache Doom dafür verantwortlich", sagt einer, der es wissen muss. Ron Gilbert hält den für damalige Verhältnisse sehr brutalen 3D-Shooter nicht nur für einen der größten Meilensteine der Videospielgeschichte, sondern zählt den Titel auch als einen der wichtigsten Gründe dafür auf, dass die Glanzzeit der Adventures sich nach dem 10. Dezember 1993 ihrem Ende zuneigte. "Als Doom veröffentlicht wurde, waren Spiele deutlich langsamer und die Leute waren mehr an Titeln interessiert, bei denen sie nachdenken und Strategien anwenden müssen. Und dann kam Doom. Es war intuitiv, schnell, man schoss auf Sachen und Innereien flogen überall durch die Gegend. Und es hat einfach die Denkweise vieler Leute ein wenig auf den Kopf gestellt und zugleich eine wesentlich größere Zielgruppe angesprochen", führt der Monkey Island-Schöpfer noch weiter aus.

    Dem können wir nur zustimmen, denn tatsächlich waren die großen und erfolgreichen PC-Spiele – von Titeln wie Wing Commander oder Rebel Assault mal abgesehen – eher träge und verlangten viel eher eine gute Auffassungsgabe als schnelle Reflexe – wer Action-Spiele und Jump & Runs spielte, daddelte lieber auf einer Konsole oder auf einem Amiga. Mit der Zeit rangen Ego-Shooter – oder Doom-Klone, wie sie damals noch gerne genannt wurden – den meisten anderen Titeln im Action-Genre den Rang ab und dank überlegener Hardware wurde der PC für viele Jahre die Hochburg dieser technisch aufwendigen Zunft. Auch die nackten Zahlen sprechen übrigens dafür, dass Doom die PC-Spielelandschaft nachhaltig verändert hat: Mehr als zehn Millionen Menschen holten sich damals die Shareware-Version des Shooters – im Vergleich dazu ging zum Beispiel Chris Roberts' Mammutwerk auf vier CDs – Wing Commander 3 – "nur" 500.000 Mal über die Ladentheke. Doom war eben ein globales Phänomen und fast ebenso bekannt bei den Eltern der 90er-Jahre wie Mario oder Sonic – wenn auch nicht so gerne gesehen.

    Verhasst und verehrt

    Die kostenlose Shareware-Version von Doom 1 enthielt lediglich die erste von insgesamt drei Episoden. Am Ende musste man zwei solcher Barons of Hell in einem taffen Kampf besiegen. Die kostenlose Shareware-Version von Doom 1 enthielt lediglich die erste von insgesamt drei Episoden. Am Ende musste man zwei solcher Barons of Hell in einem taffen Kampf besiegen. Quelle: PC Games Obwohl Doom für fast zwanzig Jahre auf dem deutschen Index landete und somit öffentlich nicht beworben werden durfte, war das Spiel auch hierzulande in aller Munde. Dafür sorgten zum Beispiel hitzig geführte Diskussionen über die unnötige Brutalität des Spiels und seinen angeblichen Effekt auf die Verhaltensweisen von Jugendlichen, vor allem im Zusammenhang mit Amokläufen (etwa 1999 an der Columbine High School). Trotz der Kontroversen wurde Doom unter anderem auf der Spieleseite Gamespy von Journalisten und Entwicklern zum besten Spiel aller Zeiten gewählt und im Laufe seiner Geschichte mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Id Software selbst erlebte in den Jahren nach dem Erscheinen einen wahren Geldsegen und einen Aufschwung, der die Gründer zu reichen Männern mit Popstar-Status machte.

    Die Erfolgsgeschichte aus Texas bekam aber noch vor der Fertigstellung die ersten Kratzer: Firmen-Mitgründer Tom Hall verließ bereits während der Produktion des ersten Teils der Serie die Firma und der führende Gamedesigner John Romero gründete aufgrund jahrelanger Streitigkeiten nach der Fertigstellung von Quake 1997 sein eigenes Studio. Nur John Carmack, der 3D-Guru des Studios, blieb bis August 2013 seiner Firma treu und war somit an der Entwicklung aller bisher erschienenen Spiele der Texaner maßgeblich beteiligt.

    Wunder der Technik

    Mit der legendären BFG9000 (die Abkürzung steht für Big Fucking Gun) konnte man mit einem Schuss ganze Gegnerhorden auf einmal ausschalten. Mit der legendären BFG9000 (die Abkürzung steht für Big Fucking Gun) konnte man mit einem Schuss ganze Gegnerhorden auf einmal ausschalten. Quelle: PC Games Doch was war nun das wirklich Besondere an Doom? Auch wenn jüngere Spieler es sich heute nur schwer vorstellen können: Technisch war der Shooter von id Software über jeden Zweifel erhaben, weil er fantastisch aussah und auf fast jedem Mittelklasse-PC einigermaßen flüssig lief. Zwar gab es damals bereits Shooter mit detaillierter 3D-Grafik, doch realistisch wirkende Schockmomente, die durch das geschickte Platzieren von Licht und Schatten ängstigten, waren zum Beispiel vor Doom praktisch nicht möglich. Das sorgte dafür, dass man sich als Spieler bei jedem Öffnen einer Tür auf eine fiese Falle gefasst machte, vor allem, wenn die Lichtverhältnisse schlecht waren. Außerdem lobt man noch heute das gewitzte Leveldesign des Klassikers, auch wenn aktuelle Genrevertreter mit klügeren Gegnern, größeren Maps und deutlich mehr Gameplay-Elementen auftrumpfen mögen.

    Verglichen mit der Anzahl der zur Verfügung stehenden Mittel schufen die beiden federführenden Leveldesigner John Romero und Sandy Petersen jedenfalls ein wahres Wunderwerk, wenn man bedenkt, dass die Doom-Engine keine echten Höhenstufen kannte und zudem dem Spieler keine Möglichkeit bot, zu springen oder überhaupt nach oben oder unten zu schauen. Die intelligent verteilten Gegner an den genau richtigen Stellen, die unterschiedlichen Schlüsselkarten und die smart positionierten explodierenden Fässer wurden zu Recht zu einem Genrestandard, den man noch heute in vielen aktuellen Titeln in ähnlicher Form wiederfindet. Prägend für Ego-Shooter waren zudem noch Elemente wie die Waffenauswahl auf den Zifferntasten und das Arsenal an Kampfwerkzeugen: Messer, Pistole, Schrotflinte und Maschinengewehr.

    Netzwerk-Inferno

    Die Imps waren die häufigste Gegnerart in Doom. Ihre Feuerbälle konnten viel Schaden anrichten, jedoch war es ein Leichtes, den langsamen Geschossen auszuweichen. Die Imps waren die häufigste Gegnerart in Doom. Ihre Feuerbälle konnten viel Schaden anrichten, jedoch war es ein Leichtes, den langsamen Geschossen auszuweichen. Quelle: PC Games Womit Doom noch mehr zum Maß aller Dinge wurde, war natürlich sein exzellenter Mehrspielermodus. Schon der Umstand, dass die noch heute gängigste Multiplayer-Variante zwanzig Jahre nach dem Erscheinen auf eine Namensfindung von id-Mitbegründer John Romero hört, spricht Bände. Die Deathmatches konnte man mit bis zu vier (später 16) Spielern über Netzwerk oder mit zwei Spielern über (Null-)Modem bestreiten. Tatsächlich spielten in den USA so viele Studenten und Büroangestellte die spaßigen Gefechte, dass ganze Rechenzentren zum Erliegen kamen und Netzwerktechniker dagegen vorgehen mussten, indem sie zum Beispiel einen bestimmten TCP/UDP-Port sperrten.

    Der einfach handzuhabende Level-Editor sorgte neben dem Mehrspielermodus dafür, dass sich Doom noch viele Jahre nach dem Erscheinen großer Beliebtheit erfreute. Außerdem gab id Software den Source Code des Spiels 1997 frei und ermöglichte damit Nachwuchsentwicklern, eigene Spiele oder Abwandlungen des Originals mit der Doom-Engine zu kreieren. Zweifellos hat der brutale Ego-Shooter die kreativen Köpfe der Spieleindustrie maßgeblich beeinflusst und uns ebenso sehr. Ohne Doom hätte es schließlich Meisterwerke wie Call of Duty, Half-Life oder Battlefield kaum geben können.

    Die Doom-Serie

    Die Doppelschrotflinte war neu in Doom 2. Die Doppelschrotflinte war neu in Doom 2. Quelle: PC Games Bereits über 20 Jahre beeinflusst die Shooter-Serie aus Texas die Spielebranche, dabei sind bis dato erst drei Teile der Reihe erschienen. Es gibt wohl kaum eine andere Spieleserie – wenn man von Sportspielen absieht – bei der die Handlung eine so geringe Rolle spielt wie bei Doom. So hat der Protagonist keinen richtigen Namen (er heißt schlicht "Doomguy") und eigentlich weiß man bis Teil 2 nicht viel mehr, als dass man auf dem Planeten Mars und seinen Monden Phobos und Deimos gegen Dämonen aus der Hölle kämpfen muss. Der dritte Teil aus dem Jahr 2004 erzählt dann die Geschichte von Doom 1 detaillierter und leicht abgewandelt nach.

    Worum es in Teil 4 gehen wird, ist übrigens noch nicht bekannt. Das stört aber kaum, denn in der Doom-Serie ging es schließlich seit jeher vor allem um schnelles Gameplay und spannende Mehrspielerpartien. Wer den Zauber von einst heute nacherleben möchte, sollte zur Doom 3: BFG Edition greifen. Die Sammlung enthält alle drei Teile der Serie und lässt sich dank Steam auch leicht installieren. Ein wenig schade ist aber, dass man in den ersten beiden Teilen im Gegensatz zu früher mit Maus und Tastatur steuern muss.

    ID Software

    Obwohl die Texaner nicht die Erfinder des Ego-Shooters sind, verhalfen sie der Königsdisziplin zum Durchbruch. Heute ist keiner der führenden Köpfe von damals noch mit an Bord: Die Mitbegründer Tom Hall und John Romero verließen id Software bereits in den Neunzigern, um eigene Studios zu gründen und John Carmack, der 3D-Guru und Id-Tech-Engine-Schöpfer wechselte im August 2013 zu Oculus VR, um an der vielversprechenden Virtual-Reality-Brille zu arbeiten.

    Buchtipp

    Masters of Doom Masters of Doom Quelle: PC Games Wer die Erfolgsgeschichte von id Software nachlesen möchte, sollte hier unbedingt zugreifen! Bereits 2003 erschien das kleine Meisterwerk "Masters of Doom" von David Kushner, das sich kein Spieler mit Englischkenntnissen entgehen lassen sollte, der sich für skurrile und spannende Details aus der Produktionszeit des berühmtesten Ego-Shooters aller Zeiten interessiert. Der Autor beleuchtet in seinem Buch den Werdegang der "beiden Johns", nämlich John Carmack und John Romero, von bettelarmen Garagenprogrammierern zu den einflussreichsten Männern der Spielindustrie.

    07:24
    Doom: Kommentiertes Gameplay-Video
    Spielecover zu Doom (Classic)
    Doom (Classic)
  • Es gibt 19 Kommentare zum Artikel
    Von FreiherrSeymore
    Ja das stimmt auch wieder, ich hatte mit Cod auch ein bisschen Spaß, Ich meinte damit eher dass diese Entwicklung (die…
    Von RedDragon20
    Mach dir als Gamer lieber um einen Dekubitus am Hinterteil Sorgen und nicht um Gelenkentzündung oder -verschleiß. …
    Von MichaelG
    RENTE? Glaubt Ihr noch an den Weihnachtsmann? Die paar Almosen ab 73 die wir (sollten wir so alt werden) sind zum…
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Meisterwerke: Doom
Und es hat Doom gemacht! Wie ein brutaler Ego-Shooter die Spielelandschaft revolutionierte. In unserer Meisterwerke-Reihe blicken wir auf das Urgestein des Ego-Shooter-Genres zurück, der vor mehr als 20 Jahren die Spielelandschaft revolutionierte.
http://www.pcgames.de/PC-Games-Brands-19921/Specials/Meisterwerke-Doom-1144577/
27.12.2014
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2014/12/doom_0001-pc-games_b2teaser_169.jpg
doom,ego-shooter
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