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PC Games

Fröhlich am Freitag: "14 HD-Disks voll scharfer Erotic"

14.08.2009 09:20 Uhr
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In der heutigen Ausgabe der (fast regelmäßigen) Freitagskolumne arbeitet PC-Games-Chefredakteurin Fröhlich unter anderem die Themengebiete "Michael Jackson" und "Telefonbücher auf CD-ROM" ab und gewährt seltene Einblicke in das Mobiliar der COMPUTEC MEDIA AG.

In der PC-Games-Redaktionskaffeeküche gibt es einen Tresen. Neben Tassen, Kaffeebohnen, Zucker, Süßstoff, Milch (immer) und selbstgekauften Einstands-/Ausstands-/Geburtstagsbrezen (manchmal) hält dieser Tresen auch ein reichhaltiges Sortiment erlesener Fachzeitschriften bereit: Druckerzeugnisse des eigenen Hauses - also PC Games, Play 3, PC Games MMORE, Sonderhefte, PC Action, N-ZONE, buffed, Games Aktuell und so weiter -, aber natürlich auch Hefte unserer Mitbewerber, deren Namen mir vorübergehend entfallen sind (wird ggf. nachgereicht).

Hier liegen nicht nur die aktuellen Ausgaben zwecks beruflicher Fortbildung aus, sondern darüber hinaus echte Raritäten, darunter 15 Jahre alte Hefte unseres seinerzeit schärfsten Konkurrenten: PC Player.

Beim Schmökern in diesen Heften aus dem Jahre 1994 entdeckt man Dinge, die sich junge Menschen heute gar nicht mehr vorstellen können. Beispielsweise den heutigen pcgames.de-Chefredakteur Florian Stangl mit langen! Lockigen! Haaren! Von der Veröffentlichung entsprechender Beweisbilder hält mich neben gelebter Kollegialität und guter Kinderstube auch die Sorge vor Revanche-Aktionen ab ("LOL, seht mal... Petra 1995 mit langen! Lockigen! Haaren!").

'Fröhlich am Freitag' ist die Kolumne der gleichnamigen Chefredakteurin von PC Games - und sie heißt nicht Freitag. "Fröhlich am Freitag" ist die Kolumne der gleichnamigen Chefredakteurin von PC Games - und sie heißt nicht Freitag. Für Leute, die nach der deutschen Wiedervereinigung geboren wurden, wären diese Fotos vermutlich ebenso schwer verkraftbar wie die Tatsache, dass Michael Jackson mal schwarz war. Oder dass es früher nur zweieinhalb Fernsehsender gab, wo täglich gegen Mitternacht die Nationalhymne gespielt und anschließend ein Testbild eingeblendet wurde. Heute hingegen obliegt diese Nachtbespaßung bekanntlich tumben Mädchen mit tumben Fragen und noch tumberen Antworten.

Vor 15 Jahren gab es noch mehr fantastische Dinge, die im Jahr 2009 dezent mittelalterlich anmuten. Einige Beispiele:
- Erotik-GIFs und -MPEG-Filmchen auf CD-ROM (beachten Sie auch den Sparpack zum Vorzugspreis: "27 HD-Disks für nur 139,95 DM, sonst 159,85 DM")
- General-Midi- und AdLib-Soundkarten
- BTX und Compuserve (quasi die Vorläufer des Internets)
- Spielehersteller wie Interplay, Access, Dynamix, Microprose, New World Computing, Sierra Online, SSI, Accolade, Origin, Virgin Interactive und Westwood Studios
- CD-ROM-Laufwerke mit vierfacher Geschwindigkeit
- UMB-RAM, EMS-RAM, XMS-RAM und einen HMA-Bereich
- Telefonbücher auf CD-ROM (Stichwort "D-Info")
- Spiele auf 3,5"-Disketten (wer sowas noch nie gesehen hat: Entspricht ungefähr der Größe eines Bierdeckels)
- Mit Nadeldruckern ausgedruckte und liebevoll getackerte Adventure-Komplettlösungen für 18 Mark (ca. 9 EUR) das Stück.

Am allerinteressantesten sind aber die vielen, vielen Anzeigen vieler, vieler kleiner und mittlerer Spieleversender: Lange Schwarzweiß-Listen mit Spielenamen in Winzschrift, daneben Preise in Deutscher Mark. Zum Beispiel: Command & Conquer für 100 Mark (heute ca: 51 EUR). Das superkurze Adventure-Roadmovie Full Throttle von Tim Schafer für 110 Mark. Oder Wing Commander 3 auf CD-ROM für umgerechnet 66 EUR - da beschwere sich nochmal einer über unüberlegte Aussagen übermütiger Firmenchefs.

Aufwändige Internet-Recherchen belegen: So gut wie keinen dieser kleinen Händler gibt es heute noch - das milliardenschwere Geschäft mit Computer- und Videospielen passiert irgendwo zwischen Media Markt, Amazon, Saturn, Müller, Karstadt und Steam. Mal ehrlich: Welcher halbwegs informierte Spieler lässt sich heute noch im Fachgeschäft seiner Wahl beraten? Nur eine Handvoll Spezialisten hat in engen Nischen überlebt, indem diese zum Beispiel US-Originale für ein erwachsenes Publikum organisieren.

Im Grunde ist dies eine ähnliche Entwicklung wie bei Tante-Emma-Läden, die sich nicht gegen die (Über-)Macht der Discounter und Ketten wehren konnten. Um dieses geänderte Einkaufsverhalten dreht sich heute auch unsere Umfrage - stimmen Sie mit, kommentieren Sie mit!

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, von welcher Ferieninsel auch immer Sie uns heute zulesen.

Petra Fröhlich

Bisherige Folgen von Fröhlich am Freitag:
Bowling mit dem FC Bayern München
Anno 1404 kostenlos! GTA 5 umsonst! Diablo 3 gratis!
Hab recht viel Spaß mit Crysis 2, denn nach vier Stunden ist's vorbei

Print-Chefredakteurin
Moderation
14.08.2009 09:20 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
15.08.2009 12:07 Uhr
Zitat: (Original von Goddess;8080387)
ein paar Ausgaben der Fun Online
Wow, ich dachte ich wäre der Einzige der diese Zeitschrift gekauft hat. Die war ja eher auf ein junges, naives Publikum ausgelegt, wurde aber auch ziemlich schnell wieder eingestampft. Ich hatte ein Abo ab Ausgabe Nr. 1, könnte also gut sein,…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
15.08.2009 11:03 Uhr
Angeregt durch deine Kolumne, habe ich mich in mein persönliches Zeitschriftenarchiv begeben, um dort herum zu stöbern. Neben uralten Ausgaben der PC Games, fanden sich auch PC Player, Power Play, PC Powerplay, die böse Konkurrenz Gamestar, ein paar Ausgaben der Fun Online, der Bestseller Games…
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
15.08.2009 04:24 Uhr
Ich bestelle mir meine Spiele bei Amazon oder Gameware.
Downloadvertrieb kommt für mich als Spielesammler überhaupt nicht in Frage, weil Verpackung und Handbuch einfach Pflicht sind. Da ich alle meine Spiele sammle (hab sogar noch die Spiele seit c64 zeiten) will ich auch immer was schönes im Regal stehen haben.

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