Interview: PC Games: Die Redaktion im Profil - Heute mit Petra Fröhlich
7. Wie und wann bist du zu PC Games gekommen?
Schon während meiner Schulzeit habe ich - wenn auch in kleinem Rahmen - für verschiedene Magazine und Verlage geschrieben, unter anderem für PC Praxis, DOS und viele andere. Als im Sommer 1992 ein Nürnberger Verlag nach freien Mitarbeitern suchte, habe ich mich beworben - und bekam eine Chance. Nette Anekdote: Ausgerechnet der Mann, der damals mein Bewerbungsgespräch führte, war später mein Chefredakteurs-Kollege bei PC Games - Christian Müller. Peinlich: Bei meiner Bewerbung wusste ich nicht, dass es sich bei den Machern von PC Games um die gleichen Leute handelt, die auch das (aus meiner Sicht) grottenschlechte Magazin PLAY TIME fabrizierten. Denen hatte ich wenige Wochen zuvor einen gepfefferten, wenig konstruktiven, ja destruktiven Leserbrief zukommen lassen, an den man sich *selbstverständlich* erinnerte. Ich durfte trotzdem mitmachen.
8. Wie kommst du zur Arbeit? Auto? Fahrrad? Bahn? Per pedes?
Auto.
9. Wo und wie wohnst du?
Sind doch alles Spießer: Wir wohnen seit mehreren Jahren in einer Doppelhaushälfte in Zirndorf, einer Stadt vor den Toren Fürths (die Heimat von playmobil).
10. Wann hast du begonnen, dich für Spiele zu interessieren?
1986 plante mein Vater die Anschaffung eines Computers, der hauptsächlich zum Tippen von Texten vorgesehen war. Unser Nachbar war damals ganz stolz auf seinen Amiga 2000, der allen Ernstes genau das per Sprachausgabe wiedergeben konnte, was man vorher eingegeben hatte - Wahnsinn! Bei Informationsgesprächen im lokalen Vobis-Laden kristallisierten sich zwei 2.000-Mark-Angebote heraus: entweder ein Mac oder ein PC. Schicksalhafterweise entschieden wir uns für den PC - und da stand er dann zu Hause unterm Tannenbaum. Die erste weihnachtliche Familienkrise beschwor die Tatsache herauf, dass bei diesem verfluchten Gerät die X- und Z-Tasten vertauscht schienen - klarer Fall für den Reparaturservice. Weil ich mich damit nicht zufrieden geben wollte, brachte es die Feiertagslangeweile mit sich, dass ich in den dicken Handbüchern blätterte und eher zufällig den Befehl KEYBGR (die Älteren unter uns werden sich erinnern) entdeckte. Weihnachten war gerettet! In den folgenden Wochen und Monate fuchste ich mich immer mehr rein und beherrschte MS-DOS und GW-Basic irgendwann richtig gut. Endgültig Blut geleckt habe ich dann bei Shareware-Spielen, die ein Bekannter eines Abends mitbrachte: die Pacman-Variante DIGGER von Windmill Software und das Hubschrauber-Geschlichkeitsspiel STRIKER - ein Wunder, dass die Dinger auf unserem Monochrom-Monitor liefen. Mein erstes "richtiges" Spiel: Leisure Suit Larry in the Land of the Lounge Lizards, ein schlüpfriges Grafik-Adventure rund um einen alternden Playboy in einem Polyester-Anzug, erdacht von Al Lowe und auf den Markt gebracht von Sierra Online. Es folgte das King's-Quest-Prinzen-Pack - drei nette Adventures zum stolzen Preis von 120 Mark.
11. Dein Lieblingsbuch / Lieblingsfilm / Lieblingsspiel?
Mein letzter Roman ist sicher ein Jahrzehnt her - ich greife lieber zu Magazinen wie dem Stern oder zu Sachbüchern. Derzeit verschlinge ich "Die TV-Falle" vom ehemaligen SAT.1-Chef Schawinski. Einen richtigen "Lieblingsfilm" habe ich nicht - ich liebe die Indiana-Jones-Trilogie, die Stirb-langsam-Reihe, Action-Filme wie Im Körper des Feindes, Thriller wie Sieben und faktisch alle James Bonds, die Klassiker genauso gerne wie Casino Royale oder Golden Eye. Lieblingsspiel? Schwierig. Die meiste Zeit habe ich sicher mit den ersten beiden Rollercoaster-Tycoon-Spielen verbracht.
12. Hast du ein Lebensmotto?
Leben ist, was dir passiert, wenn du andere Pläne machst (John Lennon)
13. Was würdest du tun, wärst du nicht bei PC Games?
Da ich mich sehr für Wirtschaft und Börse interessiere, wäre ich wohl bei einem Magazin wie BÖRSE Online, Capital oder Euro am Sonntag gelandet.

Ein Leser hat mich soeben darauf aufmerksam gemacht: Bei Frage 4 ("Nachbarskater") sind nicht die Nachbar-Skater (also Tony Hawk und seine Freunde) gemeint, sondern die Nachbars-Kater. In unserem Falle ist dies ein grauer Kater names Lumpi - aka "Nachbars Lumpi".
Danke an den aufmerksamen Mitleser.
Petra
PC Games
@ Spassbremse:
Ich bin einfach ein enttäuschter Leser, der dem Magazin trotz aller Negativpunkte bisher länger die Treue gehalten hat als die meisten Leser hier. Mir sind die $$Computec$$ Magazine noch allemal lieber als der Rotz aus München.
Den Brief kannte ich so im Detail auch noch nicht...^^ Sehr geil geschrieben, einfach herrlich vernichtend. Bin leider zu jung, um was mit der Ära der damaligen PC-Zeitschriften anfangen zu können, aber die PlayTime muss ja echt mies gewesen sein.... :-D
Auch lustig und zum Thema passend find ich den Screenie hier von Petra's eigener Page... :-)
EDIT:
@Blubberkopf: Anscheinend hast Du ja irgendein persönliches Problem mit Petra. Kann es sein, dass Du irgendwann einmal von ihr einen Korb bekommen hast? :ugly:
Peinlich: Jahre später produziert sie ebenfalls solch ein "Bananen-Produkt", nachdem alle guten Redakteure woanders hin abgewandert sind.